Nato streicht bis zu 415 Stellen

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Mit nur noch 2073 anstatt 2960 Soldaten und Zivilisten soll der Awacs-Verband seinen Auftrag erfüllen. Fast 900 Stellen werden gestrichen. Foto: Georg Schmitz

Geilenkirchen. Auf der Nato-Base in Geilenkirchen werden offenbar doch deutlich weniger als 900 Stellen gestrichen. Ein Sprecher hat die am Donnerstag gemachten Angaben der Awacs-Verantwortlichen heute gegenüber unserer Zeitung nach unten korrigiert.

Hintergrund der falsch übermittelten Zahlen seien die „die komplizierten direkten und indirekten Beschäftigungsverhältnisse des mulitnationalen Verbandes”. Die Zahl der militärischen und zivilen Bediensteten des Geilenkirchener Awacs-Verbandes sollen nach Angaben des Nato-Verbandes vom Freitag um bis zu 415 von derzeit 2488 auf 2073 Stellen reduziert werden. Dies erklärte Oberst i.G. Werner Nemetschek im Gespräch mit unserer Zeitung. Definitiv von der Stellenstreichung betroffen sind nach Angaben eines Verbandssprechers 65 Nato-Zivilisten und 173 Soldaten, macht in der Summe 238 Stellen. Weitere 177 Stellen, die durch örtliche Beschäftigte besetzt sind, stehen zur Disposition, müssten aber noch von „höherer Stelle überprüft werden”. Von den 173 genannten Militärstellen fallen 116 in Geilenkirchen weg, der Rest auf vorgeschobenen Flugplätzen.

Die Zahl der insgesamt auf dem Flugplatz Beschäftigten beziffern die Verantwortlichen des Verbandes mit 2960 Militärs und Zivilisten, sodass unter dem Strich 900 Arbeitsstellen wegfallen müssten, um die angepeilte Zahl von 2073 zu erreichen. Dieser Feststellung widerspricht allerdings jetzt der Nato-Verband: Von einer Streichung von knapp 900 Stellen könne keine Rede sein, da die Zahl der Festangestellten auf der Nato-Base bei 2488 liege. Man komme nur dann auf knapp 3000 Beschäftigte, wenn man die Mitarbeiter der Fremdarbeitsfirmen hinzuzähle. Inwieweit diese von den Kürzungsplänen der Nato betroffen sind, könne derzeit allerdings niemand sagen.

Der Kommandeur des Verbandes, Brigadegeneral Burkhard Pototzki, hat im verbandseigenen Infoblatt „Sky Watch” bereits die Mitarbeiter auf das eingestimmt, was sukzessive kommen soll. „Derzeit kommt viel Bewegung in den Verband, um das neue, als Konsequenz eines größeren Re-Strukturierungs-Plans der NATO geforderte Peacetime Establishment (PE, übersetzt: Friedenszeit Aufstellung, Anm d. Red.) zu implementieren”, schreibt Pototzki.

Dies bedeutet, dass sich alle Abteilungen des Verbandes einer Überprüfung unterziehen müssen. „Wir müssen den vorhandenen Auftrag mit weniger Personal schaffen. Mit der Verschlankung des Personalumfangs geht eine Veränderung der Organisationsstruktur einher”, erklärt Oberst i.G. (im Generalstabsdienst) Werner Nemetschek.

Nemetschek hat am 1. Januar 2010 das Deutsche Kontingent beim Awacs-Verband von Oberst Reinhard Mack übernommen. Als Dienstältester Deutscher Offizier steht der 56-Jährige nun über 460 deutschen Soldaten auf der Base vor. Am 1. April übernahm Nemetschek zusätzlich das separate Amt des „Chef des Stabes”, das bis dahin der Deputy Commander Oberst Ton van Happen inne hatte.

Der Nato-weite „Sanierungsprozess” darf nicht den Auftrag des E-3A Verbandes beeinflussen, „der operationelle Auftrag bleibt unverändert”, so Nemetschek. Die Um-Organisation mache eine Anpassung der Struktur des Verbandes erforderlich mit einer effizienteren Umverteilung der Zuständigkeiten. Dazu gehöre auch die Optimierung der Arbeitsabläufe. „Das ist ein längerer Prozess, der einige Monate in Anspruch nehmen wird und im Konsens abgestimmt und umgesetzt wird”, erläutert Oberst i.G. Werner Nemetschek.

Eine Entscheidung werde in diesem Jahr erwartet, der Verband soll die neue Struktur zum 1. August 2010 einnehmen, geht Nemetschek auf den zeitlichen Ablauf ein. Eine endgültige Abstimmung unter den Nationen sei aber noch erforderlich.
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