Reklame an den Toren in den Griff kriegen

Von: Wilfried Rhein
Letzte Aktualisierung:
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Eine Werbefläche neben der anderen - und das im öffentlichen Verkehrsraum, haben Günther Dammers und Karl-Heinz Milthaler (v.l.) festgestellt. Allein hier am Kreisverkehr Martin-May-Straße, dem „Tor” zur Gemeinde Gangelt aus Richtung Süsterseel.

Gangelt. Da wird eingeladen zu Partys mit „Ü” oder „U”. In Neonfarben ist der Getränkepreis, hart unter der Eurogrenze, propagiert. Tipps zum „ab Fabrik-Verkauf” gibt es unaufgefordert, und dazu allerlei Hinweise auf den täglichen Bedarf oder was man wirklich nicht braucht. Das ist der Politik aufgefallen, und zwar unangenehm.

Gut, die Menschen sollen informiert sein. Aber muss das gerade im öffentlichen Verkehrsraum an den Plätzen stattfinden, an denen sich die Kommunen einladend zeigen möchten? „Das wilde Plakatieren nimmt überhand”, urteilen Günther Dammers und Karl-Heinz Milthaler (CDU). Die beiden Ratsherren im Gemeinderat schauen sich die Entwicklung seit langer Zeit an. „Jetzt sehen wir die Grenzen überschritten”, urteilt Karl-Heinz Milthaler, der Fraktionsvorsitzende.

Einheitliche Regelung

Für die „Eingangstore” Gangelts, darunter sehr attraktiv gestaltete Kreisverkehre, habe die Gemeinde viel investiert. Nun würden sie mehr und mehr „verschandelt”, sehen die Christdemokraten Anlass für offizielles Handeln über den Weg des förmlichen Antrags in den Gremien. Man möchte eine einheitliche Regelung, wenngleich nicht alle Aussteller über einen Kamm zu scheren seien, sagt Günther Dammers.

Großplakate werden hier und da schon mal abgebaut, haben sie ihren möglichen Zweck erfüllt. Aber die zahllosen kleinen Reklamepappen „bleiben vielfach hängen”, auch nach ihrem Verfallsdatum. Dann sieht man sie an den Kreiseln und manchen Ortsdurchfahrten: nass, verdreht, zerstückelt. So haben es die Christdemokraten gesehen und notiert. „An manchen Plätzen sind um die 15 Plakate aller Größen zu finden.” Die wären meist aus Vereinshand produziert, „aber dennoch bedarf Werbung im öffentlichen Verkehrsraum der behördlichen Genehmigung”, verweist Karl-Heinz Milthaler auf die Rechtslage.

Die Fraktion will für die Verwaltung eine Art Ideensammlung zusammenstellen. Stichworte sind Platz, Größe, Anzahl und auch Verweildauer der Plakate. Im Rathaus soll dann ein Beschlussentwurf formuliert werden, der nötigenfalls eine Sondernutzungs-Satzung beinhaltet.

„Selbst mit einer solchen Satzung kann man als Kommune auch großzügig verfahren”, betont Günther Dammers, „denn wir sind hier nicht auf Plakatgebühren aus.” Und Karl-Heinz Milthaler bleibt auch auf Seiten der Ortsvereine: „Es geht nicht darum, denen die Eigenwerbung für Veranstaltungen wegzunehmen.” Worauf der Fraktionssprecher aber Wert legt, ist „ein vernünftiges, erträgliches Maß”, da sich auch Ortsfremde am Plakatieren in Gangelt beteiligen.

Im Gemeinderat wollen sich die Politiker einigen, wie man mit dem Vorstoß dauerhaft erfolgreich sein kann. Ahndet man nur grobes Zuwiderhandeln? Wie sieht der Eigentumsvorbehalt aus, wenn der Bauhof die Reklame abreißt? Soll man permanente Verstöße gegen Ordnungswidrigkeiten-Geld aufwiegen? „Das ist gar nicht unser Ziel”, sagt Günther Dammers, „wir sind auch nicht auf Plakatgebühren aus.” Was die CDU aber noch anstoßen möchte, sagt Karl-Heinz Milthaler frei heraus: „Man sollte auch mal über die Inhalte der Plakate nachdenken.”
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