Gangelt - Nach Unterschriften jetzt „Pro-Penny“ ?

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Nach Unterschriften jetzt „Pro-Penny“ ?

Von: Daniela Martinak
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Hubertine Schmitz und ihr Mann Ludwig gehen immer noch gerne im Gangelter Pennymarkt einkaufen. Dass diese Filiale schließen soll, können die beiden nicht fassen und sehen keinen Grund. Foto: Daniela Martinak
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Bereits zum dritten Mal beteiligen sich zahlreiche Gangelter an der Unterschriftenaktion und wehren sich so gegen die Schließung des Marktes. Foto: Daniela Martinak

Gangelt. „Wir wissen nicht mehr, was wir tun können“, steht in der E-Mail, die Hubertine Schmitz an unsere Redaktion geschrieben hat. Die Gangelterin teilt darin mit, wie verzweifelt sie ist und betont, „dass es auch anderen Menschen so geht.“ Der Grund, der Pennymarkt in Gangelt soll dicht machen.

Vor zwei Wochen haben sie und ihr Mann Ludwig beschlossen, sich dagegen zu wehren. „Wir haben einen Brief verfasst und eine Unterschriftenliste im Markt aufgehängt“, erklärt Schmitz. Dort, so der Plan, sollten alle Kunden, die gegen die Schließung der Filiale sind, unterschreiben, das Papier dann dem Bürgermeister und auch der Penny-Zentrale vorgelegt werden. Doch „ein gewisser Herr“ durchkreuzte die Pläne der Penny-Fans: „Der Bezirksleiter vom Penny kam und hat alles abgerissen und weggeschmissen.“

Zuvor sei das Aufhängen der Listen jedoch mit den Mitarbeitern des Marktes abgesprochen worden. Doch die dürfen sich nun nicht mehr äußern: „Wir können leider keine Stellung dazu nehmen. Nur eins können wir sagen: Dass wir arbeitslos sind, wenn der Markt schließt, ist nicht richtig.“

Nur ein leichter Trost für Familie Schmitz und ihre Nachbarn. Denn noch mehr Leute haben sich dann eingeschaltet, erneut Listen zum Unterschreiben aufgehängt, den Zeitungsartikel, aus dem unter anderem hervorgeht, dass der Supermarkt aufgrund zu großer Konkurrenz unter die Räder kommt, daneben. Wieder signalisierte der Bezirksleiter Desinteresse am Einsatz der Kunden. Schmitz: „Der Zettel wurde wieder von der besagten Person vernichtet.“ Sichtlich empört schildert sie, wie sie anschließend Kontakt zu ihm aufnehmen wollte. Vergeblich, denn auch uns wurde weder der Name noch die Telefonnummer mitgeteilt.

„Wir können uns leider dazu nicht äußern. Wir wissen darüber auch nichts“, sagte uns die Mitarbeiterin der Zentrale und gab uns eine E-Mail-Adresse. „An diese Adresse hat der Filialleiter auch meine Telefonnummer geschickt und die Damen und Herren gebeten, sich zu melden“, bemerkt Hubertine Schmitz. Und erhielt wieder keine Antworten auf ihre Fragen.

Auch die E-Mail der Redaktion blieb bis Redaktionsschluss unbeantwortet. Was Hubertine und Ludwig Schmitz nun tun werden? Die beiden zucken mit den Schultern. „Wir fühlen uns ungerecht behandelt und wollen doch nur das Recht, uns zu äußern“, erklärt das Gangelter Ehepaar. Es gehe doch auch darum, dass mit der Schließung des Marktes den Menschen in Gangelt, insbesondere im Neubaugebiet, das Leben erschwert werde. „Der Penny verbindet uns alle. Alte und junge Menschen. Hier treffen wir uns, trinken Kaffee in der Bäckerei, die dann auch fort ist, erledigen unsere Einkäufe, zu Fuß, ohne Auto. Wir wollen unseren Penny behalten.“ Mit den anderen Bürgern, die sich ebenfalls für ihren Penny einsetzen, sind sie bisher noch nicht zusammengetroffen.

Abwegig sei das aber nicht. „Wir wollen jetzt hier keinen Sitzstreik machen, aber das ist doch keine Art, jemanden abzuwimmeln und den Einsatz in die Tonne zu kloppen“, schimpft Ludwig Schmitz. Immerhin drei DIN A4 Blätter waren übersät von Unterschriften. Und die liegen jetzt im Müll.

„Vielleicht wäre es ja gar nicht so schlecht, sich mit allen Gegnern der Schließung einmal zu treffen“, überlegen er und seine Frau jetzt. So könnte vielleicht bald die Gangelter Gruppe „Pro Penny“ entstehen. Ob das alles etwas bringt und ob die Unterschriftenliste – es hängt übrigens schon wieder eine neue aus – Wirkung tut, bleibt fraglich, ist aber eher unwahrscheinlich.

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