Übach-Palenberg - Schüler lernen das harte Leben von Flüchtlingen zu verstehen

Schüler lernen das harte Leben von Flüchtlingen zu verstehen

Von: Markus Bienwald
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Lernen viel über das Leben der Flüchtlinge: Schüler der Gemeinschaftshauptschule Übach-Palenberg. Foto: mabie

Übach-Palenberg. Die kleine Tür ist schmal, niedrig und sie kennt nur eine Richtung: Ins Versteck. Genau wie der LKW, auf dessen Ladefläche zwischen Kanistern, Decken und Tieren ein paar Menschen versteckt haben. Verstecken, fliehen, flüchten und nie wissen, wo genau es hingeht und wo man hin darf. Das ist das Leben von Millionen Flüchtlingen, die sich täglich in Afrika hoffnungsvoll und verzweifelt zugleich auf den Weg in eine ungewisse Zukunft machen.

Wie sich die meist jungen Menschen fühlen, ließ sich nun beim dreitägigen Stop des so genannten „Flucht-Trucks“ der Missio in Übach-Palenberg am eigenen Leib erfahren. Dazu hatte die katholische Organisation einen Sattelschlepper so umgebaut, dass er nicht nur eine Flucht zum hautnahen Miterleben darstellte. „Man geht mit auf die Flucht“, erzählt Julian Brummelte, der die Schüler an der Gemeinschaftshauptschule mit auf die multimediale Reise im Truck nahm.

Der zeigte im Inneren beeindruckend real, wie es in einem afrikanischen Dorf, auf einem Flüchtlingslaster oder in einem Versteck aussieht. „Dazu gibt es verschiedene Avatare, künstliche Charaktere, in die die Schüler schlüpfen und sich in einer Art sehr realistischem Videospiel selbst auf die Flucht begeben können“, so Brummelte. Ausgangsort ist der Kongo, wo nicht nur Bürgerkrieg herrscht und die Menschen aus Furcht vor Ermordung, Verschleppung und Missbrauch fliehen, sondern auch das weltweit größte Vorkommen an Koltan, einem seltenen Metall für die Herstellung von Mobiltelefonen, abgebaut wird.

Eigentlich, so denken die Schüler, müsste das Land reich sein. Eigentlich müssten die Menschen dort in Frieden leben können. „Aber das ist nicht so, alle wollen immer nur weg“, sagt eine Schülerin. Sie zeigt sich ebenso wie ihre Klassenkameraden tief beeindruckt von den Erlebnissen, die sie auf ihrer „Flucht“ erlebten. Letztere dauerte zwar nur 15 Minuten, aber hinterließ trotzdem tiefe Spuren in den Blicken der jungen Übach-Palenberger. „Was würdet ihr mitnehmen?“, fragte Brummelte die Schüler. MP3-Player, Zeugnisse, was zu essen, etwas zu trinken und auch der Pass waren ein paar der Antworten. „Zeugnisse sind unglaublich wichtig“, erklärte Brummelte, „denn so können Flüchtlinge dem Teufelskreis aus Armut und schlecht bezahlten Hilfsjobs entkommen“.

Natürlich sind die Schicksale der Avatare nur fiktiv, „aber sie spiegeln tatsächliche Erlebnisse von Flüchtlingen wider“, weiß Brummelte. Nach jeder Führung ist er immer wieder überrascht, wie erstaunt und bewegt die Schüler sind. „Ihnen tut es leid, was mit den Flüchtlingen geschieht und sie fragen immer wieder, warum nicht mehr unternommen wird, um das zu verhindern“, weiß er.

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