NRW-Landtagsmitglied zu Besuch im Jugendhaus „Altes Kloster”

Von: mabie
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MdL Horst Engel als Sprecher für Innen- und Kommunalpolitik der Fraktion wurde in der Einrichtung „Jugendhaus Altes Kloster Marienberg” unter anderem vom stellvertretenden Bürgermeister Übach-Palenbergs, Peter Fröschen (l.), dem FDP-Kreisverbandsvorsitzenden Andreas Rademacher (3.v.r.) und Stefan Lenzen (2.v.l.) von der FDP-Kreistagsfraktion begrüßt. Foto: Markus Bienwald

Übach-Palenberg. „Der Jugend eine zweite Chance geben”: Unter dieser Überschrift besuchte eine Abordnung der FDP im Kreis Heinsberg gemeinsam mit Landtagsabgeordnetem und Sprecher für Innen- und Kommunalpolitik der FDP-Landtagsfraktion NRW, Horst Engel, die Einrichtung „Jugendhaus Altes Kloster” in Marienberg.

In diesem Haus werden derzeit zehn auffällige und straffällig gewordene Jungen im Alter zwischen 14 und 18 Jahren betreut. Nach Einweisung durch ein zuständiges Jugendamt erhalten die jungen Männer in diesem Haus eine Rundum-Betreuung, die viele Möglichkeiten eröffnet, aber auch viele Pflichten beinhaltet.

Wie Mitarbeiter des Hauses beim Besuch der Liberalen in Marienberg berichteten, beginnt das oft schon mit alltäglichen Dingen wie dem Einüben und Einhalten eines geregelten Tagesablaufes. Teilweise muss bei stoischen Schulschwänzern auch damit gerechnet werden, dass sogar der tägliche Schulbesuch nicht zu deren bisher erlebten Tagesabläufen gehört.

Im Jugendhaus ist das anders, hier wird stringent und mit dem nötigen pädagogischen fachlichen Wissen den jungen Männern all das näher gebracht, das ein Leben auch außerhalb dieser Einrichtung selbstständig möglich macht. Dazu gehört dann auch die Ausübung eines Berufes, der bei vielen der Jugendlichen und jungen Erwachsenen im Jugendhaus in nahen sozialen Einrichtungen angetreten wird. Die offene Betreuung hat vor allem die Resozialisierung, die Verselbständigung im eigenen Leben, in ständiger Absprache mit den jeweils zuständigen Jugendämtern, sowie das gemeinschaftliche Leben in der Gruppe mit hohem Anspruch auf Eigenversorgung zum Ziel.

Dazu kommen erlebnispädagogische Maßnahmen, das heißt zum Beispiel Mountainbiking, Klettern, Kanufahren, Laufen, Wandern, Bergsteigen, aber auch Zeltlager, Gruppenfahrten zu Ausstellungen, Fußballspielen oder Konzerten. Den Jugendlichen und jungen Volljährigen soll damit die Teilhabe am Leben der Gemeinschaft ermöglicht und die Außenseiterrolle durchbrochen werden. Das helfe dabei, so das Konzept des Hauses, Problemen durch Aktion entgegenzusteuern, Aggressionen so zu kanalisieren, das Selbstwertgefühl der jungen Männer durch Erfolgserlebnisse und sinnvolle Freizeitgestaltung zu steigern.

Wie MdL Horst Engel ergänzte, sind solche Einrichtungen vor allem im Hinblick auf die geringe Rückfallquote überaus erfolgreich, die mit unter zehn Prozent deutlich unter dem Landesdurchschnitt für NRW mit 60 Prozent bei fehlender Betreuung und 40 Prozent bei Betreuung liege. Dennoch bleiben auch in dieser Einrichtung Wünsche offen. So sind spezielle Therapieplätze derzeit nur in Köln oder Düsseldorf verfügbar, im Kreis Heinsberg fehlen, wie Andreas Rademacher vom Kreisverband und Stefan Lenzen von der Kreistagsfraktion feststellten, solche Therapiemöglichkeiten.

Dazu kommt, dass sich Ausbildungen der hier betreuten jungen Männer in der Regel sehr schwierig gestalten. Horst Engel unterstrich, dass zur Verhinderung von Traumata die Haftverweisung in ein Jugendhaus gegenüber der Inhaftierung in einer Justizvollzugsanstalt infrage kommen sollte. „Hierfür stehen jedoch weniger Plätze als für den geschlossenen Jugendarrest zur Verfügung”, machte Engel klar.

Er sprach sich dennoch für das Konstrukt „Menschen statt Mauern” aus, wie es zum Beispiel schon in den Einrichtungen „Kloster” in Dormagen oder „Ausblicke” in Bedburg praktiziert werde. „Nach erfolgreicher Betreuung und Resozialisierung ist ein Mensch für das Berufsleben wieder aufgebaut worden”, schloss Engel.

Das sei im Gegensatz zu den Kosten, die ansonsten wieder von der Gesellschaft getragen werden müssten, ein Gewinn für beide Seiten.
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