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Offenes Rennen um die „Eierlegefabriken”

Von: hama
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Um sie geht es, wenn sich der Rat der Gemeinde Gangelt demnächst erneut mit der Änderung des Flächennutzungsplans nahe Nachbarheide befasst: Legehennen. Knapp 40.000 der Tiere sollen dort in einem Betrieb gehalten werden, wenn die „Vorrangfläche” ausgewiesen ist. Foto: Karl-Heinz Hamacher

Gangelt. Der Bau- und Umweltausschuss hat mit einer Mehrheit von sieben zu fünf Stimmen die Änderung des Flächennutzungsplans für eine Intensivtierhaltung beschlossen. Nun wird gewartet, ob die Vorrangflächenplanung über zwei insgesamt 2,2 Hektar große Parzellen - sie liegen nahe der Windkraftanlage bei Nachbarheide - im Rat ebenso beschlossen wird.

Im Fachgremium kamen jetzt die bekannten Argumente noch einmal auf den Tisch. Nach Auskunft des Planungsbüros von Hans Otto von der Heide passen auf diese Fläche zwei der beantragten Legehennenbetriebe mit jeweils knapp unter 40.000 Tieren.

Das Areal soll mit Hecken und Sträuchern in einer Stärke von mindestens fünf Metern Breite eingefasst werden. Das Landstück bei Nachbarheide würde zum einen mindestens 1000 Meter Abstand zur nächsten Bebauung haben. Auch soll eine entsprechende Infrastruktur mit Wegen, Leitungen und dem Anschluss an die Landesstraße 228 für den Investor bieten.

„Einzig diese Vorgehensweise”, argumentierte Hans Otto von der Heide, „schafft Rechtssicherheit und beugt dem Wildwuchs vor.” Wenn man diese Fläche ausweise, habe das ausschließende Wirkung auf den Rest der Gemeinde. Der Planer wies auch darauf hin, dass - da nicht alle EU-Richtlinien gleich seien - für solche Betriebe in Deutschland die Wirtschaftlichkeit größer wäre: „Da geht es um zehntel Cent!”

Wolfgang Erkens führte für die CDU-Fraktion aus, man habe unter anderem einen Betrieb des Antrag stellenden Investors in den Niederlanden besichtigt. „Es gab da keinerlei Belästigungen”, reflektierte Wolfgang Erkens auf Befürchtungen der Anwohner in Richtung Gerüche und andere Emissionen. Sogar ein Wohngebiet sei in der unmittelbaren Nähe entstanden. Die CDU trage diese Entscheidung, sich auf das Gebiet bei Nachbarheide festzulegen, habe aber Verständnis, dass die Anlieger eine andere Meinung zeigen.

Während Günter Dammers (CDU) für seine Kollegen aus Breberen - die im Rat wieder vertreten sein werden - deren Nein noch einmal begründete und sich für den Standort an der Mülldeponie in Birgden aussprach, plädierte Rainer Mansel (SPD) dafür, eine so weit reichende Entscheidung nur mit allen Ratsvertretern zu treffen. Das passiert in der kommenden Woche, die Ratssitzung ist für den 9. Februar anberaumt (19 Uhr).

Heinz Huben, UB-Fraktion, lieferte sich rund um Verfahrens- und Verständnisfragen in der Sitzungsvorlage ein Wortgefecht mit dem Planer, sprach von „Eierlegefabriken” auf mehreren Geschossen, von einer „Milchmädchenrechnung”. Was ihm vorliege, entgegnete Hans Otto von der Heide, sei „abgestimmt und gegengeprüft.”
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