Schokoladenfabrik: Gewerkschaft empfiehlt einen Betriebsrat

Von: mabie
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Ludger Bentlage (l.) von der Gewerkschaft Nahrung, Genuss, Gaststätten überreichte Mitarbeitern der Schokoladen- und Brotfabrik in Übach-Palenberg Informationsblätter zu einer Betriebsratswahl. Foto: Markus Bienwald

Übach-Palenberg. „Wir sind guter Dinge, dass sich ein Betriebsrat hier installieren lässt“, sagte Ludger Bentlage gestern vor dem Tor der Schokoladen- und Brotfabrik im Gewerbegebiet Holthausen. Bisher sei dort noch keine Institution dieser Art installiert worden, weshalb die zuständige Gewerkschaft Nahrung, Genuss, Gaststätten (NGG), die er vertritt, in einer bei der Betriebsleitung angemeldeten Aktion die Mitarbeiter am Standort per Flyer informierte.

Vor dem Werkstor wurden rund 90 Minuten lang Informationsblätter an die eintreffenden und abfahrenden Kollegen verteilt. Die Reaktionen auf die Aktion der Gewerkschaft waren überwiegend positiv, wie Bentlage auf Nachfrage bestätigte. „Das zeigt uns, dass die Einrichtung eines Betriebsrates durchaus gewollt ist“, interpretierte der Gewerkschafter.

„Ein Vorteil für beide Seiten“

Widerspruch oder gar offen geäußerte Ängste habe er nicht feststellen können. Für ihn ist die Gründung eines Betriebsrates gerade bei einem Betrieb dieser Größe - bis Ende 2014 werden hier voraussichtlich 400 Mitarbeiter beschäftigt sein – „ein Vorteil für beide Seiten“.

„In allen Betrieben, wo Menschen arbeiten, gibt es auch immer die Möglichkeit von Konflikten“, so Bentlage weiter, „da ist ein Betriebsrat immer eine hilfreiche Einrichtung“. Bei der Größe der in Holthausen angesiedelten Produktion gäbe es nach einer Gründung einen siebenköpfigen Betriebsrat. „Das ist letztlich nicht nur für die Arbeitnehmer, sondern auch für die Arbeitgeber sinnvoller“, so Bentlage.

Die Vorarbeit für eine mögliche Gründung hat sich einige Zeit hingezogen, was aber ein ganz normaler Vorgang sei. „Ein bis anderthalb Jahre sind als Vorlauf durchaus üblich“, so der erfahrene Arbeitnehmervertreter.

Versammlungen genehmigen

Im Gegensatz zur landläufigen Meinung ginge das bei größeren Betrieben sogar meist noch reibungsloser als bei kleinen, meist inhabergeführten Unternehmen, wie sie gerade im Wirkungsbereich der NGG häufig vorkommen. Von Seiten der Betriebsführung, die auch die in Kürze stattfindenden Versammlungen genehmigen müssen, gab es keinerlei Stellungnahme. Aber auch das sei normal und kein Grund zur Beunruhigung.

Für eine Gründung des Betriebsrates gibt es übrigens an Standorten, an denen eine solche Einrichtung noch nicht existiert, keine zeitliche Begrenzung bei den Wahlen. In allen Betrieben mit Rat laufen die Wahlen hingegen zwischen dem 1. März und dem 31. Mai ab, liegen also in einem laut Bentlage umsetzbaren Zeitraum für einen Betriebsrat, der auch in Holthausen existieren könnte.

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