Radler ohne Rücksicht: Ältere fürchten Gang durch die Stadt

Von: Udo Stüßer
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Sie sorgen für Furcht bei älteren Menschen: Radfahrer auf dem Bürgersteig. Foto: stock/eventfotografen. de

Geilenkirchen. Viele Geilenkirchener Senioren haben Angst. Aus Furcht vor Radfahrern trauen sie sich nicht mehr in die Innenstadt. „Immer wieder müssen wir feststellen, dass Radfahrer den Bürgersteig nutzen“, beklagt Nicole Abels-Schell, die als Gemeindesozialarbeiterin der Caritas den „Runden Tisch Altenarbeit für Geilenkirchen“ leitet.

„Ältere Menschen sind in ihrer Sinneswahrnehmung eingeschränkt, und sie können nicht mal schnell auf die Seite springen, wenn ein Radfahrer angebraust kommt“, sagt sie. Besonders ältere Menschen mit künstlichen Gelenken fürchten den Gang durch die Stadt. Von einem Sturz würden sie sich nicht so schnell erholen.

„Für eine Autofahrt ist alles vorgeschrieben, das geht bis hin zur Warnweste. High-Tech-Räder haben heute alles, nur keine Klingel“, kritisiert Manfred Kaminski, einer der Senioren, die am Runden Tisch teilnehmen. „Wenn man einen Radfahrer auf dem Bürgersteig anspricht und erklärt, dass er auf die Straße gehört, bekommt man nur dumme Antworten“, hat Renate Schlegel festgestellt.

Dem stimmt auch Marianne Horn zu: „Dann hört man Sprüche wie ‚Oma, halt den Mund‘“, schildert sie ihre Erfahrungen. „Wir wollen nicht mit erhobenem Zeigefinger drohen, sondern Verständnis für ältere Menschen wecken. Alte Menschen sind nicht so flott“, sagt Abels-Schell. Manfred Kaminski fordert derweil mehr Kontrollen in der Stadt. Jugend- und Sozialamtsleiter Wilfried Schulz betont am Runden Tisch, dass die Polizei für den fließenden Verkehr, das Geilenkirchener Ordnungsamt nur für den ruhenden Verkehr zuständig ist. „Der Polizei haben wir unser Anliegen bereits vorgetragen.

Uns wurde gesagt, dass man zu wenig Personal habe“, erklärt Kaminski. Wie Karl-Heinz Frenken, Sprecher der Kreispolizei, erklärt, seien in Geilenkirchen wie in anderen Städten hin und wieder entsprechende Verstöße festgestellt worden. Dabei seien Kinder, Jugendliche, Erwachsene und auch Senioren angetroffen worden, Verstöße würden geahndet. Frenken bittet nun: „Wenn es Bereiche gibt, wo diese Verstöße vermehrt beobachtet werden, so sollen diese bitte der Polizei mitgeteilt werden.“ Entsprechend könnten dann diese Radfahrer gezielt angesprochen und verwarnt werden.

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