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Orts-FDP kämpft gegen das ramponierte Image

Von: Jan Mönch
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Sieht sich dem alten FDP-Geist verbunden: Die Gangelter Ortsverbandsvorsitzende Lia Görtz. Foto: Jan Mönch

Gangelt. In der Gangelter Opposition wird sich nach dem kommenden Sonntag einiges tun. Selbst die mächtige CDU verhehlt kaum, dass sie dem Urnengang mit Spannung entgegenblickt.

Umso mehr gilt dies für den Ortsverband der FDP, der – wie wohl überall in der Bundesrepublik – auch gegen das durch die Bundespolitik ramponierte Image kämpft. Ortsverband ist nicht gleich Bundes-FDP, lautet dementsprechend die Kernbotschaft der Gangelter Vorsitzenden Lia Görtz. Dass dies zumindest für sie selbst gilt, belegt Görtz mit einem einzigen Satz: „Ich war immer schon für den Mindestlohn.“

Sie sieht sich mit dem alten FDP-Geist verbunden, der für Bürgerrechte und Mitsprache steht, nicht mit der neoliberalen Ausrichtung, durch die auf höherer Ebene der Bundestag und reihenweise Landtage verloren gingen. Und fordert man Görtz auf, der Bundes-FDP für die vergangene Legislaturperiode eine Note zu geben, hat sie auch darauf eine klare Antwort: „Eine Sieben“, sagt sie. Nach Schulnoten wohlgemerkt, nicht etwa auf einer Skala von eins bis zehn.

Lieber aber spricht Görtz darüber, was sie und ihre Parteifreunde – von denen in der ablaufenden Legislaturperiode drei an der Zahl im Gemeinderat saßen – für Gangelt erreicht sehen wollen. Dazu zählt beispielsweise eine stärkere Nutzung des touristischen Potenzials der Gemeinde. „Wir als Einheimische neigen dazu, dieses zu unterschätzen“, glaubt Görtz. Ein Indiz dafür sei das gut laufende touristische Infocenter am Freibad sowie die vielen niederländischen Kfz-Kennzeichen in der näheren Umgebung. Aus ihrer Sicht spricht nichts dagegen, dass diese viel öfter an Wohnmobilen hängen – womit sie die alte Forderung nach einem Campingplatz erneuert.

Weitere Zukunftsthemen sieht Görtz im Thema Hausärztemangel im ländlichen Raum, dem – hier ist Görtz ganz auf Parteilinie – durch eine Senkung der Gewerbesteuer begegnet werden könnte. Zündende Ideen vermisst sie hinsichtlich der Abwanderung der Jugend aus dem ländlichen Raum. Auch sähe Görtz gern mehr engagierte Frauen in der Gangelter Politik. Da jedenfalls geht ihre Partei mit gutem Beispiel voran: In Person von Ingrid Heim stellte die FDP zuletzt das einzige weibliche Mitglied des Gemeinderats.

Und natürlich, wie könnte es bei einer Oppositionskraft anders sein, sähe sie gern, wenn das „Machtbollwerk“ CDU mehr darauf angewiesen wäre, mit den kleinen Fraktionen zusammenzuarbeiten. Der ganz stramme Konfrontationskurs zur schwarzen Ratsmehrheit indes ist von den Freidemokraten wohl auch in Zukunft eher nicht zu erwarten. Dies äußert sich nicht zuletzt in der Unterstützung von Bernhard Tholens neuerlicher Kandidatur für das Amt des Bürgermeisters. Görtz: „Bernhard Tholen ist ein Glücksfall für die Gemeinde.“

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