Übach-Palenberg - Ob in Marienberg wohl das Christkind wohnt?

Christopher Robin Kino Freisteller Winnie Puuh

Ob in Marienberg wohl das Christkind wohnt?

Von: Stefan Schaum
Letzte Aktualisierung:
4480913.jpg
Wohnt hier wohl das Christkind? So mancher Knirps in Marienberg ist davon überzeugt, dass es während der Weihnachtszeit im Haus von Dieter und Brigitte Thurn-Meyer sein Quartier bezieht. Foto: Stefan Schaum
4480918.jpg
Schaltzentrale in der Garage: In diesem Kästchen laufen die Drähte zusammen, die Dieter Thurn-Meyers Lichtermeer regeln.
4480924.jpg
Für draußen viel zu schade: Die winterlich gekleidete Puppe aus ihren Kindertagen stellt Brigitte Thurn-Meyer nicht in den Vorgarten. Die darf im Treppenhaus an der Heizung sitzen.

Übach-Palenberg. Die Weihnachtszeit hat für Dieter Thurn-Meyer mal wieder ziemlich früh begonnen. Als sich in den Supermärkten die ersten Zimtsterne in den Regalen stapelten – also: schon Ende Oktober –, ist der Marienberger in seinen Keller gestiefelt, in den vor lauter Pappkartons kaum noch etwas anderes hineinpasst. In zwei Räumen lagert all das, was in den Garten und aufs Dach muss: Rentiere mit Schlitten, Eisbären und Pinguine, bunte Bäumchen, Sterne, Weihnachtsengel und Lichterketten ohne Ende.

Womöglich ist der 58-Jährige ein wenig verrückt. Weihnachtsverrückt. „Hat mich einfach gepackt“, sagt der Mann, der sein Haus alljährlich in eine winterliche Lichterburg verwandelt. Und es sieht nicht so aus, als ob es ihn so bald wieder loslässt...

Ein Wettrüsten

Wie lange das jetzt genau her ist seit das weihnachtliche Wettrüsten begann, weiß er schon gar nicht mehr. Jedenfalls sei es unter Nachbarn in der Schulstraße „anfangs mal darum gegangen, wer wohl die schönste Lichterkette im Fenster hat“. Dann packte einer einen Nikolaus in den Vorgarten und Dieter Thurn-Meyer konterte mit einem Eisbären. So ging es munter weiter, bis schnell feststand: In Sachen Deko holt den Dieter keiner mehr ein!

Wenn der sich an die Planung seiner Weihnachtslandschaft macht, ist jeder Zentimeter Garten und jedes Stückchen Fassade kostbar. Keine Ecke soll dunkel bleiben, kein Rasenstück einfach bloß grün. Überall muss es funkeln. Womöglich liegt es ja daran, dass der Mann Elektrotechniker ist, so einer hat eben ein Faible für Lampen. Doch zuvor war er bei der Marine, ein Minentaucher sogar. Von so jemandem erwartet man doch eigentlich nicht, dass ihm angesichts von Weihnachtsdekoration das Herz aufgeht. Da schmunzelt er. „Stimmt schon. Früher war ich ein harter Kerl auf dem Wasser und heute bin ich jedesmal ganz nah am Wasser gebaut, wenn ich sehe, wie die Kinder vorm Haus stehen und sich an dem Anblick erfreuen.“

Dafür machen er und seine Frau Brigitte das Ganze schließlich: für die Kleinen. Die eigenen Kinder sind längst aus dem Haus, viele der Enkel wohnen weit entfernt. Aber alle Kinder in der Nachbarschaft wissen längst, dass es bei ihnen ein ganz besonderes Haus gibt. „Neulich stand ein Mädchen vor mir und meinte: ‚Bei Dir wohnt bestimmt das Christkind!‘“ Solche Sätze sind es, die ihn Jahr für Jahr beflügeln, immer noch eins draufzusetzen. In Dekohäusern und auf Weihnachtsmärkten, in Katalogen und im Internet – immer und überall ist das Paar auf der Suche nach neuen und möglichst originellen Hinguckern. „In Amerika gibt‘s die besten Sachen“, weiß der Marienberger. Doch die sind ihm zu teuer. „Mit Versand kostet eine Weihnachtsfigur locker bis 500 Euro.“ Das geht dann doch nicht. Zumal seine Figuren nicht sicher sind. Im vergangenen Jahr hat ihm jemand einfach einen Engel gestohlen!

