Schlaflied wirkt auch auf Erzieherinnen

Von: g.s.
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Ein fröhlicher Zug bewegte sich vom Kindergarten in Immendorf zum Schulhof, um dort anlass- und jahreszeitgemäß zu feiern. Foto: Georg Schmitz
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Jo mei – dös wird no wos. Bajuwarische Freude mit Ansätzen vom Schuhplattler schon im Kita-Lebensalter. Foto: Georg Schmitz

Geilenkirchen-Immendorf. Dirndl, Lederhosen und Schuhplattler wiesen auf ein Oktoberfest hin, aber diese Äußerlichkeiten waren eigentlich nur ein schmückendes Beiwerk. Ein gewichtiger Grund für das Zusammentreffen zahlreicher Kinder, Eltern, Großeltern und geladener Gäste auf dem Schulhof in Immendorf war vielmehr das 25-jährige Jubiläum der örtlichen Kindertagesstätte.

Unter Leitung von Ursula van den Borst kümmern sich hier heute zwölf Erzieherinnen um 88 Jungen und Mädchen, von denen 30 die Ganztagsbetreuung in Anspruch nehmen. Am Samstag galt es, das 25-Jährige gebührend zu feiern, und so zogen alle Kinder –musikalisch angeführt vom Trommler- und Pfeiferkorps Prummern – von der Kita zum Schulhof. Mittendrin die beiden Ponys Charly und Franka von der Familie Klein aus Immendorf.

Das Jubiläum war mit einem Oktoberfest verbunden. Deshalb präsentierten sich die Erzieherinnen in Dirndl, und auch die meisten Kinder hatten sich einen bayerischen Anstrich gegeben. „Wir feiern heute Geburtstag“ begrüßte Ursula van den Borst Kinder wie Gäste in der Turnhalle und ging auf die Historie der Kita ein.

In Trägerschaft der Pfarre St. Peter ist der Kindergarten am 1. September 1988 mit 50 Jungen und Mädchen in zwei Gruppen eröffnet worden. Im September 1994 hat die Einrichtung eine Erweiterung um eine dritte Gruppe erfahren. Am 1. Januar 2007 folgte die Übernahme der Kindertagesstätte durch die Stadt Geilenkirchen. Seit August 2007 wurden in Immendorf auch zweijährige Kinder aufgenommen, im August 2009 kam eine vierte Gruppe mit weiteren Zweijährigen hinzu.

Die Aufnahme der Jüngsten war eine große Herausforderung, schilderte die Leiterin. Wickeln, Schnullerkinder, ständige kleine ,Schatten‘ am Hosenbein und kleine Extra-Einlagen vor dem Schlafen mit individuellen „Gute-Nacht-Liedern“ seien seitdem an der Tagesordnung. „Bei der Mittagsschläfchen-Begleitung fiel die Erzieherin schon mal leichter in Schlaf als unsere Kleinsten“, blickte Ursula van den Borst schmunzelnd zurück.

Aber auch für die Eltern sei es eine Herausforderung, den Erzieherinnen ihre Lieblinge stundenweise zu überlassen. „Im Laufe der 25 Jahre besuchten rund 790 Kinder unsere Kita“, sagte die Kita-Leiterin nicht ohne Stolz. Dies zeige, wie sehr die Kindertagesstätte in Immendorf gebraucht werde.

Bürgermeister Thomas Fiedler gratulierte der Kita zu ihrem 25-jährigen Jubiläum und warf die Frage auf, was als früheste Kindheitserinnerung bei Menschen mittleren Alters haften bleibe. „Dann werden Sie vielfach etwas über Eindrücke oder Erlebnisse aus der Kindergartenzeit hören“, war sich der Ratsvorsitzende sicher. Es treibe ihm heute noch die Schamesröte ins Gesicht, wenn er daran denke, dass er sich als Dreijähriger einmal die Schuhe selber zubinden sollte, was ihm aber gründlich misslang.

Aber die ersten prägenden Eindrücke aus der Kindergartenzeit seien oftmals gleich: „Liebevolle Erzieherinnen, viel Platz zum Spielen und Toben, Anregungen zum Lernen und Entdecken, Licht und Luft, Farben und Geräusche, Lieder und Tänze, und all das, was Erziehungswissenschaftler unter dem Begriff „Erwerb der sozialen Kompetenz“ verstünden.

Pfarrer Norbert Kaluza gratulierte ebenfalls zum 25-Jährigen und verwies auf die Anfänge des Kindergartens in Trägerschaft der Kirche.

Nach lustigem Schuhplattlertanz und Geburtstagslied aus den Kehlen der Kinder ging die Feierstunde nahtlos in das Oktoberfest mit Spiel und Unterhaltung auf dem Schulhof über.

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