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„Orchester des himmlischen Friedens“: Jens Böttcher im Jugendheim Zille

Von: Danielle Schippers
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Das Konzert im Zille mit Jens Böttcher und dem „Orchester des himmlischen Friedens“ war eine große Bereicherung, fand aber enttäuschend wenig Publikum. Foto: Danielle Schippers

Geilenkirchen. Wenn bei erwachsene Menschen bei einem Konzert ein paar Tränen fließen und danach Worte fallen wie „Herzerwärmend“, „Unglaublich schön“, „Ergreifend“ oder „Mal was ganz anderes“, dann ist Jens Böttcher mit seinem „Orchester des himmlischen Friedens“ zu Besuch.

Im Jugendheim Zille machten sie auf ihrer Konzerttour zum Album „Revolution“ Halt. Die Schüler der Erzieherklasse des Berufskollegs Geilenkirchen und ihre Lehrerin Ursula Göricke nutzen die gute Gelegenheit, um mit selbst gebackenen Kuchen und Cupcakes Geld zu sammeln, das sie in Form von Weihnachtspäckchen an die Tafel spenden werden.

Sehnsucht nach Liebe

Das „Orchester“ bestand an diesem Abend aus Henry Sperling (Rhythmus, Glockenspiel) und Karsten Deutschmann (Violine, Akkordeon), die zugleich zu Böttchers ältesten und besten Freunden gehören. Laut Jens Böttcher ist das Oberthema des Lebens, nach dem Menschen unbewusst ihre Handlungen ausrichten, die Sehnsucht nach Liebe. Das bringen auch seine Musik und die Texte zum Ausdruck. Als sehr melancholisch, aber auch tröstend und motivierend lassen sich die Songs beschreiben. Die melancholische Ausrichtung seiner Musik erklärt er so: „Ich bin genetisch doppelt belastet. Ich denke nicht nur zu viel, dazu fühle ich auch immer zu viel dabei.“

Die Kombination ist vielleicht die Quelle seiner riesigen Kreativität. Denn Jens Böttcher schreibt und komponiert nicht nur eingängige, tiefsinnige Songs, er ist auch Autor und Produzent. Zuletzt schrieb er das scharf diskutierte Buch „Interview mit dem Teufel“, hat aber auch eine ganz andere Seite.

Gemeinsam mit Sperling und Deutschmann produzierte er über 1000 Folgen der bekannten Comedy-Serie „Reverend Eminent“, die vor allem von 1Live bekannt sein dürfte. Mehrere Radio- und TV-Comedy-Formate hat er sich, oft gemeinsam mit Deutschmann und Sperling, ausgedacht,

Die wohl häufigste Frage, die ihm gestellt wird, wie ausgerechnet Comedy und seine religiöse, melancholische Seite zusammenpassen. Seine Antwort: „Komik und Tragik, Lachen und Weinen gehören eng zusammen, sind zwei Seiten einer Medaille, des Lebens. Eins könnte ohne das andere nicht existieren.“

In seinen vielfältigen Songs, Büchern, TV-Ideen und in seiner ganzen Art kommt immer wieder seine wichtigste Botschaft zum Ausdruck, eine eigentlich philosophische Erkenntnis, die eine befreiende Revolution sein kann. Er versteht den Glauben an Gott als den Glauben an die Liebe, die Dreifaltigkeit als dreiteilige Liebe, zu sich selbst, zu seinen Mitmenschen und zur Schöpfung als Ganzes, wobei die Selbstliebe am schwierigsten sei. Beispielsweise seine Songs „Ins gelobte Land“, „Gnade“ oder „Ich traf Jesus in meinem Stammcafé“ muten zunächst esoterisch an, spiegeln aber im Grunde eine sehr weltliche und lebenserfahrene Einstellung wieder.

Überraschenderweise kam die Botschaft des Konzerts auch bei den jugendlichen Zuhörern an. Die Erzieherklasse vom Berufskolleg nutzte den Abend, um Geld für ihr soziales Projekt zu sammeln, das sie von sich aus ins Leben gerufen hat. Sie will zu Weihnachten Päckchen mit Geschenken für Kinder über die Tafeln in Geilenkirchen verschenken.

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