Übach-Palenberg - Nüchtern durch den Alkoholparcours torkeln

Nüchtern durch den Alkoholparcours torkeln

Von: jpm
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Tiefe Einblicke: Die Brillen auf den Nasen dieser beiden jungen Leute brauchte das Blickfeld gehörig in Schieflage. Foto: Markus Bienwald

Übach-Palenberg. Alkohol – oft wurde er besungen, oft verherrlicht und noch viel, viel öfter getrunken. Häufig auch von Leuten, die das aufgrund ihres geringen Alters gar nicht sollten, so viel ist bekannt. Um dagegen vorzubeugen, wurde an der Realschule Übach-Palenberg ein Mal mehr der sogenannte Alkoholparcours für alle achten Klassen aufgebaut.

Alkoholparcours? Dahinter könnte sich auch ein fragwürdiges Freizeitangebot auf Mallorca verbergen. Dem ist selbstverständlich nicht so, Spaß machte den Schülern das Angebot trotzdem auch in diesem Jahr. An vier Stationen wurden die Schüler über die Gefahren des nicht nur für Jugendliche gefährlichen Genussmittels aufgeklärt. Am spektakulärsten: Der Slalomlauf, der durch eine das Blickfeld gehörig in Schieflage bringende Brille die eingeschränkte Motorik und Handlungsfähigkeit eines (Sturz-)Betrunkenen nachempfinden ließ.

Im Zickzack um aufgestellte Hütchen Laufen? Schwierig. Einen Ball zielsicher in einen Eimer fallen lassen? Fast unmöglich. Und jemanden ein paar Münzen in die Hand drücken, ohne dass diese auf den Boden prasseln? Nicht zu machen. Die Botschaft: Was ein tatsächlich Betrunkener lustig fände, ist bei nüchternem Geisteszustand betrachtet einfach reichlich dämlich und auch peinlich.

Der Alkoholparcours heißt eigentlich euregionaler Alkoholparcours, und zwar weil er von dem grenzüberschreitenden „Aktionskreis euPrevent“ mit Sitz in Maastricht entwickelt wurde und bereitgestellt wird.Regelmäßig gastiert er in der Übach-Palenberger Realschule, 2012 wurde das Projekt für den Bundespreis Alkoholprävention nominiert. „Viele Schüler haben noch keine Erfahrung mit Alkohol, andere haben ihn an den Eltern vorbei schon ausprobiert“, weiß Lehrerin Sabine Steinbeck, die an der Realschule Suchtbeauftragte ist. So oder so: „Mit dem Alkoholparcours klären wir auf spielerische Art und Weise auf.“

Der Aha-Effekt zählt

Mal geht es um den Aha-Effekt, wie bei der manipulierten Brille. Mal auch um Hintergrundwissen. Bei einer als Quizspiel aufbereiteten Station gingen die Schüler dem Wahrheitsgehalt der vielen Mythen auf den Grund, die sich um das gesellschaftliche Phänomen angesammelt haben. Und der Wahrheitsgehalt ist mal hochprozentig, manchmal aber auch das Gegenteil.

An anderen Stationen wurde mal über den Umgang der eigenen Eltern mit dem Thema gesprochen, mal ein naturwissenschaftlicher Blickwinkel eingenommen – etwa bei der Frage, was der Alkohol im Körper eigentlich so anstellt, um seine im schlimmsten Fall verheerende Wirkung entfalten zu können. Besonders eindrucksvoll: Der Besuch eines trockenen Alkoholikers.

Bleibt die Frage, ob man den Alkohol nicht gerade durch den Parcours für den einen oder anderen noch interessanter macht. Sabine Steinbeck glaubt das nicht: „Ein Thema ist der Alkohol sowieso. Wir lösen da nichts aus.“

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