Geilenkirchen - Qualität des Unterrichts messbar: 2300 Schüler und 120 Lehrer befragt

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Qualität des Unterrichts messbar: 2300 Schüler und 120 Lehrer befragt

Von: Udo Stüßer
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42 Fragen beantworteten über
42 Fragen beantworteten über 2300 Schüler und 120 Lehrer am Computer, die anschließend ausgewertet wurden. Die Qualität des Unterrichts soll nun überprüfbar sein. Foto: imago

Geilenkirchen. „Wir wollen uns beim Lehren und Lernen, in Bildung und Ausbildung ständig verbessern.” Damit dieser Grundsatz nachhaltig vorangetrieben werden kann, hat das Berufskolleg Ernährung - Sozialwesen - Technik des Kreises Heinsberg in Geilenkirchen vor zwei Jahren das schulinterne Entwicklungsprojekt „SEQuA” ins Leben gerufen.

Hinter dem Logo „SEQuA” verbirgt sich die „Schulentwicklung nach der Qualitätsanalyse” und ist Grundlage für zukünftigen, bedarfsgerechten Unterricht. Unter Beteiligung der mehr als 2300 Schüler und 123 Lehrer wurden Kriterien guten Unterrichts erarbeitet, die eine Weiterentwicklung der gesamten Schule möglich machen. Einzelne Bildungsgänge des Kollegs entwickelten schüleraktivierende Unterrichtsformen, während andere eine Bestandsaufnahme der Unterrichtswirklichkeit initiierten.

Alle Schüler und Lehrer wurden zu Unterrichtseindrücken und zu ihrem Bild von gutem Unterricht befragt. Die aus zehn Lehrern bestehende SEQuA-Steuergruppe hat einen 42 Fragen umfassenden Katalog entworfen. Da jeder Schüler jeden ihn unterrichtenden Lehrer bewerten sollte, wurden insgesamt 9000 Befragungen vorgenommen und ausgewertet. Vor der Abschlussveranstaltung des zweijährigen Prozesses erinnerte am Mittwoch Dietmar Ernst, Lehrer am Berufskolleg und Mitglied der Steuerungsgruppe, an die Anfänge: Ausschlaggebend war die Qualitätsanalyse des Landes NRW. „Diese Analyse ist vor zwei Jahren für unsere Schule sehr erfreulich ausgefallen.

Wir wollten aber gemeinsam mit den Schülern auf Grundlage einer Datenbasis den Unterricht weiter entwickeln”, erklärte Ernst, der das Ergebnis einen „Meilenstein” nannte. „Aber die Entwicklung wird weitergehen”, versicherte er. Dem stimmte auch Schulleiter Rolf-Dieter Crott zu. „Wichtig ist die Nachhaltigkeit, Deshalb sind wir immer in Bewegung”, betonte er. Und sein Stellvertreter, Wolfgang Linder, freute sich: „Das gute Ergebnis der Qualitätsanalyse wurde jetzt bestätigt und wird weiterentwickelt.”

Die im Februar 2010 mit der zuständigen Bezirksregierung in Köln unterzeichnete Zielvereinbarung ruhte auf vier Säulen. Kernpunkte waren „Schüleraktivierende Unterrichtsphasen”, „Bestandsaufnahme Unterrichtsentwicklung”, „Professionalität der Lehrkräfte: Wissensmanagement” und „Unterrichtsentwicklung im Schulprogramm”.

„Kooperatives Lernen und Freiarbeit sollten vermehrt eingesetzt werden, um Schüler zu aktivieren”, nannte Dietmar Ernst eine Konsequenz der Befragung, mit der unter anderem das Erleben der Unterrichtswirklichkeit und das persönliche Bild von gutem Unterricht ermittelt werden sollten. Nun ist die Qualität des Unterrichts messbar.

Die Bildungsgangkoordinatorinnen Gertrud Dreßen und Christiane van Betteray haben so „einige Baustellen” festgestellt. „Oft fehlt die Disziplin im Unterricht. Wir mussten noch einmal ganz neu die Verhaltensregeln festlegen”, berichtete van Betteray: Essen und Trinken im Klassenraum werden vermieden.Während des Unterrichts werden keine privaten elektronischen Medien genutzt. Und: Alle Schulbücher, Arbeitsmaterialien und Hausaufgaben sind immer mitzubringen. Was für Berufsschüler eigentlich selbstverständlich sein sollte, wurde nochmals schriftlich festgelegt. Normale Umgangsformen bis hin zum höflichen Umgangston wurden niedergeschrieben. Da ging es aber auch um das gepflegte Erscheinungsbild einer Verkäuferin.

Die Befragung wurde übrigens auch in der Justizvollzugsanstalt Heinsberg vorgenommen, wo Lehrer des Berufskollegs junge Häftlinge unterrichten. „Mit 18 Laptops sind wir nach Heinsberg gefahren. Zuvor brauchten wir aber die Zustimmuntg des Justizministeriums, und die Laptops wurden gründlich überprüft”, berichtete Schulleiter Crott.
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