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Schnitzkünstler Larsen jongliert mit Holz und Beitel

Von: Georg Schmitz
Letzte Aktualisierung:
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Unter der fachlichen Anleitung von Schnitzkünstler Gerhard Larsen (r.) darf der Geilenkirchener André Scheufens zu Beitel und Klöpfel greifen und den Pappelholzblick bearbeiten. Foto: Georg Schmitz

Geilenkirchen-Beeck. Die Besucher des Beecker Bauern- und Erzählkaffee sahen sich am Wochenende dem Schnitzkünstler Gerhard Larsen gegenüber. Der 75-Jährige vermittelte interessierten Menschen die hohe Kunst der Schnitzerei und dabei durften die Gäste sogar selbst Hand anlegen und ihre Kreativität unter Beweis stellen. Larsen wohnt in Dürwiss und beschäftigt sich seit 15 Jahren mit der Holzschnitzerei.

„Ich war damals in der Anästhesie im Krankenhaus tätig und hab mir so meine Gedanken gemacht, was ich im Ruhestand tun soll“, blickt er zurück. Da sei er aufs Schnitzen gekommen und habe Kurse besucht, unter anderem in Beek/NL und in Elblingenalb/Österreich.

Schnitzertradition

„Besonders in Österreich habe ich viel gelernt“, erzählt Gerhard Larsen, dort werde die Schnitzertradition hoch gehalten. Mittlerweile hat Larsen schon hunderte Kunstwerke geschaffen und lehrt nun anderen Menschen das Schnitzen.

Stolz ist er auch auf seine Restauration der Insignien von Kaiser Wilhelm im Konferenzraum des Aachener Rathauses. Seine kleinste Schnitzarbeit war ein Pilz von zweieinhalb Zentimeter Höhe, seine größte Skulptur misst 2,60 Meter.

„Die habe ich aus Zirbe-Kiefer geschnitzt, die nur an wenigen Stellen ab 1700 Meter Höhe wächst“, erklärt Larsen. Schnitzer ohne Erfahrung hätten da ihre Probleme, denn die Zirbe-Kiefer splittere sehr schnell. Überhaupt eigne sich Pappel- oder Lindenholz gut zum bearbeiten, denn es sei weich. „Nehmen Sie am besten kein hartes Holz wie Eiche oder Kirsche“, mahnt der Schnitzkünstler.

Besonders hart sei Walnuss, zeigt er auf eine Figur aus demselbigen Holz. „Hierbei wissen sie nie, was Ihnen beim Schnitzen begegnet“, weist Larsen auf die diffizile Struktur hin. André Scheufens probiert es einmal aus, greift zu Beitel und Klöpfel und legt los.

„Sie machen das gut, Sie stellen sich nicht ungeschickt an“, lobt Gerhard Larsen. Scheufens hat das Schnitzen allerdings schon mal zu Hause versucht und weiß, wie er den Beitel anzusetzen hat. Larsen hat einen Holzblock aus Pappelholz vorbereitet und Linien vorgezeichnet. „Die Proportionen müssen stimmen“, so Larsen.

Acht Bereiche

Damit alles so wird, wie er es sich in Gedanken vorstellt, unterteilt er die Skulptur in acht zu bearbeitende Bereiche. Bei kleinen Fehlern bestehe immer noch die Möglichkeit einer Korrektur. Larsen: „Da kann man noch jonglieren.“

Rund 50 verschieden große Werkzeuge hat Gerhard Larsen zur Hand, hauptsächlich sind diese Beitel und Klöpfel (Holzhämmer). André Scheufens schaut dem „Meister“ noch über die Schulter.

„Man lernt immer mehr dazu“, freut er sich über die Tipps des 75-Jährigen. Er findet es allerdings nicht nur interessant einmal zuzuschauen, sondern bemerkt, dass es tatsächlich ein gutes Hobby im Ruhestand sein kann.

Familie Rutte, die Inhaber des Erzählkaffees, ist ebenfalls begeistert und erfreut über die Resonanz von Seiten der Besucher auf die unterhaltsame Live-Vorführung. Nun denkt sie über weitere Events dieser Art nach.

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