Radarfallen Blitzen Freisteller

Schulhof zu glatt: Kinder dürfen zu Hause bleiben

Von: Franz Windelen
Letzte Aktualisierung:

Übach-Palenberg. „Hitzefrei” im Sommer, na klar! Aber „Glättefrei” im Winter? Auch das gibt es in unseren Breiten. Am Mittwoch fiel für die 135 Jungen und Mädchen der Frelenberger Gemeinschaftsgrundschule der Unterricht komplett aus.

„Der Schulbetrieb musste geschlossen werden, da für Schüler, Lehrer und Eltern kein gefahrenloser Zugang zum Schulgebäude bestand”, begründet Rektorin Elisabeth Schaffrath das ungewöhnliche Schulfrei, das im Übrigen nicht für das Lehrerkollegium galt.

Per Elternbrief habe die Grundschule am Tag zuvor darüber informiert, dass - im Falle von Eisglätte - die Kinder zu Hause bleiben sollen. „Denn bereits am Montag und Dienstag war es zu witterungsbedingten Stürzen auf dem vereisten Schulhof gekommen, einige Personen mussten sich daraufhin sogar in ärztliche Behandlung begeben”, erklärt die Schulleiterin und verweist auf ihre Verantwortung, die sie für Sicherheit, Arbeits- und Gesundheitsschutz der Kinder, der Lehrer und der Eltern trage. „Ich habe diese Entscheidung getroffen, um Schlimmeres zu verhindern.”

Eis und Schnee sind vor allem auf dem Frelenberger Schulhof ein Problem. Elisabeth Schaffrath: „Nachdem der Vollzeit-Hausmeister in den Ruhestand gegangen ist, haben wir nur noch stundenweise einen Hausmeister. Das reicht aber nicht, um Schulhof und Zuweg immer ausreichend abzustreuen”, moniert die Schulleiterin.

Auf Unterstützung durch den städtischen Bauhof kann die Grundschule nach Angaben von Elisabeth Schaffrath nicht rechnen: „Nach Auskunft der Stadtverwaltung ist der Bauhof mit der Sicherung der winterlichen Straßen voll ausgelastet.” Bei allem Verständnis für die finanziellen und personellen Sorgen der Stadt Übach-Palenberg ist die Schulleiterin dennoch der Ansicht: „Als Schulträger steht die Stadt doch in einer besonderen Verantwortung.”

Helmut Mainz, der Leiter des Amtes für Schule, Sport und Wohnungswesen der Stadt Übach-Palenberg, unterstreicht die haushaltsrechtliche Notlage der Stadt und betont, dass vor dieser Kulisse eine befristete Stellenbesetzungssperre bestehe. „Ein Vollzeit-Hausmeister ist nicht machbar”, stellt er klar. Die brisante Schulwinter-Lage habe man auch mit der Aufsicht bei Kreis Heinsberg und Bezirksregierung erörtert und abgestimmt.

Die Schulhausmeister und ihre Vertreter, die ab sofort auch durch den Bauhof abgestellt werden, sollen nur die Wege zum Schulgebäude bzw. zu den Eingängen abstreuen. „Ressourcenbedingt ist es unmöglich, morgens um 7.30 Uhr die Schulhöfe großflächig von Eis und Schnee zu befreien”, erklärt Mainz.

Der von Schulleiterin Schaffrath angesprochenen Sorgfaltspflicht der Stadt komme selbige damit nach. „Glätteunfälle können nicht ausgeschlossen werden”, räumt Helmut Mainz ein und mahnt in diesem Zusammenhang „auch die Sorgfaltspflicht eines jeden Einzelnen” an, die sich etwa im Tragen von wintertauglichem Schuhwerk manifestiere.

In der Pause drin bleiben

Personal und Material des städtischen Bauhofes würden nach wie vor morgens zunächst im Straßenwinterdienst eingesetzt, hiernach können eventuell noch erforderliche Einsätze auf den Schulhöfen erfolgen. Helmut Mainz appelliert an die Schulleitungen, bei riskanter Eisglätte die Kinder im Schulgebäude pausen zu lassen.

Fazit: Beim Beseitigen von Eis und Schnee wird jede helfende Hand gebraucht. Daher freut es Amtsleiter Mainz ganz besonders, dass sich Eltern bereit erklärten, gegebenenfalls den Streudienst an den Schulen zu übernehmen - die Stadt stellt selbstverständlich das Streusalz.
Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert