Renaturierung: Ein neues Flussbett für die Wurm

Von: Manfred Hahn
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Die Wurm soll in ihr altes Flussbett zurück. Die Veränderungen sind unter rein ökologischen Geschichtspunkten geplant worden. Grafik: Ingenieurgesellschaft Dr. Ing. Nacken MBH

Geilenkirchen. Die Wurm auf der Strecke zwischen der Geilenkirchener Realschule und Burg Trips soll in absehbarer Zeit in einem neuen Bett fließen. Prof. Heribert Nacken vom Heinsberger Ingenieurbüro Nacken stellte diese Woche die Planung für die Verlegung des Flussbettes im Umwelt- und Bauausschuss vor. Dass die Renaturierungsmaßnahme zügig in Angriff genommen werden könne, läge daran, dass die benötigten Flächen sich weitgehend in städtischem Besitz befinden.

Von einer „Rolle rückwärts“ im Bereich des Wasserbaus sprach scherzhaft Prof. Nacken, denn ausgerechnet sein Vater hatte in den 70er Jahren die Regulierung der Wurm bearbeitet, den Fluss also in sein enges Bett gezwängt. „Das wurde damals bezuschusst, weil man damit neue landwirtschaftlich nutzbare Flächen schuf“, sagte Nacken, „heute gibt es wiederum Zuschüsse – aber diesmal, um die Landschaft ökologisch zu gestalten.“

Die Rückbaumaßnahme beginnt hinter den Tennisplätzen und endet vor der Brücke zur Burg Trips. Der derzeitige Wurmlauf auf dieser Länge wird ganz zugeschüttet und auf der linken Seite des Weges in Richtung Burg Trips entsteht ein neues Flussbett. Dieses wird mit seinen Windungen und Mäandern dem einstigen Wurmverlauf ähneln. Das neue Flussbett wird breiter und flacher, außerdem wird es an beiden Seiten einen Entwicklungskorridor geben, der Wassermengen aufnehmen kann und auf dem zurückbleibendes Wasser Feuchtbiotope schafft.

Sohlgleite verschwindet

Im Zuge dieser Maßnahme wird außerdem die Sohlgleite, der künstliche Wehr von Burg Trips aus in Richtung Süggerath, verschwinden. Das dient vor allem dazu, den Fluss wieder durchgängig nutzbar für Fische zu machen.

Das alles, betonte Nacken, seien Veränderungen unter rein ökologischen Gesichtspunkten und hätte nichts mit dem Hochwasserschutz zu tun. Wo einzelne Ortslagen oder landwirtschaftliche Gebäude von Hochwasser gefährdet sind, bleiben „dezentrale Maßnahmen“ erforderlich. Dass der Hochwasserschutz für Geilenkirchen bis etwa 2015 für ein „hundertjährliches Ereignis“ zugeschnitten wird, bestätigten in der Sitzung Sprecher des Wasserverbandes Eifel-Rur. Eine Schutzmaßnahme, die allerdings in Flussrichtung hinter dem Stadtzentrum liegt, wird mit höheren Mauern für das Gebiet zwischen dem Gymnasium St. Ursula und dem Krankenhaus, das eine Erweiterung plant, erfolgen.

Wenn Anfang 2014 das behördliche Verfahren abgeschlossen wäre und Zuschussanträge eingereicht seien, könne bei einer sehr optimistischen Schätzung bereits Mitte nächsten Jahres die Wurm im neuen Bett fließen. Die reinen Baumaßnahmen werden nicht mehr als zwei Monate dauern. Für die Stadt wird das überschaubare Kosten bringen. Zwar wurde noch nicht über deren Höhe gesprochen, doch bezuschusst das Land die gesamte Maßnahme mit 80 Prozent. Die verbleibenden 20 Prozent verteilen sich auf die Kommunen, die Mitglieder des Wasserverbandes Eifel-Rur sind.

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