Übach-Palenberg - Schwimmmeisterin Sabine Maas sorgt im „Ü-Bad” für Sicherheit

Schwimmmeisterin Sabine Maas sorgt im „Ü-Bad” für Sicherheit

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Einfach mal das kühle Nass genießen: Besonders in den Ferien treibt es viele Menschen in die öffentlichen Badeanstalten. Foto: Markus Bienwald

Übach-Palenberg. Schwimmmeister - da hat doch jeder sein eigenes Bild im Kopf. Meistens sind es jedoch immer die gleichen Vorstellungen: Ein älterer Mann in engen weißen Shorts mit bis zur Brust aufgeknöpftem Hemd.

Darauf baumelt, neben dem obligatorischen Goldkettchen, die stets einsatzbereite, silbern glänzende Trillerpfeife. Und wenn dem „weißen Gott” am Beckenrand ein Gesicht nicht gepasst hat: kein Problem. Ran an die Pfeife, wahlweise auch mal schnell den Sprechknopf gedrückt und flott denjenigen verwarnt. Schluss, Aus, Ende! Denn dieses Bild passt nicht mehr in unsere Zeit.

„Eine Trillerpfeife werden Sie hier in den vergangenen neun Jahren nicht gehört haben”, sagt Sabine Maas, Schwimmmeisterin des „Ü-Bades” in Übach-Palenberg. Vielmehr ist sie in dem öffentlichen Nasstempel an der Dammstraße nicht nur Schwimmmeisterin, sie ist auch Managerin. Eigentlich ist sie Betriebsleiterin, wie es im Behördendeutsch so schön heißt. Doch dies kann nur eine vage Umschreibung dessen sein, mit dem sich die 42-jährige Mutter tagtäglich befassen muss.

„Es ist wie in einem kleinen Unternehmen”, sagt die Frau, die für sieben Festangestellte und derzeit insgesamt 450 Quadratmeter Wasserfläche die Verantwortung trägt. Denn in ihrer Ausbildung, für die ein Interessent heute drei Jahre braucht, wurde viel verlangt. Verwaltungslehre, Rechtskunde, Unfallverhütung als theoretische Basis, natürlich Erste Hilfe und Rettungslehre sowie alles rund um Wassertechnik für den täglichen Bedarf.

Und obendrauf als Zuckerguss noch Animation, denn schließlich gibt es in Zeiten der Aquafitness, des Babyschwimmens und der Wassergymnastik noch mehr, als „nur” die Aufsicht am Beckenrand. Eine neue van Almsick brauchen die Schwimmmeister aber nicht zu sein, 1:40 Minuten auf 100 Meter Freistil ist die Hürde, die es zu knacken gilt. Viel wichtiger ist heute aber soziale Kompetenz, denn Schwimmmeister kümmern sich nicht nur um Chlor und Hygiene.

Die gehört auch dazu, auch wenn mit der Komplettsanierung des Hallenbades vor wenigen Jahren hier viele Schritte in die Neuzeit gewagt wurden. Obwohl hygienisch stets alles einwandfrei gewesen sei, waren die veralteten und teils immer wieder defekten Anlagen aus der Gründerzeit des Hallenbades in den 1970er-Jahren oft ein Vabanquespiel.

„Es war wie eine Wundertüte: man wusste am Morgen nicht, was später noch auf einen wartet”, sagt sie zurückblickend. Leise lächelnd berichtet sie auch von den Jahren, die sie als Schwimmmeisterin schon Erfahrung sammeln konnte. Denn auch sie muss mal die Zügel strammziehen und die meist jugendlichen Menschen, die sich nicht an einen geregelten Badebetrieb halten können, ermahnen oder gar des Bades verweisen.

Um mehr Ruhe in den Betrieb zu bekommen, ist ihr beim durchweg fachlich bestens geschulten Personal übrigens auch jemand lieber, der schon ein paar Berufsjahre auf dem Buckel hat. „Denn wir sind letztlich Dienstleister und für Sicherheit und Ordnung zuständig”, fasst sie ihre Aufgabe zusammen. Gleichzeitig freut sich Sabine Maas auch auf die Zukunft.

„Im Moment bin ich eigentlich wunschlos glücklich”, strahlt sie. „Jeder von uns ist froh, wenn es draußen wieder losgeht”, hebt sie hervor. Und ein Häkchen möchte sie dann doch noch auf ihrem Wunschzettel für das „Ü-Bad” machen. „Ich hätte die Sauna ganz gerne renoviert”, sagt sie leise. Und für diesen Wunsch braucht sie nun wirklich keine Trillerpfeife.
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