Neuer Rundgang: Geilenkirchen eine Chance geben

Von: Udo Stüßer
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Gästeführerin Berti-Davids Heinrichs am Wurmfenster: „Schade, dass viele alles negativ sehen.“ Foto: Udo Stüßer

Geilenkirchen. Wenn Berti-Davids-Heinrichs über den Geilenkirchener Wochenmarkt schlendert, dann freut sie sich nicht nur über die vielfältigen Angebote an den 18 Ständen. Dann hat sie auch ein historisches Bild vor Augen. Interessante Informationen über den Markt und die Stadt vermittelt die Gästeführerin des Vereins Westblicke bei einer neu ausgearbeiteten Führung zum Thema „Geilenkirchen zieht wieder an“.

Sie erinnert sich an eine Urkunde aus dem Jahr 1485, der zu entnehmen ist, mit welchen Ständen der Geilenkirchener Markt im Mittelalter bestückt war: da gab es gesalzene Heringe, gedörrte Seefische, Pfefferkuchen, Feigen, Rosinen und Wachs, aber auch verschiedene Biersorten, Schuhe, Leder und Pelze.

Berti Davids-Heinrichs wird noch viele weitere Informationen zur Stadtentwicklung preisgeben. Beispielsweise dass Geilenkirchen mit 7700 Schülern Schulstadt ist, dass täglich 90 Züge im Geilenkirchener Bahnhof halten und 2000 bis 3000 Reisende täglich aus- und einsteigen und dass die Stadt derzeit mit einem finanziellen Aufwand von sechs Millionen Euro saniert wird.

Berti Davids-Heinrichs ist seit 2006 Gästeführerin im Verein Westblicke und will ebenso wie ihre acht Kolleginnen aus dem Kreis Heinsberg den Menschen die Freizeitregion Heinsberg näher bringen. Die zertifizierte Gästeführerin , die derzeit übrigens an einer 600-stündigen Weiterbildungsmaßnahme mit den Themen Geschichte, Didaktik und Sprachtraining teilnimmt und damit europaweit anerkannte Gästeführerin ist, hat bereits zehn verschiedene Führungen ausgearbeitet.

Drei bis vier Wintermonate verbringt sie am Schreibtisch und in Archiven. Ergebnis sind dann Führungen durch Burg Trips, über den Loherhof und durch Geilenkirchen mit seinen Sehenswürdigkeiten. Sie stellt aber auch Geilenkirchen als mittelalterliches Städtchen, die Bergbaugeschichte Übach-Palenbergs und als adelige Dame verkleidet die Geschichte von Schloss und Mühle Zweibrüggen vor.

Zum Weinfest am Sonntag, 1. September um 17 Uhr präsentiert sie ihre neue Führung „Geilenkirchen zieht wieder an“. Treffpunkt ist das Haus Basten, Konrad-Adenauer-Straße 88.

„Geilenkirchen ist durch die Stadtsanierung in einem Umbruch. Das Stadtbild hat sich verändert. Mit dem Gelo Carré und der neuen Galerie zwischen Konrad-Adenauer-Straße und Gelo-Carré hat sich auch die Geschäftswelt geändert. Diese Veränderungen will ich während eines Rundgangs durch die Innenstadt erläutern“, sagt Berti Davids-Heinrichs.

Die Führung startet mit einem Vortrag in Haus Basten, dann geht es über den Friedlandplatz in Richtung Gelo-Carré. Mit der Gruppe will die Gästeführerin aber auch in verschiedene Geschäfte einkehren, in denen man mit den Geschäftsführern in für den Handel schwierigen Zeiten diskutieren kann.

Wie entwickelt sich die Geschäftswelt in Zeiten von Internet und Schlecker-Pleite weiter? Dies ist nur eine von vielen interessanten Fragen. „Geilenkirchen hat es verdient, dass man positiv über die Stadt redet. Es gibt einen Aufwind, da müssen wir als Geilenkirchener auf den Zug aufspringen und Geilenkirchen positiv vermarkten. Ich bin optimistisch, dass die Geschäfte wieder voller werden“, sagt sie. Und: „Wir müssen unserer Stadt eine Chance geben.“

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