Es gab auch Ärger

Eine Schaufensterpuppe mit Löckchen und weißem Kleidchen, an die das Paar goldene Flügel montiert hatte, war plötzlich weg. „Wer klaut denn bloß so etwas?“ Es war nicht der einzige Ärger. So hat es schon Scherereien mit Jugendlichen gegeben, die in der Dekoration umherspazieren wollten, und so manches unverständige Kopfschütteln von Passanten. Doch das entmutigt die Thurn-Meyers nicht. Weil sie überzeugt sind: „Den meisten gefällt das, was wir hier machen!“

Ihrem Stromanbieter gefällt die Lichterflut bestimmt auch. „Ja klar, das kostet schon einiges“, sagt der Weihnachtsbastler, „aber ich hab‘ jetzt runtergeschaltet.“ Von 220 auf 24 Volt, dank LED-Technik. „Das spart ordentlich“. Und spricht ihn wieder mal einer an und erzählt von Energieverschwendung und Umweltschutz, dann sagt er nur: „Das verbraucht auch nicht mehr Strom, als wenn sie sich zuhause zwei Stunden lang ein Eisbein kochen“.

Noch viel zu tun

In den nächsten Tagen stehen noch einige Arbeiten an. „Auf die Garage packe ich einen Tannenbaum, an die Seite des Hauses kommen noch ein paar Girlanden.“ Schließlich soll alles perfekt sein, wenn aus dem Dieter der Nikolaus wird. In diesem Jahr will er erstmals selbst zur Attraktion werden, und deshalb am 6. Dezember in einem großen Sessel im Vorgarten Platz nehmen. Kinder des nahen Kindergartens hat er eingeladen und im Prinzip jeden, der sonst noch kommen mag.

Mit einer Pferdekutsche will er an diesem Abend vorfahren und zum Haus schreiten, wo er die Kleinen mit Süßigkeiten beschenken will. Das ist ein weiteres Kapitel in der Weihnachtsgeschichte der Thurn-Meyers. So lieben sie es. Bloß die Zeit nach Weihnachten, die mögen sie nicht. Denn was in wochenlanger Arbeit nach oben geschleppt und installiert wird, muss anschließend auch wieder runter. „Das ist dann schon mühsam und auch ein wenig traurig, das alles wieder verschwinden zu sehen“, sagt Dieter Thurn-Meyer. Vor zwei Jahren hatte er ein paar Deko-Artikel auf dem Dach übersehen, als der ganze Rest schon verstaut war. „Ich hab‘ mir dann gesagt: Die holst du in den nächsten Tagen runter.“ Irgendwann war es dann Juli und ein Nachbar meinte amüsiert: „Muss das wirklich noch da oben sein?“ Er ist dann aufs Dach geklettert, obwohl er es lieber einfach dort gelassen hätte. Das wär‘ doch was: Das ganze Jahr lang Weihnachten. Für die Thurn-Meyers wär‘s wahrscheinlich ein Traum.

<i>Für den guten Zweck möchte Dieter Thurn-Meyer am Donnerstag, 6. Dezember, in das Nikolaus-Kostüm schlüpfen. Der Erlös des Abends soll dem Katholischen Kindergarten in Marienberg zugute kommen.

Drei Euro kostet die süße Überraschung, die sich Kinder beim Nikolaus abholen können. Um 18 Uhr wird der vor dem Haus an der Schulstraße 13 sitzen. Eltern, die ihre Kinder für einen Termin beim Nikolaus anmelden möchten, können sich unter 02451/9151745 an Dieter und Brigitte Thurn-Meyer wenden.</i>

Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert