Geilenkirchen - Podiumsdiskussion über ein Soziokulturelles Zentrum

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Podiumsdiskussion über ein Soziokulturelles Zentrum

Von: Georg Schmitz
Letzte Aktualisierung:
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Jürgen Benden, Wilfried Hammers und Jörg Seigies (v.l.) standen bei der Podiumsdiskussion zum Thema Soziokulturelles Zentrum für Geilenkirchen Rede und Antwort. Foto: Georg Schmitz

Geilenkirchen. Im März 2008 haben die Grünen ein Soziokulturelles Zentrum für Geilenkirchen in der ehemaligen Molkerei ins Gespräch gebracht und stellten einen entsprechenden Antrag an den Rat der Stadt. Dieser fand „erfreulicherweise fraktionsübergreifende Zustimmung”, so Jürgen Benden.

Der Fraktionsvorsitzende hatte für die Geilenkirchener Grünen zu einer Podiumsdiskussion zum Thema eingeladen.

Konzept liegt vor

Unterstützt wurde er dabei von Wilfried Hammers, der seit 13 Jahren das Pendant zum geplanten Zentrum in Herzogenrath („Klösterchen”) ehrenamtlich koordiniert, sowie vom Diplom-Sozialpädagogen Jörg Seigies, der hauptberuflich in einer Beratungsstelle in Aachen tätig ist. Im Auftrag der Grünen hat Jörg Seigies schon ein Konzept für ein Soziokulturelles Zentrum in der alten Molkerei in Geilenkirchen entwickelt.

Die Diskussionsrunde kam letztendlich zu dem Ergebnis, dass ein Soziokulturelles Zentrum, wo Alt und Jung ihren Aktivitäten freien Lauf lassen können, eine Bereicherung für Geilenkirchen sein dürfte. „Wir brauchen das Zentrum dringender als zuvor”, meldete sich Jörg Seigies zu Wort. Diese Zentren seien ein Ort demokratischer Kultur, welche heutzutage leider immer mehr verloren gehe.

„Wir gestalten Politik mit. Wir achten das politische Mandat, meinen aber, das dies zu kurz greift”, ging er auf die Arbeit in den Zentren ein. In einem Soziokulturellen Zentrum würden die Bürgerinteressen gebündelt, aber jedes habe für sich eine eigene Ausprägung. Jörg Seigies: „Wir schauen in Geilenkirchen, was schon vorhanden ist und was noch ergänzt werden muss.” Es stellten sich die Fragen: „Läuft Jugendarbeit rund?”, „Klappt es mit den Altenarbeit?”

In Geilenkirchen gebe es bereits Angebote für die Jugend als auch für Senioren, die aber unzureichend seien. Das Zentrum lohne sich für Geilenkirchen, es solle ein Ort der Begegnung sein. „Das Konzept steht, hat ideelle Grundmauern, aber es müssen Fakten geschaffen werden”, forderte der Diplom-Sozialpädagoge. Allerdings machte er auch darauf aufmerksam, dass Kultur immer ein Zuschussgeschäft sei.

Rainer Jansen sah Kultur eher als Investitionsgeschäft in die Zukunft. Wilfried Hammers berichtete von seiner Arbeit im Herzogenrather Zentrum. „Wir erhalten das Zentrum seit 13 Jahren durch bürgerschaftliches Engagement”, ging er auf die Personalsituation ein. Hier finde Kultur für Menschen statt, die sonst von üblichen kulturellen Veranstaltungen ausgeschlossen würden.

„Konzeptionell verankerte Kultur ist auch ein Standortvorteil, das begreift die Politik aber oftmals nicht”, sagte der Gast aus Roda. Das „Klösterchen” sei ein autonomes Zentrum, dass alles das, was hier veranstaltet werde, selber erwirtschaften müsse. „Wir können tun, was wir wollen. Wir sind frei in den Entscheidungen.” Im Soziokulturellen Zentrum Herzogenrath sei ein ganz anderes Klientel anzutreffen wie beispielsweise bei den städtischen Veranstaltungen auf Burg Rode. Wilfried Hammers: „Das ist eine völlig andere Klassifizierung.” Man nehme sich nichts weg, man ergänze sich sogar.

„In Geilenkirchen gibt es nur ein kulturelles Angebot für wenige Leute im Haus Basten, alles andere liegt brach”, bemängelte Jörg Seigies. Das Angebot eines Soziokulturellen Zentrums dürfe aber nicht als Konkurrenz zu bestehenden Einrichtungen wie die Jugendheime „Zille” oder „NewCom” oder das Franziskusheim gesehen werden. In Absprache mit diesen Einrichtungen müsse ergänzend gearbeitet werden.

Keine Konkurrenz

„Wir machen in Geilenkirchen was für die Stadt.” Dies sehe er mehr als klassisches Konzept für ein Bürgerhaus, sagte Wilfried Hammers. In Herzogenrath komme das bürgerschaftliche Engagement von unten, in Geilenkirchen von oben. „Es wäre schön”, warf Rainer Jansen ein, „wenn es gelänge, beides zu verknüpfen, beide Konzepte zusammenzuführen.” Gut wäre ein Soziokulturelles Zentrum, das von Bürgern und Politik getragen werde.
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