Gangelt-Langbroich - Selfkanttheater mit neuer Produktion

Selfkanttheater mit neuer Produktion

Von: Karl-Heinz Hamacher
Letzte Aktualisierung:
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Zwei vermeintliche Gewinner lachen über zwei vermeintliche Verlierer - aber nur kurz. Szene aus dem Langbröker Selfkanttheater der neuen Produktion „Honderküetele on Haanezupp”. Foto: Karl-Heinz Hamacher

Gangelt-Langbroich. Zwei herausragende Vertreter des deutschen Beamtentums habe ihrem Berufsstand im neuen Stück des „Langbröker Selfkanttheater” alle Ehre gemacht. Schnell, wendig und das Ziel immer klar vor Augen - zumindest waren sie so, wenn sie weit weg von ihren Schreibtischen waren.

„Honderküetele on Haanezupp”, ist der Titel. Das von Junggesellen und unverheirateten Damen durchsetzte Stück ließ den Darstellern der Mundartgruppe wieder den Raum, den sie brauchen, um das zu tun, was sie am besten können. Deftige Unterhaltung, gespickt mit Klamauk, Kraftausdrücken und einer herrlichen Mimik zeichnen das Ensemble seit Jahren aus.

Wenn die Besucher am Ende die Bürgerhalle verlassen, hört man aus den Reaktionen, dass dieses Stück ja wohl nicht zu überbieten sei. Und doch sind es die gleichen Leute, die im Jahr darauf wieder schenkelklopfend und lachend auf den Stühlen sitzen, in diesem Jahr ganz neue mit Polsterung.

Es gibt einen Hahn, den Otto, in diesem Stück, den niemand zu Gesicht bekommt, der allerdings, laut krähend, eine ebenso tragende wie tragische Rolle spielt. Tragend, weil er das Druckmittel ist, wenn der urlaubende Finanzbeamte Nöll (Bernd Arnusch) seine Schwester Greet (Maria Horrichs) mit Aufgaben überhäuft und die dann nicht so will, wie er will.

Treff auf der Tanzfläche

Spätestens wenn er mit dem blitzenden Messer in Richtung Stall rennt und sie auffordert, „Mach Wasser heiß”, wird alles prompt erledigt. Ähnlich geht es im Nachbarhaus zu, wo Jöf (Arndt Horrichs) unter ständiger Kontrolle seiner Schwester Niske (Marianne Heutz) steht. Da ist es für Herren nicht einfach, sich an die beiden Feriengäste Cilly (Anja Wagner) und Rosa (Doris Nießen) heranzumachen. Denen sind die beiden tölpelhaften Galane aber eh nur Mittel zum Zweck, denn es wird für Nöll ganz schön teuer - Jöf hatte übrigens sein Portemonnaie vergessen -, bis die beiden Paarungen sich auf der Tanzfläche treffen.

Zwei seltsame Touristen

Dass das Polizistenleben ein ruhiges ist, lebt Schnüpperkes Lee (Helmut Schürkens) der Gesellschaft vor, und nicht nur er wundert sich über zwei seltsame Fahrradtouristen, die sich so gar nicht für die wunderbare Langbroicher Landschaft interessieren. Denn die Kriminalkommissare Schäng (Sebastian Arnusch) und Lämp (Christoph Görtz) haben es ebenfalls auf die beiden Damen abgesehen, allerdings in anderer Absicht.

Soweit die Geschichte einer klassischen Boulevardkomödie. Nun liegt es immer an den Schauspielern, was man daraus macht. Und in Langbroich macht man daraus wieder einmal drei Stunden beste Unterhaltung. Man sollte gesehen haben, wie sich Greet und Niske in Geheimagentenmanier daran machen, ihre Brüder vor der Weiblichkeit zu retten, man sollte gehört haben, wie sich beim „Langbröker Selfkanttheater” über das Werkzeug aus dem Versandhaus einer gewissen Beate unterhalten wird, und es ist unbedingt sehenswert, dass man in Langbroich nicht nur Komödie kann, sondern auch ins dramatische Fach wechselt, wenn Nöll dem Hahn endgültig an den Kragen will und dabei selber zu Schaden kommt.

Dass die Aufbahrung der vermeintlichen Leiche nicht ganz im kirchlichen Sinne ist und ein „Wiehwaterpöttche” nicht zwingend Weihwasser enthalten muss, sind Erfahrungen, die man gemacht haben sollte.
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