Geilenkirchen/Quimperlé - Praktikum in Geilenkirchen: Vor Studienstart ins Kulturamt

Praktikum in Geilenkirchen: Vor Studienstart ins Kulturamt

Von: Georg Schmitz
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Maurine Hemon aus der Geilenki
Maurine Hemon aus der Geilenkirchener Partnerstadt Quimperlé ist im Kulturamt eine große Hilfe. Foto: Georg Schmitz

Geilenkirchen/Quimperlé. „Ich habe sie bisher als eine liebenswerte, hilfsbereite Praktikantin kennengelernt”, lobt Roswitha Beckers vom Kulturamt der Stadt Geilenkirchen die junge Dame, die ihr gegenübersitzt.

Gemeint ist Maurine Hemon, eine junge Französin aus Quimperlé, die seit dem 19. Mai für vier Monate das Team des Kultur- und Sportamtes im Rathaus bereichert.

„Die Menschen hier sind freundlich, und auch meine Kollegen sind in Ordnung”, gibt die 20-jährige Bretonin das Kompliment von Beckers zurück. Die Kontakte zur Geilenkirchener Verwaltung haben Karin Goenvic und Klaus Striebinger als Vertreter der Partnerschaftsvereine auf französischer wie deutscher Seite vermittelt, nachdem Maurine gezielt nach einem Praktikum im Kulturbereich gesucht hatte.

Die zierliche, gerade einmal 1,58 Meter große Frau aus der Bretagne tritt im Oktober ein Studium der europäischen und internationalen Beziehungen an der Universität Regensburg an. Maurine Hemon wählte den Fachbereich „deutsch-französische Beziehungen”, und dafür sind Grundkenntnisse der deutschen Sprache erforderlich. „Bevor ich das Studium antrete, ist es für mich wichtig, die deutsche Sprache zu verbessern”, sagt Maurine. Nicht zuletzt deshalb habe sie sich zu dem viermonatigen Praktikum in Geilenkirchen entschlossen.

Für den Bachelor müsste sie eigentlich drei Jahre studieren, doch aufgrund ihres guten Abiturs hat sie die Voraussetzungen für ein auf zwei Jahre verkürztes Studium geschaffen. Mit einem Bus, der vom deutsch-französischen Zentrum angeboten wird, erreichte Maurine Hemon im Mai aus der Bretagne kommend den Grenzübergang Lichtenbusch, wo sie von Klaus Striebinger abgeholt und zu ihrer Gastfamilie nach Niederbusch gebracht wurde. Dabei erhielt sie einen ersten Eindruck von den landschaftlichen Gegebenheiten im äußersten Westen der Bundesrepublik.

Zu Hause in Frankreich wuchs die Tochter von Dominique und Jean-Claude Hemon mit zwei älteren Schwestern in typisch bretonischer Gegend auf. Die Eltern werden Maurine übrigens Anfang August in Geilenkirchen besuchen, auch sie sind dann zum ersten Mal in Quimperlés Partnerstadt. Wenn es nicht gerade regnet, fährt die 20-Jährige täglich mit dem Fahrrad von Niederbusch nach Geilenkirchen, ansonsten wird sie auch mit dem Auto gebracht.

Viel Arbeit im Rathaus

Im Rathaus erwartet die junge Dame kurz nach 8 Uhr viel Arbeit, und laut Roswitha Beckers war Maurine bisher eine große Hilfe. So half sie bei der Ausgestaltung des Programmablaufes aus Anlass des Besuches der Delegationen aus Quimperlé inklusive der Musikgruppe Bagad und übersetzte das Französische ins Deutsche.

Sowohl beim Handwerkermarkt als auch beim Niederrheinischen Radwandertag unterstützte sie ihre Kolleginnen im Infostand. Maurine recherchierte für das Kulturprogramm im Internet, verteilte Plakate und Flyer in der Stadt, archivierte schriftliches Material und holte mit Umfragen die Meinungen von Bürgern zu verschiedenen Veranstaltungen ein. Zwei Tage schaute sich die Bretonin beim Bauhof der Stadt Geilenkirchen und zwei Tage in der Anita-Lichtenstein-Gesamtschule um.

„Hier in Deutschland findet offensichtlich ein stärkerer Dialog zwischen Lehrern und Schülern statt”, stellte sie einen Unterschied zu einer französischen Schule fest. In den nächsten Tagen lernt die 20-Jährige auch aktuelle deutsche Literatur in der Stadtbücherei kennen. Im Rückblick auf die ersten zwei Monate empfindet sie die Menschen im Kreis als hilfsbereit.

„Essen” spielt bei den Franzosen eine wichtige Rolle, sind sie es doch gewohnt, sich ausgiebig über mehrere Stunden den kulinarischen Genüssen zu widmen. So können sich Franzosen nicht immer mit deutschen Essgewohnheiten anfreunden, doch das ist bei Maurine Hemon ganz anders. „Ich liebe deutsches Brot, zum Beispiel Vollkornbrot und Körnerbrötchen”, sagt Maurine begeistert. Und Roswitha Beckers schiebt scherzhaft hinterher: „Deshalb will sie auch einen deutschen Bäcker heiraten.”
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