Schwarz-bunter Rat: Alles bleibt anders in Gangelt

Von: Jan Mönch
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Gewinner und Verlierer am Sonntagabend: die Sozialdemokraten Karl-Heinz Hinz und Rainer Mansel (oben links), Bürgermeisterkandidat Hein Gottfried Fischer (oben rechts), die Freidemokraten René Stegemann und Ingrid Heim (unten links) sowie die Unabhängigen Bürger Heinz Huben, Gerhard Löder und Roger Schröder (unten Foto: Karl-Heinz Hamacher
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Gewinner und Verlierer am Sonntagabend: die Sozialdemokraten Karl-Heinz Hinz und Rainer Mansel (oben links), Bürgermeisterkandidat Hein Gottfried Fischer (oben rechts), die Freidemokraten René Stegemann und Ingrid Heim (unten links) sowie die Unabhängigen Bürger Heinz Huben, Gerhard Löder und Roger Schröder (unten Foto: Karl-Heinz Hamacher
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Gewinner und Verlierer am Sonntagabend: die Sozialdemokraten Karl-Heinz Hinz und Rainer Mansel (oben links), Bürgermeisterkandidat Hein Gottfried Fischer (oben rechts), die Freidemokraten René Stegemann und Ingrid Heim (unten links) sowie die Unabhängigen Bürger Heinz Huben, Gerhard Löder und Roger Schröder (unten rechts). Foto: Karl-Heinz Hamacher

Gangelt. Alles wie gehabt in Gangelt? Die Antwort lautet Jein. Die CDU wird weiterhin mit einer üppigen Mehrheit ihre politische Arbeit leisten können. Stärker denn je fällt der Rückhalt der Gangelter für ihren Bürgermeister aus.

Obgleich Bernhard Tholen dieses Mal anders als 2009 einen Gegenkandidaten hatte, konnte er sein Ergebnis abermals um fünf Prozent steigern. Der Hauptgrund hierfür ist unschwer zu erraten: Mit der Schuldenfreiheit im Rücken wäre im Zeitalter der nach Luft schnappenden Kommunen wohl selbst ein erfahrenerer Gegenkandidat um schlagende Argumente für seine Person verlegen gewesen.

Auch Tholen selbst gibt zu, dass ihn das Ergebnis in dieser Eindeutigkeit überrascht hat. „Ich war davon ausgegangen, vielleicht wieder auf 80 Prozent zu kommen. Mit einem Zuwachs von fünf Prozent hatte ich nicht gerechnet.“

Verluste von immerhin sieben Prozent musste hingegen die CDU hinnehmen. Zwar liegt das Ergebnis immer noch klar im Bereich der absoluten Mehrheit – alles andere wäre auch einer Sensation gleichgekommen –, aber doch deutet der Rückgang an, dass in Gangelt nicht mehr jeder die CDU wählt, weil man eben schon immer die CDU gewählt hat. „Das ist eben das Problem, wenn man eine so komfortable Mehrheit hat“, glaubt Bernhard Tholen. In manchen Bereichen sei es vielleicht nicht immer gelungen, einen „flammenden Wahlkampf“ zu führen. „Da müssen wir uns alle vielleicht vorwerfen lassen, dass das letzte Quäntchen Begeisterung gefehlt haben mag. Die Kleinen haben dagegen um jede Stimme gekämpft und sind dafür auch belohnt worden.“

Reichlich bunt wird es in Zukunft in der Opposition zugehen. Mit Freien Wählern und Grünen haben es zwei neue Farben in den Gemeinderat geschafft. Die FDP musste wie in vielen Gemeinden ordentlich bluten und hat nur noch einen Sitz. „Enttäuschend!“, hatte der bisherige Fraktionsvorsitzende René Stegemann das Ergebnis gleich nach Bekanntgabe eingestuft. Dem dürfte wenig hinzuzufügen sein.

Wunschziel erreicht

Die SPD-Fraktion wächst auf sechs Sitze an und die UB verteidigte ihre drei Sitze. „Drittstärkste Kraft und ein zweistelliges Ergebnis, das ist als Erfolg zu sehen“, so Roger Schröder am Tag nach der Wahl. Vom ganz großen Überschwang war der UB-Vorsitzende allerdings doch ein Stückchen entfernt. Abzuwarten bleibe, was von der „neuen Vielfalt“ in der Opposition zu halten sei. Für seine Leute gelte weiterhin, dass es keinen Fraktionszwang gebe und allein auf Sachebene entschieden werde.

Helga Heinen von den Freien Wählern zeigte sich am Tag nach der Wahl erfreut über ihr Ergebnis. Zwei Sitze hatte sie schon vor geraumer Zeit als Wunschziel ausgegeben. Sie gibt allerdings auch zu, dass im Verbund mit der UB noch mehr drin gewesen wäre. Sie signalisiert jedoch auch, dass von ihrer Seite her im Rat „vernünftig“ zusammengearbeitet werden könne. Auch über den Sitz für die Grünen freute sie sich.

Auf Listenplatz eins der Umweltpartei stand Nuran Joerißen, die den nun gewonnenen Sitz jedoch aus beruflichen Gründen an Horst Frank abtreten wird. Dass der Einzug in den Rat auf bislang parteifremdem Terrain auf Anhieb geklappt hat, wertete Joerißen selbstredend als Erfolg. Bitter allerdings sei gewesen, dass sie und ihre Mitstreiter nur knapp an einem zweiten Sitz vorbeischrammten. Anders hätte die Sache wohl ausgesehen, wenn nicht vier Bezirke unbesetzt geblieben gewesen wären. Natürlich sollen – wie könnte es anders sein – auch Umweltthemen verstärkt eingebracht werden. „Vieles wird in Gangelt zwar schon abgedeckt, aber nicht alles“, so Joerißen. Große Gemeinsamkeiten sieht sie innerhalb des neuen Gemeinderats mit der SPD.

Auch die darf sich wohl – mit Abstrichen – zu den Gewinnern der Wahl zählen. Die alte Stärke konnte sie zwar nicht zurückgewinnen. Doch insbesondere Rainer Mansels gewonnener Stimmbezirk Stahe-Niederbusch-Hohenbusch ist mehr als nur ein Achtungserfolg. Der konstruktiven Arbeit seiner Fraktion im Rat sei dies zu verdanken, er selbst habe im Wahlkreis ordentlich Klinken geputzt, so Mansel am Wahlabend.

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