Geilenkirchen - Raumfrage: Stadt zieht mit Vereinen an einem Strang

Raumfrage: Stadt zieht mit Vereinen an einem Strang

Von: Georg Schmitz
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Reges Interesse: Zahlreiche Vereinsvertreter waren zum Termin in der Anita-Lichtenstein-Gesamtschule erschienen. Foto: Georg Schmitz
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Im Bild: Markus Mönter, Herbert Brunen und Thomas Fiedler (von links).

Geilenkirchen. Heulen und Wehklagen blieben aus, es ging erstaunlich harmonisch zu bei der Anhörung in der Mensa der Anita-Lichtenstein-Gesamtschule. Der Zuhörer hätte denken können, es herrsche totale Übereinstimmung zwischen den Vereinen und der Stadt Geilenkirchen als Träger des öffentlichen Raumangebotes. Im Auftrag des Rates hatte Bürgermeister Thomas Fiedler die in Bauchem tätigen Vereine eingeladen, um den Bedarf an Vereinsräumlichkeiten zu ermitteln.

„Uns war spätestens nach dem Hallenbadbrand im April klar, dass es Bedarf an Räumen in Bauchem gibt“, sagte Fiedler. Nachdem mit dem Hallenbadrestaurant und dem dortigen Versammlungsraum die Treffpunkte den Flammen zum Raub gefallen waren, hatten Vorstände und Mitglieder moniert, dass sie ihre Vereinstätigkeiten nur noch eingeschränkt ausüben könnten. Es mangele an Probe- und Versammlungsräumen.

Thomas Fiedler standen während der Bedarfsanalyse mit dem ersten Beigeordneten Herbert Brunen, dem technischen Beigeordneten Markus Mönter, dem Kulturamtsleiter Gort Houben und dem für Gebäudemanager Andreas Eickhoff kompetente Berater zur Seite. Die städtische Mannschaft hatte sich gut vorbereitet und anhand eines Powerpoint-Vortrages die für Vereine nutzbaren Räumlichkeiten aufgezeigt.

Eventuell Raum in KGS frei

„Welcher Verein ist derzeit wo untergebracht?“, lautete zunächst die Frage, welche Fiedler direkt beantworten konnte. St. Josef Schützen, Philatelistenverein, Budo-Sport-Club, SSB Big Band und Schachverein stünden Räume in der Gesamtschule, Trommler- und Pfeiferkorps, VHS und dem Tamilischen Verein in der GGS Geilenkirchen zur Verfügung. Der FC Germania Bauchem sei derzeit in Containern neben dem Sportplatz untergebracht, Brieftaubenverein und die IG Bauchem in der Josefshütte. Bei der Bestandsaufnahme stellte Fiedler fest, dass Gesamtschule und GGS voll belegt sind und nur in der KGS eventuell ein Raum frei sei.

Johannes Henßen vertrat an diesem Abend die unter dem Dach des Fördervereins tätigen Gruppierungen und verwies auf den bevorstehenden Abriss von Pfarrzentrum und Josefshütte. Für die Schützen ergebe sich danach das Problem, dass sie keinen Veranstaltungsort für ihre Kirmesfeierlichkeiten und Vogelschüsse mehr hätten. Auch der Taubenverein stünde dann ohne Vereinsräume da. Das Trommler- und Pfeiferkorps wurde aus Gründen des Brandschutzes erst vor wenigen Monaten aus seinen Räumen im Wasserturm verbannt.

Vorsitzender Herbert Haselör wies darauf hin, dass die derzeitige Unterbringung in den Kellerräumen der GGS nicht zumutbar sei, weil diese feucht und damit ungeeignet für das für Instrumente wichtige trockene Umgebungsklima seien. Jürgen Peters konnte sich einen Raumtausch vorstellen. Beispielsweise könne die SSB Big Band ihr Domizil in die KGS verlegen und das Trommler- und Pfeiferkorps deren Räume in der Gesamtschule übernehmen.

Aus der Reihe der anwesenden Ratsvertreter warf Jürgen Benden (Grüne) ein, dass die Unterbringung der Germanen in Containern keine Dauerlösung sei. Um so erstaunlicher war die Antwort von Germania-Sprecher Markus Diederen auf eine Frage von Fiedler, wie der Verein zu den Containern stehe. „Wir können mit dieser Situation leben“, so Markus Diederen.

Als Fazit stellte der Bürgermeister fest, dass derzeit kein Verein auf der Straße steht. „Alle sind in irgendeiner Weise untergebracht“, so Fiedler, der dann die Frage nach der Perspektive stellte. Er kam nach weiteren Anregungen aus der Versammlung zu dem Entschluss, dass ein Treffpunkt für alle Vereine, wie damals im Hallenbad fehle. „Macht es Sinn, eine Räumlichkeit zu suchen, wo die Stadt Material für den Umbau stellt, die Gewerke aber von den Vereinen geleistet werden?“, fragte er in die Runde.

Die Frage wurde von allen Seiten bejaht und die Vereine zeigten sich bereit, Eigenleistung einzubringen. Johannes Henßen fand es sinnvoll, im Zusammenhang mit dem Schwimmbad-Neubau diese Idee umzusetzen. Die Anwesenden konnten sich einen Anbau an das zu errichtende neue Hallenbad oder auch ein baulich voneinander getrenntes Projekt vorstellen. Die kommende Vereinsstätte könne wie früher im Hallenbad von den Vereinen betrieben werden. Käme die Idee zum Tragen, sei man von Seiten der Vereine auch bereit, auf einen geplanten Multifunktionsraum unter dem Dach des Schwimmbades zu verzichten.

Mit dieser Zusage konnte sich Thomas Fiedler sehr schnell anfreunden. Von Seiten der Stadt werde nun die Machbarkeit einer Vereinsstätte ausgelotet.

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