Mutige werfen einen Blick in die sanierte Kirchturmspitze

Von: g.s.
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Alle Blicke sind in die Kirchturmsspitze gerichtet, und es ist sichtbar, dass bei der Sanierung jede Menge Holz verarbeitet wurde. Foto: Georg Schmitz

Geilenkirchen-Gillrath. Mutige Zeitgenossen nutzten das Pfarrfest in Gillrath zu einer Erkundung des Kirchturmes. Kirchenvorstandsmitglied Toni Wienands bot den ganzen Tag über Turmführungen an – und die hatten es in sich. Bis zur ersten Ebene waren zunächst 20 steile Holzstufen auf der 40 Zentimeter breiten Treppe zu bewältigen. Dort angekommen, erfuhren die Turmbesteiger, dass dieser Teil als Stau- beziehungsweise Lagerraum genutzt wird.

In einer Ecke waren die alten Tafeln des Kreuzweges aufgereiht. Noch einmal 20, diesmal nur 30 Zentimeter breite Stufen hinter sich gebracht, fanden sich auf der zweiten Ebene jede Menge Dachziegel sowie die Mechanik der alten Turmuhr.

Unter dem Fenster lag auch ein alter Glockenklöppel, der immerhin 25 Kilogramm wog. Die nächsten vier Ebenen konnten die Besucher nur über Leitern erreichen, doch die weitere Besteigung lohnte sich auf jeden Fall.

Lauter Glockenschlag

Ein lauter Glockenschlag zur halben Stunde machte die Besucher darauf aufmerksam, dass sie sich neben dem Geläute befanden. Toni Wienands setzte die zwei Stahlglocken sowie die Bronzeglocke sogar noch in Gang, was den Boden zum Erbeben und die Ohren bis an die Schmerzgrenze brachte.

Weiter ging es bis in die Turmspitze, auf der sich der – von innen allerdings nicht zu sehende – goldene Kirchturmhahn 35 Meter über dem Straßenniveau erhebt. Zur Geschichte der von 2010 bis 2011 im oberen Bereich sanierten Pfarrkirche konnte Wienands einiges beitragen.

„Die Kirchturmspitze hat der Sturm Kyrill 2010 verschoben, die hätte jederzeit runterstürzen können“. Das habe man aber rechtzeitig bemerkt, und bei der damaligen Begehung sei die Pfarre um einige Erfahrungen reicher geworden. Denn „es wurde festgestellt, dass die aus dem Jahre 1840 stammende Turmhaube nur aufgesetzt und nicht befestigt worden war.“

Während der dringend notwendigen Sanierung sei diese dann mit acht Ankern befestigt worden. Die große Menge an sichtbaren neuen Balken aus Buchenholz und anderen Harthölzern sowie eine Masse von Querlatten aus Fichte lassen erahnen, welcher Aufwand hier betrieben wurde.

Die Sanierung der ursprünglich 1721 als Kapelle gebauten Pfarrkirche St. Mariä Namen habe rund 385.000 Euro verschlungen – Spenden und immense Eigenleistung von vielen Helfern und Bürgern seien noch nicht einmal einbezogen.

Dicke Staubschicht beseitigt

Rechtzeitig zum zweiten Turmfest nach 2011 hatten fleißige Hände die sich in zwei Jahren angesammelte dicke Staubschicht beseitigt, damit die Turmkletterer keine schmutzigen Hände bekamen. Aber auch sonst hatte die zweitägige Festivität einiges zu bieten. Schon am ersten Tag zeigten sich die Gäste im Haus Vossen begeistert von den Beiträgen des „Jungen Chores Hünshoven“.

Nach der sonntäglichen Messe mit Pfarrer Peter Frisch füllte sich der Saal beim ausgiebigen Mittagessen bis zum letzten Platz. Eine Hüpfburg beschäftige die Kinder und ein Konzert des Trommler- und Pfeiferkorps Gillrath die Erwachsenen. Cafeteria und Verlosung rundeten das Turmfest ab.

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