Gangelt-Kreuzrath - Reise durch Tansania: Beim Fußballspiel hat das Schicksal Pause

Reise durch Tansania: Beim Fußballspiel hat das Schicksal Pause

Von: Karl-Heinz Hamacher
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Gangelt-Kreuzrath. Die Welt blickt derzeit nach Afrika - und viele sehen nur den Fußball und hören Vuvuzelas. Johannes Heinrichs, Chef der Heinrichs-Gruppe aus Kreuzrath, war jetzt in Tansania und hat auch dort Fußball spielende Kinder gesehen.

Die hatte aber neben dem Spaß am Spiel ein verbindendes Schicksal. Alle sind sie Waisen, alle sind sie HIV-positiv. Auf der einen Seite sei er erschüttert gewesen, über das, was er vor Ort gesehen habe, zum andern sehr beeindruckt davon, „welche Lebensfreude trotz des großen Elendes” dort anzutreffen ist, schildert Johannes Heinrichs seine Eindrücke. Rund 50 Kinder leben in dem Waisenhaus in der katholischen Erzdiözese von Arusha, und es fehlt an allem. Man hat damit begonnen ein Haus zu bauen, und dieses Projekt war eines von dreien, die sich Johannes Heinrichs angesehen hat.

Durch den persönlichen Kontakt zu Friederike Eversheim, der Autorin des Buches „African Heroes”, ist Johannes Heinrichs auf deren Arbeit in Afrika aufmerksam geworden. Er hatte für ein Eversheim-Projekt gespendet und sich dann zu weiteren Engagement überreden lassen. „Allerdings ist es mir wichtig, dass das Geld vor Ort zu 100 Prozent in das Projekt fließt”, so der Unternehmer, der sich regelmäßig vor Ort über den Stand der Dinge informieren möchte. „Ich will um Vertrauen werben und mich persönlich für die ordnungsgemäße Verwendung der Spenden verbürgen!”

40.000 Euro hat Johannes Heinrichs sofort für die Fertigstellung des Gebäudes zugesagt. 200000 Euro braucht er, um diese Station voll funktionstüchtig machen zu lassen. „200.000 Euro für 50 Kinder, das macht 4000 Euro pro Kind”, rechnet der Geschäftsführende Gesellschafter der Heinrichs-Gruppe vor. „Das muss uns doch wohl ein Kind wert sein!”

Mit „uns” meint er die Menschen, die er mit ins Boot holen will. „Leute, die im Leben und Geschäft erfolgreich sind, müssen sich einfach sozial engagieren”, fordert er Interessenten auf, sich beim ihm zu melden und sein Hilfsprojekt zu unterstützen. Der zweifache Familienvater ist sich im Klaren darüber, dass die Arbeit in Tansania natürlich nur der berühmte Tropfen auf den heißen Stein ist. Zu groß sind Elend und Not im Land wie in ganz Afrika. „Aber den 50 Kindern, denen wir dort Hilfe leisten, wird der Weg in eine bessere Zukunft geebnet.”

Denn das Haus mit 50 bis 60 Betten, das als Heim und Schule dienen soll, wird natürlich auch ein Anlaufpunkt für die vielen Menschen sein, die dort in der Umgebung, meist in den Bergen, leben. Bei seiner Rundreise hat Johannes Heinrichs einige solcher Projekte gesehen, die privat finanziert wurden und nun von einer Einrichtung namens AAIDRO - eine kirchliche Hilfs- und Entwicklungsorganisation - geführt und betreut werden. Das ist auch sein Ziel.

Die Masse der neuen Eindrücke sei nur schwer zu verarbeiten gewesen, erzählt Johannes Heinrichs von seiner 14-tägigen Tour durch die Region. Vieles rund um die Lebenssituation der Menschen könne man sich hier gar nicht vorstellen. Erschüttert habe er gesehen, wie ein sechs- und neunjähriges Geschwisterpaar als Waisen in der Hütte ihrer Eltern vor sich hin vegetierten.

Zusammen mit Buchautorin Friederike Eversheim will Johannes Heinrichs in nächster Zeit bei verschiedenen Veranstaltungen die Gelegenheit nutzen, für das Projekt zu werben.
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