Schulmuseum widmet sich verstaubter Chronik aus Frelenberger Unte

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Mit Freude an einer komplizierten Arbeit: Annemarie Veckes und die „Übersetzung“ der alten Frelenberger Schulchronik von Sütterlin in die Neuschrift. Foto: Georg Schmitz

Geilenkirchen/Übach-Palenberg. Das „Historische Klassenzimmer“ in Immendorf ist nicht nur ein interessantes Schulmuseum, in dem die Besucher in die Schulwelt von vor hundert Jahren Einblick erhalten und manche wieder mit ihrer eigenen Schulerfahrung konfrontiert werden. Das Interesse des Vereins galt jetzt einer besonderen Art der Niederschrift.

Es gibt „Experten“ im Verein, die die alte Deutsche Schrift – Sütterlin-Schrift als die bekannteste Variante der Deutschen Schrift – beherrschen und immer mal wieder in Anwendung bringen, wenn handschriftliche Briefe und Dokumente in dieser Schrift auftauchen und übersetzt werden müssen.

Bis vor etwa 70 Jahren war die Sütterlin-Schrift noch vorgeschriebene Schulschrift, bis sie 1941 offiziell von der Lateinischen Schrift abgelöst wurde.

Bei einem Besuch der Archivarin des Historischen Klassenzimmers, Annemarie Veckes aus Lindern, vor acht Jahren in Frelenberg gelang, die alte Schulchronik von 1876 (geführt bis 1938) in ihre Hände. Sie war aus dem Schutt gerettet, erstaunlich gut erhalten und, natürlich, in Sütterlin geschrieben.

Buchstaben unter der Lupe

Annemarie Veckes durfte eine Kopie anfertigen und begann mit der Übertragung des Buches in einer einjährigen Arbeit. Täglich war sie damit beschäftigt, Seite für Seite, Wort für Wort zu transferieren. Oft musste sie dabei ein Vergrößerungsglas benutzen, weil die Schrift im Laufe der Jahre unleserlich geworden war. Auch der Sinn mancher Worte musste erst neu erschlossen werden.

Nun liegt das Werk in Normalschrift vor. Ein Exemplar der gebundenen Ausgabe ist im Historischen Klassenzimmer ausgestellt und einzusehen.

Für Interessierte ist in dem Werk ein Schatz von heimatgeschichtlichen Details zu entdecken. Die Chronik berichtet unter anderem über Zugehörigkeiten der Orte und Dörfer, gibt einen umfassenden Überblick über die Verhältnisse der Zeit im Zeitraum von über 60 Jahren und lässt auch die Schulsituation von Frelenberg und Umgebung lebendig werden.

Ein neues Projekt des Historischen Klassenzimmers ist bereits in Arbeit, wie Vorsitzender Rudolf Müller beschreibt. „Gegenwärtig arbeiten Mitglieder unseres Teams an der Übertragung von umfangreichen Feldpostbriefen einer Familie aus dem Saarland in den Jahren 1941/42.“

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