Geilenkirchen - Ohne Bäcker kein Brotfest

Ohne Bäcker kein Brotfest

Von: Udo Stüßer
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Ein Brot- und Backfest sollte den Friedlandplatz beleben. Doch das event fällt aus. Der Aufwand für die Bäcker ist zu groß. Foto: Udo Stüßer

Geilenkirchen. Noch beim Neujahrsempfang des Aktionskreises im Januar wies deren Vorsitzende Dr. Rita Freches-Heinrichs auf das erste Brot- und Backfest in der Stadt hin. Es sollte am 8. und 9. Juni auf dem Friedlandplatz stattfinden. Der kulinarische Treff für Bäcker, Metzger und Imker sollte den Platz beleben.

Am Mittwoch kam die Absage. Das von der Kreishandwerkerschaft, der Bäcker-Innung, dem Aktionskreis und der Stadt Geilenkirchen geplante Brot- und Backfest finde aus technischen und organisatorischen Gründen nicht statt, teilte die Stadt mit.

Auch der hierfür vorgesehene verkaufsoffene Sonntag werde entsprechend verlegt.

Bürgermeister Thomas Fiedler lobt den Einsatz der Bäckerinnung und der Kreishandwerkerschaft bei der Vorbereitung des Festes, bedauert aber die geringe Bereitschaft der örtlichen Bäcker.

„Der Aufwand war einfach zu groß. Wenn man öffentlich backt, müssen strenge Hygienevorschriften eingehalten werden, außerdem gab es zu wenig mobile Backöfen. Und wenn wir nicht genug Bäcker haben, macht das Fest keinen Sinn“, bedauert Fiedler, der nun ein kleineres, anderes Fest auf die Beine stellen will, um Gerbergasse und Friedlandplatz aufzuwerten.

„Auf jeden Fall will ich nicht nachlassen, die Verbundenheit der Stadt mit dem örtlichen Handwerk unter Beweis zu stellen.“

Enttäuscht ist auch Aktionskreis-Geschäftsführer Rüdiger Strübig. „Ich hatte große Hoffnungen auf das Fest gesetzt, das den Friedlandplatz beleben sollte“, erklärt er. Für die anliegenden Geschäftsleute hätte das Brot- und Backfest ein Ersatz für das herbstliche Weinfest sein können, das vom Friedlandplatz zum Marktplatz verlegt wurde. Auch ein verkaufsoffener Sonntag im Juni sei von Vorteil.

„Im Herbst haben wir immer eine Ballung durch verkaufsoffene Sonntage zur Herbstkirmes, zum Weinfest und zum Nikolausmarkt.“ Rüdiger Strübig hatte schon ein buntes Rahmenprogramm erarbeitet und Zusagen von Imbiss- und Spezialitätenanbietern.

Nachdem nun das Brot- und Backfest und damit der verkaufsoffene Sonntag im Juni ins Wasser fallen, finden die drei verkaufsoffenen Sonntage wie in den vergangenen Jahren im Herbst statt.

Der Geilenkirchener Bäcker Michael Böven, Vorstandsmitglied der Bäcker-Innung Heinsberg, hätte gerne mit seinen Kollegen sein Handwerk vorgeführt. „Wir hätten zeigen können, was wir können“, erklärt er auf Anfrage, äußert aber auch seine Bedenken. „Auch beim öffentlichen Backen, wenn also viele Menschen nahe am Teig sind, muss man den Teig vor Bakterien schützen. Und das ist gar nicht so einfach.“

Problematisch sei auch die Verlegung von Wasserleitungen. „Wir benötigen kaltes und warmes Wasser und viele Waschgelegenheiten.“ Solch ein Brot- und Backfest in der Öffentlichkeit könne man nicht mit den in den Dörfern beliebten Backtagen vergleichen. „Dort wird im Backes, also in einem Haus, gebacken.“

Böven hat noch ein weiteres Argument: „Ich hätte an diesem Wochenende backen und an einem Stand Brot verkaufen sollen. Dafür hätte ich noch Personal mitbringen müssen.“

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