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Schlag ins Gesicht der Gillrather: Was wird aus der geplanten Turnhalle?

Von: Udo Stüßer
Letzte Aktualisierung:
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Der Ort Gillrath wächst, die Zahl der Grundschüler steigt. Was immer noch fehlt, ist die im Jahre 2010 beschlossene Turnhalle. Foto: Udo Stüßer

Geilenkirchen. „Das ist doch hier keine Zirkusveranstaltung“, kommentierte SPD-Fraktionschef Christoph Grundmann den Verlauf einer äußerst lebhaften Diskussion: In der Sitzung des Geilenkirchener Stadtrates ging es am Mittwochabend um den gemeinsamen Antrag der Fraktionen Geilenkirchen bewegen! und FDP, Bürgerliste und Für GK!, die den Bau der Turnhalle in Gillrath fordern.

Den Bau einer Turnhalle an der GGS Gillrath hat der Rat im Februar 2010 beschlossen. Da sich jedoch die finanzielle Situation der Stadt dermaßen verschlechtert hat, dass ein Haushaltssicherungskonzept erstellt werden musste, hat der Rat im April 2011 beschlossen, die geplante Errichtung dieser Turnhalle auszusetzen. Jetzt haben die drei Fraktionen beantragt, den Beschluss aus dem Jahre 2010 umzusetzen, weil sich die Stadt nicht mehr im Haushaltssicherungskonzept befinde und ihren vollen Handlungsspielraum zurückgewonnen habe.

Bedarf wurde festgestellt

„Über den Bedarf müssen wir gar nicht diskutieren, er ist damals schon festgestellt worden. Jetzt ist er noch größer geworden“, sagte Wilfried Kleinen, Fraktionschef von Geilenkirchen bewegen! und FDP. Anders sah es Christoph Grundmann: „Die Bedarfsanalyse ist mehr als sieben Jahre alt. Und wir möchten wissen, was auf uns zukommt.“ Diese Meinung vertrat auch CDU-Fraktionschef Max Weiler, der der Verwaltungsvorlage zustimmen wollte. Die Beschlussvorlage der Verwaltung sah vor, eine aktuelle Bedarfsanalyse und eine Kostenschätzung für den Bau einer Turnhalle zu erstellen, die dann in den Fachausschüssen vorberaten werden sollen. Es seien schließlich sieben Jahre ins Land gezogen. Außerdem müsse den Gillrathern klar sein, dass es sich um eine Sporthalle und nicht um eine Mehrzweckhalle handele.

„Es gibt einen Beschluss, der Bedarf ist festgestellt worden, die Schülerzahlen steigen seit Jahren, durch den Vereinssport ist der Bedarf gegeben“, untermauerte auch Christian Kravanja, Fraktionschef der Bürgerliste, den gemeinsamen Antrag. Gillrath sei ein ständig wachsendes Dorf, das Neubaugebiet sei bereits belegt, die Kinderzahl steige, fügte auch Gabi Kals-Deußen, Fraktionsvorsitzende Für GK!, hinzu.

Zu viele städtische Gebäude

Eine Ablehnung sei wie ein Schlag ins Gesicht der Gillrather, sagte Helmut Gerads von der Bürgerliste. Die Grünen und die Bürgerliste hätten den Bau der Halle bereits aus dem Konjunkturpaket 2 finanzieren wollen. Wer jetzt noch über den Bedarf diskutiere, führe den ganzen Ort Gillrath vor. Grünen-Fraktionschef Jürgen Benden: „Das hat die CDU damals abgelehnt, dann hat sie den Bau verzögert.

Das waren die gleichen Stadtverordneten, die jetzt in der Fraktion Geilenkirchen bewegen! sitzen und den Bau beantragen.“ Max Weiler betonte, weder CDU noch SPD seien gegen den Bau der Halle. Er sagte aber auch: „Wäre das Hallenbad nicht abgebrannt, wären wir noch tief in der Haushaltssicherung. Das muss jedem klar sein.“ Außerdem habe die Gemeindeprüfungsanstalt festgestellt, dass Geilenkirchen zu viele städtische Gebäude besitze.

Bürgermeister Georg Schmitz gab zu bedenken, dass die Stadt zwei neue Kindergärten baue. „Dann sollte man sich über solch ein Projekt, das zwischen 1,5 Millionen und zwei Millionen Euro kostet, Gedanken machen.“ Das sah auch Grundmann so: „Es ist wichtig, dass die Halle gebaut wird. Ich möchte aber wissen, was sie kostet.“ Auch Beigeordneter Herbert Brunen wies darauf hin, dass die Stadt laut Gemeindeprüfungsanstalt einen Raumüberhang habe.

„Wenn wir alle Flächen der Stadt betrachten, haben wir keinen Bedarf“, sagte er. Technischer Beigeordneter Markus Mönter fragte nach dem Aussehen der Halle: „Vielleicht brauchen wir nur eine Gymnastikhalle?“ Dazu stellte Rainer Jansen (Grüne) klar: „Im Jahre 2010 haben wir beschlossen, wie die Halle aussehen soll. Es gibt also einen klaren Beschluss, der nur zeitlich zurückgestellt worden ist. Deshalb interessiert uns auch der Verwaltungsvorschlag heute nicht.“

Während Gabi Kals-Deußen das Verhalten von SPD und CDU als „Taktiererei“ bezeichnete, wollte Lars Speuser (CDU) vor einer weiteren Beratung die Beschlüsse aus dem Jahr 2010 an die Stadtverordneten verteilt wissen. Dagegen sprach sich Benden aus: „Nur weil Ihr jungen Leute Eure Hausaufgaben nicht macht, will ich keine zeitliche Verzögerung. Ihr müsst doch nur ins Internet gehen. Liebe CDU und liebe SPD, sagt, was Ihr wollt und eiert hier nicht rum.“

Bei zwei Enthaltungen wurde der Antrag mit der Mehrheit von CDU und SPD abgelehnt. Einstimmig wurde anschließend der Beschlussvorschlag der Verwaltung angenommen: Bis zur nächsten Ratssitzung soll die Verwaltung eine aktuelle Bedarfsanalyse und eine Kostenschätzung für den Bau der Turnhalle Gillrath erstellen.

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