Übach-Palenberg - Schwärze des Kreuzes: Ausstellung in Schloss Zweibrüggen

Schwärze des Kreuzes: Ausstellung in Schloss Zweibrüggen

Von: mabie
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Stellt noch bis Ende März aus: Erich Krian. Foto: Bienwald

Übach-Palenberg. „Und sie dreht sich doch“, ist die am Sonntag im Schloss Zweibrüggen eröffnete Ausstellung des Dortmunder Künstlers Erich Krian überschrieben. Der Maler schafft alleine schon mit dem Titel ein tieferes Interesse, sich mit seinem auf Nesselstoff und Papier festgehaltenem Werk zu beschäftigen.

So freute sich das Künstler-Forum Schloss Zweibrüggen mit seiner Vorsitzenden Hedi Klee darüber, dass Kunsthistorikerin Silvia Schmidt-Bauer aus Dortmund einen Blick hinter das Schaffen des Mannes warf. Sie zeichnete kurz den Weg Krians nach, der auch über die Freundschaft mit dem Übach-Palenberger Kulturpreisträger Hermann Josef Mispelbaum in die Stadt kam.

So entstand am Anfang des Schaffens im jungen fertigen Studenten Erich Krian der Wunsch nach Farbe, den er in seiner ersten Schaffensperiode auslebte, bis er sich aber an Kontrasten abarbeiten wollte. Füll- und Hüllstoffe wie gebrochen weißer Ölspachtel, tiefschwarzer Unterbodenschutz oder bräunlicher Schellack wuchsen bei ihm in einer schwarzen Farbe so lange zu Bildern, bis er auch hier ein Ende der Fahnenstange erreicht zu sein schien.

Derzeit hat er aber wieder zur Farbe zurückgefunden, die er in Verbindung mit Schwarz in seinen Kreuzbildern zu eindrucksvollen Werken verarbeitet, die ebenfalls in Übach-Palenberg zu sehen sind. „Den Kreuzbildern liegt die Schwärze des Kreuzes zugrunde“, so die Kunsthistorikerin weiter, „wobei die Kreuzformen in einem Prozess von Trauer und Bewältigung zu ihm kam.“

Für die Kunsthistorikerin schließt sich damit der Schaffenskreis von Erich Krian, der sich auf frühe Farbigkeit zurückbesinnt, ohne das Dunkle außen vor zu lassen. Doch neben der Farbigkeit machten für sie noch zwei weitere Elemente das Schaffen des Malers aus: Zum einen die Titel, die zwar Hinweise auf Betrachtungsweisen geben könnten, aber genauso gut den Betrachter angesichts beinahe kryptischer Bezeichnungen wie „Maltuch, hängend – zehn. Über klare Verhältnisse nachdenken.“ schon vor der reinen Bildbetrachtung zu einer Auseinandersetzung mit dem Werk herausforderten.

Zum anderen sah sie aber immer noch die zweite Ebene der Bilder: Eine eher symbolische, aber durchaus auch dem Auge und der Fantasie des Betrachters überlassene Möglichkeit, sich der Kunst Erich Krians zu nähern. Und damit kam sie auch an das heran, was Forums-Vorsitzende Hedi Klee in ihren Eröffnungsworten mit „Kunst erkennen heißt, bewusst sehen zu wollen“ umschrieb. Oder wie Bürgermeister Wolfgang Jungnitsch es formulierte: „Kunst ist die Quintessenz des Lebens, sie reinigt von seinen Effekten.“

Die Ausstellung ist noch bis zum 30. März immer sonn- und feiertags von 11 bis 18 Uhr zu sehen. Der Eintritt ist frei.

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