Prächtige Bilder durch Glanz des Textils

Von: Georg Schmitz
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Rita Gehlen-Marx, Erika Giegla
Rita Gehlen-Marx, Erika Giegla und Eva-Stefanie Mosburger-Dalz (v.l.) stellen ihre Werke im Schloss Zweibrüggen aus. Foto: Georg Schmitz

Übach-Palenberg. Unter dem Titel „3 Pole” stellen bis zum 17. Juni drei Mitglieder des Künstlerforums Schloss Zweibrüggen ihre Werke aus. Schon bei der Vernissage konnten sich über 50 Besucher im Schloss einen Eindruck von den unterschiedlichen künstlerischen Ambitionen der drei Frauen machen.

„Es gibt drei völlig gegensätzliche Richtungen”, betonte Eva-Stefanie Mosburger-Dalz bei der Einführung in die Ausstellung. Der Titel „3 Pole” erkläre sich, wenn man die Gegensätzlichkeit der hier vertretenen Bildstrategien betrachte.

Erika Giegla vertrete den Pol, den man als malerisch-konstruktiv bezeichnen möchte, während die Werke von Rita Gehlen-Marx als organisch-intuitiv mit surrealistischen Elementen zu begreifen wären. „Ich selber vertrete einen Pol, den ich als assoziativ-symbolisch ansehe”, bezeichnete Mosburger-Dalz ihr Schaffen.

Spannungsreiche Flächen

Sonderschullehrerin Erika Giegla beschäftige sich seit 1994 mit Malerei, speziell mit Acrylmalerei und Mischtechniken. Gieglas Vorbilder seien anfangs Maler der klassischen Moderne, insbesondere Vertreter des Konstruktivismus wie Klee und Mondrian gewesen. „Die Arbeiten, die sie heute zeigt, haben zwar konstruktiven Charakter, gleichzeitig aber zeugen sie von intuitivem Malen”, beschrieb die Laudatorin die Künstlerin Erika Giegla. Die Geilenkirchenerin schaffe aufgelöste Kanten sich überlagernder spannungsreicher Flächen, sie setze großzügige Flächen mit Kleinteiligkeit in Kontrast.

Mosburger-Dalz: „Meist wird eine Farbfamilie ausgelotet und zu einem Ensemble von Formen verdichtet, das durch kleine komplementärfarbige Einwürfe in Schwingung versetzt wird.” Die zweite ausstellende Künstlerin hob Mosburger-Dalz als international anerkannt hervor, die nicht nur male, sondern auch Stoffe, Wandbehänge, tragbare Unikate und Objekte schaffe. Rita Gehlen-Marx sei Mitglied im European Textile Network und eine der wenigen Mitglieder des „Kunstverein Seide” e.V.

Sie habe die so genannte Handbrushtechnik entwickelt, die sie seit vielen Jahren als Dozentin an ihre Schüler weitergebe. Vor vier Jahren habe Gehlen-Marx den Kunstpreis des European Textile Network gewonnen, Arbeiten von ihr seien mehrfach in Fachzeitschriften international abgedruckt worden. Mit dem „Creativkreis international” habe Rita Gehlen-Marx ihre Werke in vielen Ländern Europas und sogar in St. Petersburg und New York ausgestellt.

Das Trägermaterial für ihre Malerei sei Seide und Wolle, die sie mit eingetrockneten Reaktivfarben betupfe. „Das ergibt eine absolute Farbtiefe und ermöglicht feinste und weichste Übergänge”, so Eva-Stefanie Mosburger-Dalz. Aufgrund des reichen und tiefen Kolorits und der organischen Formen besäßen die Werke von Gehlen-Marx fantastisch surrealen Charakter, Farbtiefe und Brillanz.

Reduzierte Farbpalette

Der Glanz des Textils verleihe den Bildern Prächtigkeit. „Meine Kunst ist nicht prächtig und auch nicht konstruktiv”, bezeichnete Eva-Stefanie Mosburger-Dalz ihre Werke. Sie verwende Reste, Papiere, Hinterlassenschaften, arme Materialien und eine reduzierte Farbpalette, um stille, assoziative Bilder und Arrangements zu schaffen. Textile Flickwerke, Papierobjekte, Bilder, Collagen, Zeichnungen und Arrangements von Kleinskulpturen kreisen um Themen wie Biografie, Persönlichkeit oder den Platz des Einzelnen in einer Gemeinschaft.

Ein Beispiel: „Papiermasken von Schafsköpfen tragen Auszüge aus Psalm 21. Die Arbeiten verweisen auf unsere Abhängigkeit von sozialer Geborgenheit.” Daneben sollten die Arbeiten von der Sinnlichkeit und der Schönheit des Materials erzählen. Begleitet wurde die Ausstellungseröffnung vom Quartett „Danza das Materias”, das mit seiner sanften Musik im Hintergrund einen positiven Einfluss auf die Fantasie auch während der Betrachtung der Werke auslöste.

Bei seiner kurzen Begrüßung hatte Vorstandsmitglied Günther Thiel eingangs an die kürzlich verstorbene Künstlerin Marlies Seeliger-Crumbiegel erinnert und zu einer Gedenkminute aufgerufen. Bürgermeister Wolfgang Jungnitsch hatte für die drei Künstlerinnen eine Flasche Wein nebst „echter” Übach-Palenberger Schokolade mitgebracht. Sein Dank galt der Kreissparkassen-Stiftung, bei der Vernissage vertreten durch Dr. Richard Nouvertné. Durch deren Unterstützung komme Kultur auch in Zeiten einer schlechten Haushaltslage in der Stadt nicht zu kurz.
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