Neue Trassen zwischen Saeffelen und Stahe

Von: Markus Bienwald
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Windparks sorgen auch in unserer Region für mehr eingespeisten Strom aus erneuerbaren Energien. Das zieht nun den Neubau eines unterirdisch verlegten Hochspannungskabels zwischen Stahe und Saeffelen nach sich. Foto: Markus Bienwald

Gangelt/Selfkant. Nicht nur die weithin gut sichtbaren Windkraftanlagen, auch Solarstrom wird in immer größeren Mengen produziert. Dass die erzeugte Energie auch ins Netz gespeist werden muss, um ihren Teil zur propagierten Energiewende beizutragen, ist klar.

Dass dies aber auch technische Folgen hat, die nicht unbedingt sofort sichtbar sind, ist eine andere Seite dieser Art der Stromversorgung. So plant die Westnetz GmbH – eine einhundertprozentige RWE-Tochter – als Verteilnetzbetreiber für Strom und Gas nun den Neubau einer 110-Kilovolt-Kabeltrasse zwischen Saeffelen und Stahe. Im Bau- und Umweltausschuss wurden die Planungen für die gut zehn Kilometer lange Kabelstrecke von Projektleiter Markus Wolters vorgestellt.

Er blickte zunächst zurück ins Jahr 2006, als damals schon wegen vermehrter Einspeisung aus erneuerbaren Energien zwei 30-Kilovolt-Mittelspannungskabel als Ersatz für die bestehende Freileitung zwischen den Umspannanlagen in Stahe und in Saeffelen gebaut wurden. Im Nachgang wurde die Freileitung auf der kompletten Strecke demontiert. „Hätte damals einer gewusst, wie rasant sich die Entwicklung darstellt, hätte man es wahrscheinlich nicht gemacht“, so Wolters.

Doch beispielsweise Einspeisungen aus dem Windpark in Waldfeucht machen nun einen Neubau nötig, denn die bestehenden Anlagen sind nach Auskunft des Fachmannes am Limit. So wird mit Baubeginn in diesem Herbst die neue Kabeltrasse mit einer Wanderbaustelle zumeist entlang bestehender Wirtschaftswege geführt. Diese Bauart hat laut Wolters zum einen den Charme, dass die rund 80 Zentimeter breiten Gräben für die als Paket in Kabelsand und unter Betonplattenabdeckungen geführten Erdkabel mit 180 Millimetern Durchmesser (ohne Leerrohr) mit nur geringen Beeinträchtigungen für Anwohner und Feldbesitzer gezogen werden können. „Zudem haben wir eine mehrheitlich landwirtschaftlich geprägte Fläche im Blick, da macht auch Durchpflügen Sinn“, so Wolters.

Bei diesem Verfahren werden keine Gräben mehr ausgehoben, vielmehr werden die Leerrohre mit speziellem Gerät in den Boden eingepflügt, ohne dass Gräben ausgehoben und wieder verfüllt werden müssen. Die eigentlichen Kabel werden dann nach Fertigstellung in einem späteren Arbeitsschritt über acht bis zehn sogenannte Muffengräben eingezogen. Im Naturschutzgebiet Saeffelener Bach wird zudem per Bohrspülverfahren, bei dem Rohre ohne Bodenaushub und ohne Pflug per Spezialgerät ein Leerrohr von einer Stelle aus unterirdisch im Boden verlegt, um die Naturschutzlandschaft nicht anzutasten.

Für die Arbeiten ist circa ein Jahr angesetzt, im Winter 2017/18 soll alles fertig sein. Bedenken, dass vorhandene Wirtschaftswege Schaden nehmen könnten, zerstreute Markus Wolters und sagte zu, dass die Wege nach den Bauarbeiten an den betroffenen Stellen „wie neu“ aussehen sollen. Für eventuelle Kriegsrückstände sei ebenfalls gesorgt, sicherte er zu, denn die Arbeiten werden vom Kampfmittelräumdienst begleitet. „Ich denke, wir werden mehr Pflugscharen und Grubberzinken finden, als Granaten“, meinte er.

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