Gangelt - Naturpark Rodebachtal: Das Leben kehrt zurück

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Naturpark Rodebachtal: Das Leben kehrt zurück

Von: hama
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Mittlerweile gibt es im Gangel
Mittlerweile gibt es im Gangelter Naturpark elf Blänken (vorn), also Biotope. Über einer der Nisthilfen (im Hintergrund) wurde zudem schon der erste Storch gesichtet. Foto: Karl-Heinz Hamacher

Gangelt. Der grenzüberschreitende Naturpark entlang des Rodebaches hat sich zu einem Hort für seltene Tier- und Pflanzenarten entwickelt. Die extensive Nutzung hat dazu geführt, dass verschwundene Tiere sich wieder ansiedeln, Pflanzen, deren Samen Jahrzehnte im Boden geruht haben, wachsen.

Die Nabu-Mitglieder der Ortsgruppe Rodebach-, Saeffelbach-, Kitschbachtal sind stets dabei, neue Nischen zu schaffen. Mittlerweile findet man im Bereich Mindergangelt bis Niederbusch elf unscheinbare Vertiefungen im Boden, die der Fachmann Blänken nennt.

Das sind Tümpel, natürliche Wasseransammlungen, die meist durch Stau-, Grund- oder Schichtenwässer gespeist werden. Das Besondere daran ist, dass sie in den generell feuchteren Jahreszeiten außerhalb des Sommers Wasser führen, während sie im Sommer trocken fallen können und nur in den tieferen Zonen immer noch Restwasserflächen stehen bleiben.

Aufgrund dieser wechselnden Wasserstände sind Blänken Lebensraum für „Spezialisten”, für eine eigene Tier- und Pflanzenwelt. Während dauerhaft Wasser führende Teiche relativ stabile Lebensräume darstellen, herrschen in Blänken mit ihren extrem wechselnden Wasserständen - mal Dürre, mal Überschwemmung - Überlebensvoraussetzungen für speziell angepasste Lebewesen, die selbst solche Lebensbedingungen meistern können.

Blänken sind wertvolle Biotope, kulturelle Strukturelemente in einer oft verarmten Agrarlandschaft. Flugunfähige Jungvögel verschiedener - Wiesen- und Watvögel wie Kiebitz, Bekassine, Schwarz- und Braunkehlchen, Pieper, Bach- und Gebirgsstelze, Feldlerche, Rallen oder Enten finden hier ebenso ein Rückzugsgebiet und einen Lebensraum, wie Libellen, Amphibien und Reptilien, Schmetterlings- und Heuschreckenfauna.

Anzutreffen sind auch Binsen, Seggen, Ehrenpreis, Sumpfdotterblume; alles Arten, die auf anderen Plätzen rasch von schnellwüchsigen Arten überwuchert und verdrängt würden.

„Unsere Beobachtungen in dem zurückliegenden Beobachtungszeitraum haben uns bestärkt in dem Ziel, möglichst viele zusätzliche temporäre Wasserflächen zu schaffen”, fasst Nabu-Vorsitzender Franz Oschmann nach den ersten sechs Monaten zusammen. „An und in den Wasserflächen sowie den Röhricht-, Hecken- und Baumbereichen waren schon neue Arten zu beobachten.” Es sei ein Traum, so Franz Oschmann.

Ermöglicht wurde die Blänken-Aktion durch das Engagement der Bauunternehmung Schlun, die sich bereit erklärt hat, Personal und Gerät zu stellen. Der Aufwand war entsprechend hoch, da der Aushub nicht im Naturpark verbleiben durfte und abtransportiert werden musste.

Ein nächster Erfolg zeichnet sich ab: Peter Fischer hat über die Mindergangelter Nisthilfen bereits den ersten Storch kreisen gesehen.
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