Naturparks sollen zum Heidenaturpark verschmelzen

Von: Franz Windelen
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Auch wenn die drei Naturparks in mancher Hinsicht verschieden sind, so einigt sie doch ihre Schönheit für den Besucher. Foto: Hamacher
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Bernhard Tholen (rechts) und Gerd Dahlmanns stellen den Masterplan für den neuen Heidenaturpark vor.

Gangelt. Es sind drei. Und es sollen auch drei bleiben. Und doch sollen sie zu einer Einheit verschmelzen: zum „Heidenaturpark“. Zwischen den Kommunen Gangelt, Geilenkirchen und Übach-Palenberg auf deutscher Seite und Onderbanken, Brunnsum und Landgraaf auf niederländischer Seite liegen die Naturparks Rodebach/Roode Beek (750 ha), Teverener Heide (450 ha) und Brunssummer Heide (1800 ha).

Die völlig unterschiedlichen, benachbarten Areale sollen nach dem Willen der Anrainer-Kommunen nicht nur physisch zusammenwachsen, sondern auch unter einem gemeinsamen Label firmieren und touristisch vermarktet werden. Um die Idee in die Realität umzusetzen, haben die Gemeinden sowie der Kreis Heinsberg, Parkstad Limburg und der Verband Verenigung Natuurmonumente die Erarbeitung eines sogenannten Masterplans, eines Steuerungskonzepts, für den Heidenaturpark in Auftrag gegeben.

Bernhard Tholen, der Gangelter Bürgermeister, und Beigeordneter Gerd Dahlmanns halten den Entwurf des Masterplans in der Hand. 65 DIN-A-Seiten stark ist er und beinhaltet jede Menge wertvoller Analysen und Perspektiven. Offiziell ist das, was drin steht, jedoch noch nicht. „Zuerst einmal muss der Entwurf in den Verwaltungen der beteiligten Kommunen diskutiert werden. Die Endfassung des Masterplanes wird dann in den Räten beraten“, denkt Tholen.

Die Bezeichnung „Heidenaturpark“ ist keine neue Erfindung, diesen Begriff gibt es bereits seit 2008, er entstand im Zuge der Euregionalen 2008.

„Heidenaturpark – das ist nun die Begrifflichkeit, unter der sich alle drei Naturparks wiederfinden und definieren sollen“, erklärt Dahlmanns. Ein sicherlich nicht ganz einfaches Unterfangen angesichts der Tatsache, dass die Areale hüben wie drüben unterschiedlich genutzt werden. Tholen: „In der Brunssummer Heide etwa ist Aktiv-Freizeit mit Mountain-Bike und Motorrad erlaubt. In der Teverener Heide gilt der strikte Naturschutz. Und am Rodebach versuchen wir, eine verträgliche Balance zwischen Mensch und Natur herzustellen.“

„Die Besucher finden im Gangelter Naturpark Erholung und Ruhe, das soll auch künftig so bleiben“, meint Gerd Dahlmanns. Nicht nur beim Umgang mit den Besuchern hat jeder Park seinen eigenen Ansatz. Bürgermeister Tholen erläutert: „Jeder Naturpark hat seine ganz eigene Individualität. Sie soll auf jeden Fall erhalten bleiben und sogar noch gestärkt werden durch den Masterplan.“ Im Entwurf stellen die Gutachter fest, dass die drei Naturgebiete, obschon sie dicht beieinander liegen, zahlreiche ökologische Qualitäten aufweisen, die „teilweise von europäischer Bedeutung sind“. Das sind Pfunde, mit denen sich vorzüglich wuchern lässt. Neben anderen Leitlinien, die im Masterplan erwähnt werden, ist der Tourismus von zentraler Bedeutung. Die Planer schlagen vor, die drei Parks auch räumlich miteinander zu vernetzen. „Auf diese Weise können mehr Besucher angezogen werden, die länger bleiben und mehr ausgeben. Lokale und regionale Wirtschaft können dadurch einen Impuls bekommen“, heißt es in dem Entwurf.

Nach Einschätzung der Planer erfüllt der Heidenaturpark alle Voraussetzungen, die nötig sind, um Besucher anzulocken: „Unterschiedliche Flächennutzungen, ein ausgereiftes Relief, interessante Ufer, Abwechslung und überraschende kulturhistorische Elemente.“ Auch die sichtbaren Abgrabungen, wie es sie vor allem in der Teverener und Brunssummer Heide zuhauf gibt, sollen nicht mehr aus dem Landschaftsbild verschwinden, sondern sich naturnah entwickeln können und „Zeugnisse der wirtschaftlichen Tätigkeit“ abgeben.

„Damit sollen auch Tiere und Pflanzen ein spezielles Biotop bekommen“, konstatiert Dahlmanns. Und im Entwurf des Masterplans schwärmen die Experten: „So kann eine Struktur aus Abgrabungen und Deponien entstehen, die in den Niederlanden, in der Euregio und wahrscheinlich in ganz Europa einzigartig ist.“ Tholen unterstreicht das Hauptanliegen des Projekts: „Sinn und Zweck des Heidenaturparks ist es, die Natur, die Freizeitmöglichkeiten und damit die heimische Wirtschaft zu entwickeln.“

Deshalb mahnen die Gutachter die Zusammenarbeit zwischen Unternehmern und öffentlichen Stellen beiderseits der Grenze an: „Diese ist für den Erfolg des Heidenaturparks unverzichtbar.“

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