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Musikverein Birgden: Erfahrungen bis hinein in den Kölner Karneval

Von: agsb
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Hundert Jahre und immer noch jung: Der Musikverein Birgden ist eine starke Einheit, und er feiert über Monate das runde Jubiläum. Repro: agsb

Gangelt-Birgden. Musik war schon immer Trumpf – auch vor 100 Jahren. Um 1910 wurde in der Region das Vereinsleben entdeckt, ganz besonders die Musik erlebte ihren Einzug. Ende 1913 hatte der Birgdener Metzgermeister Karl-Josef Aretz die Idee, in Birgden einen Musikverein zu gründen.

Mit Karl-Josef Aretz, Heinrich Beckers, Johann Frings, Josef Gerards, Andreas Nießen, Johann Pils, Heinrich Scheufen, Josef Scheufen, Karl Scheufen, Jakob Schröder, Franz Vaßen und Leonard Wassen wurde der Instrumentalverein Birgden gegründet, am 18. Juni 1914 folgte der Eintrag ins Gemeindeverzeichnis Gangelt.

Die Kriegswirren stoppten jedoch den musikalischen Tatendrang für Jahre. 1926 stand Birgden beim ersten „Gesang- und Musikfest“ im Mittelpunkt. Schwere Zeiten brachte der Zweite Weltkrieg, 1938 wurden alle Instrumente durch die Partei- und Staatsgewalt vorübergehend beschlagnahmt. Erst 1951 hatte sich das Dasein stabilisiert, das Vereinsleben lenkte von den großen Sorgen nach dem Krieg ab. 1958 begann eine Freundschaft mit der St.-Aegidius-Schützenbruderschaft Kreuzrath. Die dortige Kirmes wurde unterstützt, bis heute wird diese Tradition fortgeführt.

Im Jahr 1962 wurden grün-schwarze Uniform angeschafft. Anfang der 70er Jahre erlebte der Verein starken Mitgliederzuwachs im Jugendbereich, auch mehr als 250 fördernde Mitglieder konnten geworben werden. Die Osterkonzerte brachten große Erfolge, inzwischen sind es die Frühlingskonzert. Die Musiker pflegen Brauchtum, am Heiligabend spielt der Verein auf Birgdens Straßen. Im Jahr 1978 wurde aus dem Instrumentalverein der „Musikverein Birgden“.

Zahlreiche Erfolge spiegeln den musikalischen Aufschwung wider. So wurde der Rang in der Oberstufe beim Wertungsspiel beim 3. Kreismusikfest in Übach-Palenberg gefeiert. Der Musikverein Birgden wurde schnell zum musikalischen Markenzeichen der Region, Konzerte im Essener Grugapark sowie im Düsseldorfer Hofgarten sorgten für weitere Werbung wie auch durch die beginnenden Konzertreisen, auch in den Schwarzwald. 1977 begleitete der Verein erstmals die Kölner „Schull- un Veedelszöch“, das ging bis 1984. Gefördert wird auch alle drei Jahre die musikalische Begleitung der Wallfahrt der „Lebenshilfe“ Heinsberg nach Banneux. Und auch Altpapiersammlungen kamen zu den Aufgaben des Musikvereins.

Große Schlagzeilen machte das Ensemble beim Landesmusikfest 1991 in Krefeld mit der Qualifikation zum Bundeswettbewerb. 2003 wurde eine Bläserklasse in Zusammenarbeit mit der Grundschule Birgden und den Musikvereinen Stahe-Niederbusch und Schierwaldenrath ins Leben gerufen. Die Auszeichnung mit dem ersten Platz in der Kategorie „Nachwuchs“ beim Sparda-Musik-Netzwerk NRW sorgte für weiteren Aufschwung im Nachwuchs.

Erster Vorsitzender war Karl Aretz, seit 1994 steht Harald Pelters an der Spitze des Vereins, feiert mit dem Jubelfest selbst sein 20-Jähriges als Vorsitzender. Karl Aretz, Wilhelm Jansen, Karl Scheufen und Josef Gerards waren die ersten Dirigenten des Musikvereins. Seit 1998 führt Thomas Krautwig das Ensemble. Die Erfolge aus Jahrzehnten setzen sich fort. In der Szene hat sich der Musikverein einen großen Namen erspielt.

Am Sonntag, 16. Februar, startet das 100-Jährige mit dem Gottesdienst (10.30 Uhr) und anschließendem Empfang und Spiel der Bläserklassen, am 29. März folgt das Jubiläumskonzert (ab 19.30 Uhr, Mehrzweckhalle), am 31. Mai/1. Juni wird zur Musikolympiade geladen, das Hauptfest findet statt vom 19. bis 22. September zur Dorfkirmes. Der Festreigen endet in einer musikalischen Silvesterparty.

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