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Schnelles Buch für unterwegs

Von: Christina Jansen
Letzte Aktualisierung:
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Eine Voraussetzung für das „elektronische Buch” kann der Internetzugang sein. Darüber lassen sich - wenn das System tatsächlich in Betrieb ist - die ungedruckten Werke lesen. Mit dem „Reader” gibt es weitere Nutzermöglichkeiten für die E-Books, hier erläutert von Antonia Zaharanski (l.), Büchereileiterin, und Kollegin Nadine Sadlowski. Foto: Georg Schmitz

Geilenkirchen. Der Begriff „E-Book” taucht in den Medien immer häufiger auf und nimmt dort einen wachsenden Stellenwert ein. Ein E-Book („elektronisches Buch”) versucht das Medium Buch in einer digitalen Form verfügbar zu machen.

Zurzeit werden immer mehr Bücher in digitaler Form angeboten. Mittlerweile gibt es auch E-Book-Reader („Leser”), die leicht und handlich sind. Sie ermöglichen sogar eine farbliche Darstellung. Die Kosten für einen solchen E-Book-Reader liegen bei etwa 200 bis 350 Euro.

Aufgrund der steigenden Auflage der E-Books stellt sich die Frage, ob es Folgen für die Stadtbücherei in Geilenkirchen haben wird und ob sie dieses neue Medium überhaupt einführen wird. „Im Moment bieten wir keine E-Books an”, sagt die Leiterin der Stadtbücherei Geilenkirchen, Antonia Zaharanski. Derzeit befände man sich zusammen mit anderen Bibliotheken der Region Aachen in einer Planungsphase, um gemeinsam in einem Verbund solche E-Books anbieten zu können. Im Jahr 2012 könne die Bücherei wahrscheinlich Landesmittel für dieses Projekt beantragen.

Nadine Sadlowski, stellvertretende Leiterin der Bibliothek, weiß, dass eine Kooperation mit anderen Stadtbüchereien - im Gespräch sind Aachen und Erkelenz - auch finanzielle Vorteile hat: „Eine Bücherei alleine kann die Anschaffungskosten und die Wartungen der Geräte nicht finanzieren. Außerdem muss für jedes angebotene E-Book eine Lizenz erworben werden. Diese kosten in den meisten Fällen genau soviel wie ein gedrucktes Buch.”

Je nach Anzahl der gekauften Lizenzen könnte dann das Buch in gleicher Stückzahl ausgeliehen werden. Das bedeutet, dass von einem Buchtitel mit nur eine Lizenz auch nur ein E-Book verliehen werden kann, also genau so wie bei normalen Büchern zur Ausleihe.

Der Erwerb von Lizenzen biete den Bibliotheken die Möglichkeit, ihren Lesern diese Medien gegen eine Jahresgebühr, aber im Weiteren gebührenfrei zur Verfügung zu stellen. Der Benutzer erhält dafür einen Medienausweis, mit welchem er Zugriff auf alle angebotenen E-Books der Stadtbüchereien Aachen, Geilenkirchen und Erkelenz haben könnte, wenn es zu diesem Verbund kommt. Dadurch würde auch das E-Book-Angebot größer.

„Wir werden dadurch einen neuen Leserkreis bekommen”, hofft Antonia Zaharanski. „Menschen, die keine Zeit haben, in die Bibliothek zu gehen oder die sehr viel unterwegs sind, wird in Zukunft der Gang in die Bücherei erspart bleiben, da das Ausleihen auch virtuell möglich ist und ein Erscheinen in der Bibliothek unnötig wäre”.

Nadine Sadlowski ergänzt, dass besonders „digital natives”, so deren Umschreibung für Jugendliche, mit diesem neuen Angebot angesprochen würden und dadurch die Bibliothek für diese Zielgruppe attraktiver werde. Da zunächst nur Fachliteratur als E-Book angeboten werde, sei dies besonders für Schüler und Studenten attraktiv. „Die Stadtbücherei Geilenkirchen betrachtet es als ihre Aufgabe”, so die Expertin, „ihren Lesern technisch aktuelle Medien zur Verfügung zu stellen.”

Löschen statt Mahnen

E-Books bieten für den Büchereinutzer darüber hinaus den Vorteil, dass Mahngebüren entfallen, da nach überschreiten der Frist das ausgeliehene E-Book bei dem derzeitigen Benutzer gelöscht wird. Die Leihfrist für ein E-Book, wird heute überlegt, könnte vermutlich bei drei bis vier Wochen liegen.

Seit längerem bietet sich die Möglichkeit an, E-Books im Internet auf verschiedenen Websites zu erwerben. Die Kosten hierfür liegen bei durchschnittlich zehn Euro pro E-Book. Außerdem können auf einem herkömmlichen „Reader” bis zu 200 Buchtitel gespeichert werden.

Bibliothek in der Tasche

Jeder kann also seine eigene Bibliothek in seiner Tasche haben, Bücher und somit auch Büchereien könnten in Zukunft überflüssig sein. „Obwohl das Medienangebot im Moment sehr groß ist und weiter ansteigen wird, hat unsere Bibliothek noch nie so viele Bücher verliehen wie zurzeit. Außerdem spielten Büchereien auch in der Vergangenheit beim Einführen neuer Medien immer eine wichtige Rolle”, weiß Antonia Zaharanski.

Bücher würden schon seit 1450 gedruckt, und sie hätten immer allen Medien standgehalten. „Außerdem tue ich mich schwer mit der Vorstellung, dass Kleinkinder an E-Books das Lesen lernen.” Viele Menschen, gerade ältere, legen immer noch viel Wert auf ein „richtiges”, gedrucktes Buch und ziehen es dem digitalen E-Book vor. In der nahen Zukunft wird sich wohl daran nichts ändern.
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