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Nicht nur ernste, sondern auch heiter-besinnliche Stücke

Von: Johannes Gottwald
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Ein kleines Ensemble zum Abschluss: Die Lehrerin Anne Heesen musizierte den “Greensleeve” zusammen mit Schülern und Schülerinnen der Musikschule Geilenkirchen. Foto: Johannes Gottwald

Geilenkirchen. Der letzte Sonntag des Kirchenjahres wird von den beiden großen christlichen Konfessionen unterschiedlich begangen. Gleichwohl – die Themen Tod, Vergänglichkeit und Ewigkeit spielen auf beiden Seiten eine große Rolle, so dass dieser Tag in jedem Falle zur inneren Einkehr einlädt.

Dem trug die Musikschule Geilenkirchen Rechnung in Form eines „Konzertes am besonderen Ort“ in der Aussegnungshalle des Geilenkirchener Friedhofes.

Schulleiter Thomas Kamphausen konnte weit über 50 Zuhörer begrüßen, darunter den Architekten Ansgar Lurweg, der seinerzeit die Aussegnungshalle entworfen hatte, als er noch als Leiter des Hochbauamtes der Stadt fungierte.

Zu Beginn des Konzertes führte Max Hagen (Klasse Anne Heesen) mit den sanft perlenden Klavierklängen des C-Dur-Präludiums aus dem „Wohltemperierten Klavier“ von Johann Sebastian Bach ins musikalische Geschehen ein. Nicht nur ernste und schwermütige Musik, sondern auch heiter-besinnliche Stücke waren vertreten, wie etwa das Violinduo „Cantabile grazioso“ von Charles Auguste de Bériot. Über einem delikaten Pizzicato entfaltete sich eine weit geschwungene lyrische Melodie, wobei Luisa Merkelbach und ihre Lehrerin Anne Heese vorzüglich miteinander harmonierten. Aus dem berühmten „Stabat Mater“ des italienischen Barockmeisters Pergolesi sangen Olga Kreimer und Mathilde Draht (Klasse Olga Kreimer) den Schlussteil „ Quando corpus morietur“. Während der erste Abschnitt mit lastenden, schmerzlichen Harmonien auf den irdischen Tod hinweist, drückt der lebhafte zweite Teil die Zuversicht auf das ewige Leben aus.

Danach hatte der junge Kontrabassist Jonas Merkelbach seinen Auftritt mit der „Abendstimmung“, wobei er von Thomas Kamphausen am Klavier unterstützt wurde. Bei der Erläuterung dieses Stückes aus der Feder von Thomas Großmann wies Kamphausen auf die schiefe Ebene in der Friedhofshalle hin. Dieser architektonische Kunstgriff hat durchaus Symbolcharakter: Die Verstorbenen werden nach der Einsegnung aufwärts zum Grab gefahren, was den Weg der Seele zum Himmel bildhaft andeuten soll.

Das Bach-Präludium des Anfangs war danach noch ein weiteres Mal zu hören – diesmal in der Bearbeitung von Charles Gounod, der dazu eine romantische Überstimme schrieb, die zu einem regelrechten Ohrwurm wurde. Später wurde ihr auch der Text des „Ave Maria“ unterlegt. Jessica Backes (Querflöte) aus der Klasse Dorothea Dolinski und Justin Backes (Klavier) aus der Klasse Eduardo Tow brachten diesmal die originale Version von Gounod zu Gehör.

Sehr ernst und dunkel wurde es dann bei der Filmmusik aus „Schindlers Liste“, die von der Geigerin Paula Nehm (Klasse Christa Rein) und Thomas Kamphausen am Klavier überzeugend wiedergegeben wurde. Beim „Domine Deus“ aus dem Gloria von Vivaldi gefielen Mathilde Draht und Olga Kreimer mit einem schönen Duett.

Mit dem englischen „Greensleeves“ setzten dann Alexandra Mehler, Elena Stamm (beide Violine), Johannes Wynands (Gitarre), Lisa Mehler (Cello) und Anne Heesen (Violine) einen klangvollen und besinnlichen Schlusspunkt unter ein rund einstündiges Konzert.

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