Gangelt - Nach Leichensuche: Kraterlandschaft wird rekultiviert

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Nach Leichensuche: Kraterlandschaft wird rekultiviert

Von: Georg Schmitz
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Die Ortsverbände Übach-Palenberg, Krefeld und Simmerath des THW waren mit Pumpen im Einsatz, um das betroffene Gelände für die Schiebearbeiten mit einer Planierraupe vorzubereiten. Foto: Georg Schmitz.
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Die Wildgänse kommen: Wenn die Rekultivierungsmaßnahmen abgeschlossen sind, soll die Natur wieder sich selbst überlassen werden.

Gangelt. Im August 2013 war die Polizei in den Niederlanden noch voller Hoffnung, dass ein Vermisstenfall aus dem Jahre 1996 aufgeklärt werden könnte. Nach Hinweisen einiger Zeugen gingen die ermittelnden Behörden davon aus, dass der Vermisste aus Landgraaf einem Kapitalverbrechen zum Opfer gefallen ist.

Die Erkenntnisse deuteten darauf hin, dass der Mann in einer Mülltonne auf deutschem Hoheitsgebiet unweit des Westtores der Awacs-Basis bei Hohenbusch vergraben wurde.

Ab Mitte August begann eine beispiellose Suchaktion, in dessen Verlauf eine Fläche in der Größe von mehreren Hektar in der Teverener Heide abgesucht und umgegraben wurde (wir berichteten). Das Technische Hilfswerk pumpte sogar einen über 600 Millionen Liter fassenden See leer. Bis zu 21 Meter tief fraßen sich die Bagger ins Erdreich, denn 1996 bestand in diesem Bereich eine Kies- und Tongrube. Zudem suchten Spezialisten mit Bodenradar nach dem Mann. Doch die Suche nach der Leiche blieb ergebnislos. 

„Es gibt keine neuen Erkenntnisse von niederländischer Seite, die ein weiteres Vorgehen rechtfertigen“, sagt Kriminalhauptkommissar Lambert Heinrichs, der die Suche von deutscher Seite begleitete. Die Fläche werde jetzt im Auftrag der Kreisverwaltung mit einer Raupe beigeschoben.

Die Natur solle dann ihrer natürlichen Entwicklung überlassen werden, schon in drei Jahren werde hier wieder ein Biotop entstanden sein. Nach Angaben von niederländischer Seite verschlang die Aktion inklusive der Rekultivierung über 140.000 Euro, die zwischenzeitlich ebenfalls abgeschlossen wurde.

Um das Gelände zu rekultivieren rückten erneut die Ortsverbände Krefeld, Simmerath und Übach-Palenberg des THW mit Pumpen an. Über die Herbst- und Wintertage hatte sich jede Menge Wasser angesammelt, dass es abzupumpen galt, bevor die Kraterlandschaft zugeschüttet und planiert werden konnte.

„Die Rekultivierungsmaßnahmen sind mit uns abgestimmt und wurden von uns begleitet“, sagt der Leiter des Amtes für Umwelt beim Kreis Heinsberg, Günter Kapell. Das betroffene Areal in der Teverener Heide ist Landschaftsschutzgebiet und befindet sich im Besitz des Kreises. Eine Geilenkirchener Firma wurde mit der Modellierung des Geländes beauftragt.

Kapell berichtet, dass hier das seltene Blaukehlchen ansässig geworden ist und deshalb die Arbeiten vor der Brutzeit abgeschlossen sein sollten. Ab sofort wird nun das Areal sich selber überlassen, und die ersten Wildgänse haben sich schon am zunehmend wachsenden Waldsee niedergelassen.

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