Rückblick: Die Störche so weiß, die Zahlen so schwarz

Von: Karl-Heinz Hamacher
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Bitterkalt: Alexander Laven vom Gangelter Bauhof sorgte Anfang des Jahres für freie Fahrt.
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Stilsicher: Das Ritterfest verbreitete in Gangelt wieder mittelalterliches Flair.
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Farbenfroh: Der Mitmach-Zirkus Regenbogen war ein Höhepunkt an der Nikolaus-Schule.
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Rasend schnell? Marco Westenberg von der Deutschen Glasfaser verspürte nicht nur Rückenwind.
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Ausgeglichen: Gangelt rutscht schuldenfrei ins neue Jahr. Das freut nicht nur Bürgermeister Bernhard Tholen (vorne).
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Die Pfarrkirche Heiligste Dreifaltigkeit (oben) feierte 100. Geburtstag, die Vintelner Kräuterweihe (unten, mit Weihbischof Karl Reger) den 25.
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Sonnige Aussichten? Die Voraussetzungen für ein weiteres erfolgreiches Jahr in Gangelt jedenfalls sind da. Alles weitere wird 2014 zeigen. Foto: Hamacher (9), Mönch (1)

Gangelt. Gangelt ist schuldenfrei. Das war die Meldung, die im August über die Gemeindegrenzen hinaus Schlagzeilen machte. 2004 gab es die letzte Neuverschuldung. Damals stiegen die Verbindlichkeiten auf 3,5 Millionen Euro. Seitdem wurde nur noch getilgt und dann die Null-Euro-Pro-Kopf-Verschuldung mit der Bevölkerung gefeiert.

Im März kam das gestohlene Betkreuz nach Birgden zurück an seinen angestammten Platz in der Kapelle an der Kreuzstraße. Bewegend war die Vorstellung des Buches „Warum“, in dem Karl Beumers von den Kriegsgeschehnissen im Ort und einem Teil der Geschichte rund um St. Urbanus berichtet.

LED statt Energiefresser

Lutz Vorbach beendete seine Vortragsreihe zu Gerhard Mercator und stellte zusammen mit Ralf Orths eine Karte des mittelalterlichen Gangelts vor. Leider scheint aus der geplanten Buchveröffentlichung dieser Vorträge, die die Gangelter Geschichte teilweise in ein realistischeres Licht rücken, nichts zu werden. Weite Teile der Gemeinde Gangelt sind mit LED-Straßenleuchten ausgestattet. Zumindest wurde aber alle energiefressende alte Technik ausgetauscht.

Das herrliche Sommerwetter bescherte dem Gangelter Freibad fast 60.000 Besucher. Allerdings gab es in deren Reihen auch Chaoten, die dafür sorgten, dass teilweise massive Sicherheitsmaßnahmen nötig waren, um den Badebetrieb aufrecht zu erhalten. „Westzieher“ haben im Sommer die Leute vom Naturschutzbund (Nabu) träumen lassen. Einige Weißstörche machten im Naturpark Station und besetzten die drei Nabu-Nisthilfen. Gebrütet hat aber keiner.

Am 18. Juli feierte Maria van den Eynden als älteste Gangelterin ihren 100. Geburtstag. 100 Jahre alt ist auch die Pfarrkirche Heiligste Dreifaltigkeit Stahe. Willi Geilenkirchen hat dazu einen wunderbare Chronik verfasst, deren Auflage schon fast vergriffen ist. Weihbischof Karl Reger war dabei, als in Vinteln die 25. Kräuterweihe gefeiert wurde. Die Glasfasereuphorie in Gangelt bekam im Mai einen deutlichen Dämpfer. Da kam heraus, dass zumindest beim Subunternehmer Roma Mitarbeiter zu einem menschenverachtenden Stundenlohn von 2,30 Euro beschäftigt wurden. Die Auftraggeber beteuerten, von nichts gewusst zu haben.

Mittelalterliches Flair

Mitte Oktober war es Thomas und Bettina Gerards in Gangelt vorbehalten, einen ersten erfolgreichen Test mit 105 Megabit zu absolvieren. Wenige Tage später hatten Interessierte die Möglichkeit, am Knotenpunkt am Bongert mit ihren Laptops den Test zu wiederholen. Martin Schulz, der Präsident des Europaparlamentes, machte Wahlkampf in Gangelt mit Norbert Spinrath (SPD). Das Ritterfest erlebt bei seiner vierten Auflage im September einen neuen Teilnehmerrekord. 40 Heerlager mit rund 700 Aktiven verbreiteten ein Wochenende lang Mittelalterflair im Burgstädtchen.

In Birgden beginnen am 2. Oktober die Arbeiten für den 1,2 Kilometer langen Zubringer zur K3 und damit zur B56. Im November wird bekannt, dass zu Beginn des neuen Jahres der Edeka-Markt in Birgden am Hoferweg schließen wird. Die Konkurrenz durch die beiden neuen Supermärkte im Dorf war zu groß. Auch der Pennymarkt in Gangelt wird schließen. Man streitet sich darüber, ob die Politik die Ansiedlung hätte verhindern können und sollen.

210 Kinder der Nikolaus-Schule Breberen hatten Spaß beim Mitmach-Zirkus Regenbogen. Eine Woche hatten sie geübt und ausprobiert, sich immer ein Stückchen weiter vorgewagt, um dann vor Eltern und Großeltern als Artisten aufzutreten. Bürgermeister Bernhard Tholen wird sich bei der Kommunalwahl am 25. Mai des kommenden Jahres auch wieder zu Wahl stellen, und nicht das Ende seiner Amtszeit im Oktober 2015 abwarten. Kostenersparnis auf der einen Seite, auf der anderen Seite wird es wohl kreisweit keinen Bürgermeister geben, der so fest im Sattel sitzt wie er.

1,4 Millionen Euro Überschuss

Zum Ende des Jahres diskutiert man darüber, ob die Hastenrather Straße zumindest als Einbahnstraße für den Verkehr freigegeben werden soll. Verdiente Mitbürger, die Nikolausgruppe aus Breberen und der Aktionskreis Nikolausmarkt Gangelt, werden mit dem Ehrenamtspreis der Gemeinde ausgezeichnet. Dass den Bürgern der 12.000-Einwohner-Gemeinde einige Steuern und Abgaben gesenkt werden und dazu 1,4 Millionen Euro Überschuss aus 2012 der Rücklage zugeführt werden können, schließt ein für die Gemeinde Gangelt positives Jahr ab.

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