Geilenkirchen - Nach Absturz: Die Crew bleibt in Teveren unvergessen

Nach Absturz: Die Crew bleibt in Teveren unvergessen

Von: Udo Stüßer
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Flammendes Inferno nach dem Absturz: Das amerikanische Tankflugzeug stürzte vor 15 Jahren in das Waldstück und brannte aus. Die vier Besatzungsmitglieder kamen ums Leben: Alle Foto: Georg Schmitz
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Aachen. Hier folgt der Grundtext.
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Die vier Mitglieder der Tanker-Crew bleiben auf dem Teverener Flugplatz und bei der US National Guard unvergessen.
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15 Jahre nach dem Absturz legten am Freitag amerikanische Soldaten einen Kranz an der Gedenkstätte auf dem Teverener Flugplatz nieder.

Geilenkirchen. „I’m going around!“ (Ich starte durch!“) Das sind die letzten Worte des Piloten am 13. Januar 1999 exakt um 20.39 Uhr. Er zieht das Flugzeug über der Landebahn des Teverener Flugplatzes hoch. Das amerikanische Tankflugzeug vom Typ KC-135 geht in steilem Winkel nach oben.

Dann spielt sich das Drama in Sekunden ab: Ein Fluglotse bemerkt eine instabile Seitenlage. Die Maschine –noch mit 10.000 Litern Kerosin an Bord – kippt über den rechten Flügel ab. Sie stürzt zu Boden und geht in Flammen auf.

Zu dem Zeitpunkt ist die Flugplatz-Feuerwehr schon unterwegs zum Unglücksort. „Ich saß in der Leitstelle der Feuerwache und sah, wie das Tankflugzeug durchstartete. Beim Durchstarten sah ich plötzlich einen Feuerball am Himmel, die Maschine war in einer Höhe von ungefähr 700 Metern und brannte“, erinnert sich Manfred Havertz, Chef der Feuerwehrleitstelle auf dem Geilenkirchener Flugplatz an den Unglückstag. Und auch der niederländische Feuerwehrmann Jerome Borgsteijn blickt zurück: „Plötzlich sah ich einen riesigen Feuerball. Und das Flugzeug bohrte sich mit der Nase in den Boden.“ Die vier Besatzungsmitglieder des Tankflugzeuges sind an diesem Tag ums Leben gekommen.

Um 17.03 Uhr war das in Washington stationierte Tankflugzeug der US National Guard auf der Awacs-Basis gestartet. Sein Rufname: „Esso 77“. Sein Ziel: der Luftraum über der südwestlichen Nordsee. Auf diesem Trainingsflug trifft „Esso 77“ auf ein in Geilenkirchen stationiertes E-3 A-Flugzeug, das in einer Höhe von über 8000 Metern betankt wird. Auf dem Rückflug meldet der Pilot keine technischen Probleme, um 20.31 Uhr bittet er um Landeerlaubnis in Teveren. Um 20.39 Uhr dann der Funkspruch: „Ich starte durch!“

In Teveren keine Unbekannten

Die Männer der amerikanischen National Guard sind in Geilenkirchen keine Unbekannten, ständig sind in Teveren Flugzeuge und Crews stationiert, gemeinsam begeben sich die Einheiten auf Trainingsflüge. Aufgabe der KC-135 ist das Auftanken anderer Flugzeuge in der Luft. Regelmäßig werden auch Awacs-Flugzeuge bei längeren Übungs- oder Einsatzflügen in der Luft beigetankt.

Dementsprechend gedrückt war am Freitag die Stimmung auf der Base bei einer Gedenkveranstaltung 15 Jahre nach dem Unglück der „Esso 77“. Sogar das Wachbataillon des Bundesverteidigungsministeriums marschierte auf. Der Dienstälteste amerikanische Offizier auf dem Nato-Flugplatz betonte, dass die US National Guard ein wichtiger Punkt im Leben auf dem Flugplatz sei, diese Einheit sei fast schon ein Bestandteil des Verbandes.

General Andrew M. Mueller, Kommandeur des Nato E-3A-Verbandes, erklärte, dass der Dienst in der Luftwaffe sicherlich mit Gefahren verbunden sei. Allerdings habe es sich bei der Besatzung um hochprofessionelle Mitglieder der National Guard gehandelt. Der amerikanische Colonel Daniel J. Swain, derzeitiger Chef des US National Guard, bedankte sich in seiner Ansprache besonders bei der Übach-Palenbergerin Else Kriska, die seit dem Jahr 2000 die Gedenkstätte an der Absturzstelle in Gangelt-Hohenbusch pflegt. Zunächst hatten Unbekannte in der Nähe der Absturzstelle am Rande der „Neutralen Straße“ ein Eisenkreuz aufgestellt.

Viele Jahre legte Else Kriska unbemerkt von der Öffentlichkeit Blumen und Kerzen ab. Auch heute noch pflegt die 77-Jährige zweimal in der Woche das Mahnmal. „Ich selbst habe einen Sohn bei einem Verkehrsunfall verloren. Ich weiß deshalb auch, wie in den USA Mütter um ihre Söhne weinen, Frauen um ihre Männer und Kinder um ihre Väter“, errklärt sie am Rande der Gedenkfeier, der neben zahlreichen Ehrengästen auch Mitglieder und Ehemalige der US National Guard beiwohnten.

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