Gangelt - Selfkant-Krimis: Mordsstoff liegt gleich ums Eck

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Selfkant-Krimis: Mordsstoff liegt gleich ums Eck

Von: Karl-Heinz Hamacher
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Gangelt. Die letzten Sonnenstrahlen tauchten die Gans auf dem Brunnen vor dem alten Rathaus in eine warmes Licht. Drinnen, dort wo heute das „Erzählcafé Münchhausen” untergebracht ist, war gerade über ihre Vorgängerin gesprochen worden, die ja im vorigen Jahr samt Möhre spektakulär einem dreisten Diebstahl am helllichten Tag zum Opfer gefallen ist.

Das war aber nicht das einzige Verbrechen, das hier zur Sprache kam. Morde, echte ebenso wie fiktive, bestimmen das Geschehen, als vor rund 30 Gästen Albert Baeumer als Autor und Georg Schmitz, der Starreporter im Buch „Kaffee, Kunst und Kaviar”, aus dem Schmöker lasen.

Zuerst aber hatte Georg Schmitz als „rasender Reporter”, der er ja im wirklichen Leben auch ist, seinen Auftritt. 111 Morde, „richtige Morde”, hat er seit 1976 als Journalist für die Zeitung aufgearbeitet. Hinzu kamen zahlreiche andere Delikte, bei denen er aus dem Nähkästchen plaudern konnte. „Allerdings hatte ich vorigen Sonntag nur drei Vögelschüsse”, spannte er den Bogen zum andern Teil seiner Arbeit.

Wie schon beim Erstlingswerk „Mercator, Mord und Möhren”, spielt auch bei „Kaffee, Kunst und Kaviar” der Lokalkolorit eine große Rolle.

War es beim ersten Werk der geplanten Selfjavascript:{}kant-Krimi-Reihe ausschließlich die Region „Der Selfkant”, in der die Geschichte spielte, fasst Albert Baeumer, der bei seiner Arbeit vom Autor Alfred Bekker unterstützt wurde, den Landstrich jetzt etwas weiter.

Ein Blick in die Geschichte: Nach Mercator als historischer Figur im ersten Roman, ist es nun Albrecht Dürer, der auf dem Weg „von Antorff (Antwerpen) nach Cöln” (Köln) in Gangelt eine Rast gemacht haben soll.

Dabei erfährt der Leser, beziehungsweise Hörer, nicht nur Geschichtliches, sondern auch die Mutmaßung, dass Dürer „nächtens der Magd beizuwohnen” pflegte - behauptete zumindest seine Gattin Agnes. Dürer malt und malt und lässt so auch ein Bild in Süsterseel, um das sich dann die Geschichte spannt. Das Bild verschwindet, es wird gemeuchelt, es wird gemutmaßt und er wird ermittelt. Der klassische „Wettlauf der Zeit”, Schmitz gegen die Polizei, beginnt. Es tauchen wie schon beim Mercator-Krimi reale Personen aus der Region auf, im Wildpark passiert äußerst Makaberes, und auf einem St. Nikolaus-Gemälde erscheint auf dem Kirchturm plötzlich so etwas wie ein Sudoku-Rätsel - das magische Quadrat.

Albrecht Dürer vielleicht bei seiner Magd, die Gangelter Ur-Gans vermutlich schon längst eingeschmolzen, am Ende noch ein toter Fahrrad-Kurier und Reporter Schmitz siegreich mit dem Dürer-Bild in der Hand, so schlossen Albert Baeumer und Georg Schmitz im Erzählcaf den Blick in diese abstruse Geschichte.
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