Pendler besorgt: Züge nach Aachen ab Sommer gestrichen?

Von: Jan Mönch
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Von Jan Mönch Geilenkirchen. Die Bahn kommt – der alte Slogan gilt noch immer, keine Frage. Offen ist bloß allzu oft, wann sie kommt. Und wohin. Das stellen aktuell Pendler fest, die sich gegen die Ausdünnung des morgendlichen Fahrplans von Geilenkir

Geilenkirchen/Herzogenrath/Aachen. Die Bahn kommt – der alte Slogan gilt noch immer, keine Frage. Offen ist bloß allzu oft, wann sie kommt. Und wohin. Das stellen aktuell Pendler fest, die sich gegen die Ausdünnung des morgendlichen Fahrplans von Geilenkirchen und Übach-Palenberg nach Aachen einsetzen – und dabei schon einen ersten Teilerfolg gelandet haben.

Gegenstand sind zwei Verstärkerzüge, die laut Fahrplan um 6.39 Uhr sowie um 7.47 Uhr den Geilenkirchener Bahnhof verlassen, und nach Stopps in Übach-Palenberg, Herzogenrath, Kohlscheid, Aachen-West und Aachen-Schanz den Aachener Hauptbahnhof erreichen. Mit letzterem erreichen Heinz Keufen und Bernd Dohlen Tag für Tag ihren Arbeitsplatz, und das „relativ zuverlässig“, wie beide in einem Schreiben an unsere Redaktion feststellen.

„Nach und nach sickerte dann durch, dass diese Züge mit dem Winterfahrplan ab Mitte Dezember gestrichen werden sollen.“ Und damit auch zwei Fahrten, die der gleiche Zug morgens von Aachen nach Geilenkirchen zurücklegt, nämlich um 6.07 Uhr und 7.19 Uhr. Auch Pendler, die in die umgekehrte Richtung unterwegs sind, wären also betroffen. „Die Bahn macht mobil“, lautet ein weiterer alter Slogan der Deutschen Bahn, und den machten Keufen und Dohlen sich zu eigen.

Mobilisiert wurden in diesem Fall die zahlreichen Mitreisenden, die die beiden Verstärkerzüge zu schätzen gelernt haben. Gemeinsam wandte man sich an den Aachener Verkehrsverbund (AVV), den Nahverkehr Rheinland (NVR) und eben die Deutsche Bahn. Knapp 200 Unterschriften wurden gesammelt, eine Online-Petition gestartet und auch per Facebook den Fahrplangestaltern nahegelegt, sich die Sache noch mal zu überlegen.

Schließlich wären auch die Nutzer der regulären Züge am Morgen betroffen. In denen würde es schließlich eng werden, wenn die Passagiere der Verstärkerzüge auf sie ausweichen. Nicht zuletzt investierten Keufen und Dohlen massig Zeit in langwierige Mailgefechte mit den Verantwortlichen. So konnten sie nach einiger Zeit eine erste Entwarnung geben: Die Züge würden den Fahrplanwechsel im Dezember überstehen und vorläufig weiterfahren.

Fahrgastzählung

Die Erleichterung bei Keufen und Dohlen war groß. Getrübt wurde sie allerdings durch das Wörtchen „vorläufig“. Denn wenn im Sommer der große Fahrplanwechsel ansteht, kommen die Verstärkerzüge erneut auf den Prüfstand. Dies bestätigt auch die Pressestelle des NVR: „Die Sache ist im Moment völlig ergebnisoffen“, teilt Sprecher Holger Klein mit. Bis eine Entscheidung fällt, würden Fahrgastzähler in die beiden Züge geschickt. Schlussendlich handele es sich bei den Überlegungen von AVV, NVR und DB um eine „Kosten-Nutzen-Rechnung“.

Ginge es nach Keufen und Dohlen, gäbe es da nicht viel zu überlegen. Eine Fahrgastzählung haben sie selbst nicht vorzuweisen, beide betonen jedoch, dass die Züge mehr als passabel genutzt werden, von Berufstätigen wie von Studenten. Viele Fahrgäste hätten sich ganz auf die beiden Bahnen verlassen und beispielsweise die Betreuung ihrer Kinder entsprechend abgestimmt.

Unverständlich ist für sie, dass auf der einen Seite gebetsmühlenartig gepredigt wird, das Auto stehen zu lassen und im Sinne der Umwelt den ÖPNV zu nutzen – und man nun auf der anderen Seite überlegt, die Pendler im Regen stehen zu lassen.

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