Selfkant-Verbund ruft zur „Dorfwerkstatt”

Von: Wilfried Rhein
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Auf rege Beteiligung und umsetzbare Vorschläge hoffen die Initiatoren sowie Betreuer des Projekts „Dorfwerkstätten”: (v.r.) Herbert Corsten, Vera Saßmannshausen (Lokale Aktionsgruppe), Willibert Mevißen (Gemeindeverwaltung Gangelt), Diplom-Architektin Astrid Urgatz, Heinz-Josef Schrammen und Bernhard Tholen.

Gangelt. Was fehlt im Dorf? Kann mit der Erfüllung eines Wunsches sogar eine allgemeine nachhaltige Entwicklung angestoßen werden?

Die Verantwortlichen im Gemeindeverbund Gangelt, Selfkant und Waldfeucht halten das für möglich. Die Impulse dazu sollen aber von den Menschen in ihren Wohnorten kommen. Die „Dorfwerkstätten” sollen ihren Betrieb aufnehmen.

Anfang Mai soll offiziell dafür geworben werden, dass sich die fast 50 Einzelortschaften im Gemeindeverbund darauf besinnen, was ihnen an Qualitätsmerkmalen noch fehlt, was für den Lebensrhythmus im Dorf wichtig ist. Anbieter der Aktion ist die Lokale Aktionsgruppe (LAG) im Leader-Programm der Region. Aus deren Handlungsfeldern wird das Projekt „Dorfwerkstätten” gefördert.

Als kommunaler Projektträger hat sich die Gemeinde Gangelt zur Verfügung gestellt. Die zentrale Auftaktveranstaltung jedoch findet statt in Waldfeucht, und zwar am Montag, 3. Mai, um 20 Uhr im Bürgertreff in der Brabanter Straße. Alle Dörfer der drei Gemeinden können sich für die Projektteilnahme bewerben. Ein paar Antworten auf einem Fragebogen, der an diesem Abend vorliegt, reichen aus. Bis Anfang Juni soll die Zeit reichen, aus allen Bewerbungen drei Dörfer herauszufiltern, mit denen man deren Ideen in realisierbare Konzepte umsetzen möchte.

Fachmännisch begleitet wird das Unternehmen vom Planungsbüro der Aachener Diplom-Architektin Astrid Urgatz. Sie weiß, dass Kompromissbereitschaft aller Beteiligten zwischen Wunsch und Machbarem erforderlich sein wird. Gangelts Bürgermeister Bernhard Tholen bestätigt: „Jeder Ort braucht Strukturen.” Er stellt ebenso klar: „Die Zeit des Blümchenpflanzens ist vorbei.”

Der Verwaltungschef will dadurch nicht die Anstrengungen früherer Aktionen wie „Unser Dorf soll schöner werden” - inzwischen mit dem Begriff „Zukunft” geschmückt - schmälern. Er nennt weitere Stichworte wie Denkmalpflege und Baugestaltung für das „kreative Zusammentragen” von Ideen der Einwohner. Das hält Herbert Corsten, Bürgermeister der Gemeinde Selfkant, bis zur Auftaktveranstaltung seitens interessierte Teilnehmer für denkbar.

Die vorläufige Ideensammlung der drei Ratsvorsitzenden könnte man auch „unter Einbindung des Mehrgenerationen-Gedankens sehen”, sieht Bürgermeister Heinz-Josef Schrammen (Waldfeucht) Potenziale. „Jeder Ort kann seine Probleme suchen”, sieht Bernhard Tholen eine offene Basis für die Stoffsammlung, der eine etwa viermonatige Planungsphase für die aufgegriffenen Themen folgen wird: vom ÖPNV bis zu Sportstätten, vom Schulangebot bis zu Kinderspielflächen.

Kompetente Betreuung verspricht Astrid Urgatz bei der Themenbehandlung. Die Arbeitskreise werden regelmäßige Treffen haben, eine „Zukunftswerkstatt” für jedes erwählte Dorf wird von Stadtplanerin Elke Ostenda moderiert. Eine Teilnahme von bis zu 40 Ortschaften wird von den Initiatoren erwartet. Deren Delegierte erfahren weitere Details am 3. Mai im Waldfeuchter Bürgertreff. Aus den später zu sammelnden Vorschlägen sollen Ansätze zur Realisierung gebildet werden. „Der Selfkant”, sagt Astrid Urgatz, „bietet dazu schon gute Voraussetzungen.”
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