Schwierige Verhandlung vor dem Schöffengericht Geilenkirchen

Von: Herbert Keusch
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Geilenkirchen. Widersprüche ergab der erste Verhandlungstag gegen einen 42-jährigen Angeklagten aus Mönchengladbach, dem Staatsanwältin Pascal Schlimm versuchte Vergewaltigung, Androhnung von Gewalt, Sachbeschädigung, Beleidigung und Belästigung vorwarf.

„In der Zeit vom 28. Juni bis 12. Oktober 2008 sind die Straftaten verübt worden”, sagte die Staatsanwältin gleich zu Beginn der Verhandlung. Nachdem der Angeklagte am 24. Juni 2008 in das Haus seiner damaligen Lebensgefährtin eingezogen war, sei es relativ schnell zu Streitigkeiten gekommen.

Nur knapp zwei Monate später sei der Angeklagte wieder aus dem Haus ausgezogen. „Schon am 28. Juni hat der Angeklagte gedroht, wie schön den der Kopf der 18-jährigen Tochter der Lebensgefährtin aussieht, wenn er mit einem Baseballschläger bearbeitet wird”, so die Staatsanwältin weiter.

Nach dem Auszug am 5. August habe der Angeklagte Geschenke zurückgefordert, außerdem habe es Beleidigungen am Telefon gegeben. Schließlich habe es am 19. August letzten Jahres erstmals im Wohnort der geschädigten Lebensgefährtin auf dem Asphalt die gesprühte Aufschrift „Hure Tina” gegeben.

Sie sei durch Mails, Anrufe auf ihrem Handy oder in an ihrer Arbeitsstelle in der Zeit bis Ende Dezember 2008 belästigt und bedroht worden, außerdem sei das Grab ihrer Mutter mit Stoffherzen „verziert” worden und damit der Lächerlichkeit preis gegeben worden. Das ganze hat in Geilenkirchen stattgefunden.

Der 42-Jährige nahm dahingehend Stellung, dass sich die beiden schon als Kinder gekannt hätten, aber den Kontakt verloren hätten. Schließlich hätte sie ihn ausfindig gemacht, ihm ihre Telefonnummer mitgeteilt, die er auch gleich angerufen habe. So wurde am 1. August 2007 ein erstes Treffen für den folgenden Samstag vereinbart.

„Wir haben uns in Erkelenz getroffen, sind nach Mönchengladbach gefahren, wo wir bei einem Spaziergang durch die Fußgängerzone gleich wieder ganz starken Kontakt hatten.” 23 Jahre ohne jeden Kontakt seien wie auf einen Schlag vergessen gewesen. Gleich an diesem ersten Abend sei es in seiner Wohnung zu einem starken Kontakt gekommen.

„Relativ schnell ist mir aber klar geworden, dass meine Freundin in zwei Welten lebt, eine mit mir und eine mit ihrer Familie.” Für ihn sei die Beziehung immer stärker geworden, am 23. Dezember 2007 seien beide gemeinsam nach Vlissingen gefahren, wo sie Verlobung gefeiert hätten. Einen Tag später habe sie mit ihrer Familie Weihnachten in Geilenkirchen gefeiert, Silvester hätten sie wieder gemeinsam verbracht. Im Juni 2008 sei er in das Geilenkirchener Haus eingezogen.

„Nach dem erneuten Kontakt haben wir uns hin und wieder besucht, obwohl ich noch verheiratet war, die Ehe aber nur noch auf dem Papier bestand”, erklärte die 40-jährige Geschädigte. Der Angeklagte sei gegen ihren Willen in ihr Haus eingezogen, weil sie Angst vor ihm gehabt habe.

Die Verhandlung wird am morgigen Mittwoch ab 9 Uhr fortgesetzt.
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