Nach jahrelanger Diskussion: Aachener Straße ist offen

Von: mabie
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Die Aachener Straße ist nach Jahrzehnten als Wendehammer nun wieder einseitig nur aus Richtung Frelenberg kommend befahrbar. Foto: Markus Bienwald

Übach-Palenberg. Der Frühling machte auch im Zentrum von Palenberg eine kleine Pause. Denn just zu dem Zeitpunkt, als das rote Band für den offiziellen Schnitt zur Freigabe der nun einseitig geöffneten Aachener Straße installiert wurde, begann es zu regnen.

Ob es nun am frischen Wetter lag oder das Interesse fehlte, blieb offen. Fest stand aber, dass beim offiziellen Akt durch Bürgermeister Wolfgang Jungnitsch die eigentlich mit der Maßnahme angesprochenen Vertreter aus der Geschäftswelt fehlten.

Der Erste Bürger freute ich dennoch über den Schritt, der ausschließlich die Durchfahrt in die Aachener Straße aus Richtung Frelenberg zulässt. Jungnitsch selbst hatte auf der Bahnhofstraße geparkt und konnte wegen der fehlenden Möglichkeit, aus dieser Straße rechts in den neuen Durchstich einzubiegen, erst nach einer kleinen Schleife über die Alte Aachener Straße in das feierlich freigegebene neue Teilstück einbiegen.

Bevor sein silberner Dienst-Audi unter dem Applaus der Anwesenden langsam über den frischen Asphalt rollte, erinnerte Jungnitsch an die lange Geschichte der Aachener Straße. „Gegen den Widerstand der Bürgerschaft und Geschäftswelt von Palenberg wurde seit den achtziger Jahren die Aachener Straße abgeriegelt“, blickte er zurück.

Seither habe bei jeder Kommunalwahl die Forderung zur Öffnung der Aachener Straße auf der Wahlkampf-Agenda der CDU gestanden. Mit den neuen Machtverhältnissen nach der Kommunalwahl 2009 haben die bürgerlichen Parteien unisono ein Versprechen zur Öffnung abgegeben, „deren Erfüllung ist mir eine besondere Herzensangelegenheit“, wie Jungnitsch sagte. Ähnlich historisch waren auch die Worte, die vor rund 40 Jahren „Freie Fahrt für freie Bürger“ forderten, und vom Verwaltungschef jetzt gerne wieder aufgegriffen wurden. So hätten Kraftfahrer, die aus Richtung Geilenkirchen kommen, nun die Entscheidungsfreiheit, welchen Weg sie ins Palenberger Zentrum nehmen möchten.

„Nichts ist demokratischer, denn alle Hindernisse sind abgebaut“, schloss er. Das trifft im Falle des nur wenige Meter kurzen Wegstücks, das in der Umsetzung insgesamt rund 60.000 Euro kostete, aber nicht ganz zu. Denn Begrenzungslinien am Boden, eine kleine Abpollerung, ein Schild und eine kleine Ausbuchtung waren laut Verwaltung nötig, um Menschen auch optisch davon zu überzeugen, dass die kleine Einbahnstraße keine Durchfahrt aus Palenberg ist. „Dass eine solche Maßnahme nicht ohne Kosten zu bewerkstelligen ist, liegt auf der Hand und bedarf keiner Diskussion“, hob Wolfgang Jungnitsch weiter hervor, „die wünschenswerte große Lösung mit einem großzügigen Kreisverkehr konnten wir als Stadt in Finanznot nicht leisten“, sagte er zur „Sparlösung“, wie er sie selbst bezeichnete.

„Als Gegenleistung haben wir die Wünsche der Bürgerschaft von Palenberg sowie die seit Jahrzehnten vorgetragene Forderung der Geschäftswelt erfüllt“, schloss er. Mit der Stichstraße, über die sich manche Privat-Anlieger nicht freuen, weil der Verkehr jetzt an ihren Häusern vorbeiführt, sei es möglich, so der Bürgermeister, auch den Bahnhof als Alleinstellungsmerkmal Palenbergs besser erreichen zu können.

„Dieser Bahnhof ist jetzt auch wieder von Frelenberg kommend durch Palenberg zu erreichen – zum Beispiel, wenn man sich noch schnell für die Fahrt nach Aachen mit der Bahn eine Zeitung kaufen will“, beendete Jungnitsch seine Worte. Und er freute sich darauf, dass die Besucher der Stadt spätestens mit dem verkaufsoffenen Sonntag am 13. April die Chance haben, sich dieses Stück Übach-Palenberger Straßengeschichte einmal genauer anzusehen und zu testen.

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