Musikkorps Würm glänzt bei Premiere mit Pop und Marschmusik

Von: Johannes Gottwald
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Konzert
Konzentriert und spielfreudig: Das Musikkorps glänzte beim Auftritt in Würm. Foto: Johannes Gottwald

Geilenkirchen-Würm. Es war ein Abend der Premieren: Zum ersten Mal veranstaltete das Musikkorps Würm statt eines Frühjahrs- ein Herbstkonzert, zum ersten Mal bestritt man das Programm ganz allein und zum ersten Mal fand die Veranstaltung in der neuerrichteten Bürgerhalle neben der Grundschule statt.

Neu war auch der Gedanke, diesmal Stühle und Tische aufzustellen und während des Konzertes Getränke auszuschenken. Und das Experiment wurde ein voller Erfolg, viele Besucher wurden angelockt und füllten den Saal bis auf den letzten Platz.

Eröffnet wurde das Programm mit den feierlichen Klängen des 1. Bataillon-Garde-Marsches, der 1806 von dem preußischen König Friedrich Wilhelm III. komponiert wurde - kaum zu glauben, dass dieser von den Historikern meist als hausbacken und eher phantasielos beschriebene Monarch auch eine musische Ader hatte.

Dann folgte mit der Filmmusik "The Lion King" der erste "dicke Brocken", in dem das Musikkorps die ganze Palette seiner brillanten Klangvielfalt ausbreiten konnte.

Dagegen bildete der "Saint-Triphon-Marsch" die musikalische Huldigung des deutsch-schweizerischen Komponisten Artur Ney an ein alpines Bergdorf im Kanton Waadt.

"Holiday in Spain" weckte bei so manchem Zuhörer Urlaubsgefühle - die temperamentvolle Komposition ließ allerdings keinen Gedanken an sommerliche Sandstrände aufkommen, sondern verbreitete Volksfest- und Stierkampf-Atmosphäre.

Vom sonnigen Süden nach Nordeuropa führte danach "Abba Gold". Der Titel deutete es schon an: Ein farbiges Medley zog vorüber, in dem die bekanntesten Melodien der schwedischen Gruppe verarbeitet wurden.

Bei "Music" von John Miles wechselten ruhige Harmonien mit wild aufpeitschenden, zum teil asymmetrischen Rhythmen ab, bevor dann beim "Swing mit Peter Kreuder" wieder viele Besucher populäre Schlagermelodien wie "Ich wollt, ich wär ein Huhn" oder "Ich brauche keine Millionen" mitsummten.

Im zweiten Teil des Abends offenbarte das Musikkorps eine ausgesprochene Vorliebe für Marschmusik: Mit dem Silberkondor-Marsch, dem Marsch der Medici und "Zum Städtele hinaus!" war diese Musikgattung gleich mehrfach vertreten.

Der Marsch der Medici hat übrigens nichts mit der bekannten italienischen Bankiersfamilie aus der Renaissance zu tun. Der niederländische Komponist Johan Wichers hatte ihn den Ärzten (lateinisch: Medici) gewidmet, die ihn 1938 bei einem längeren Krankenhausaufenthalt vorbildlich behandelt hatten.

Bei den tänzerisch beschwingten Rhythmen des "Cream of Clapton", der "Gabrielen-Polka" und dem "Hands up!" konnten Dirigent Thomas Schrouff und sein Orchester mit ausgefeilter Klangreinheit und musikalischer Ausdrucksstärke überzeugen.

Für die kurzen, aber immer informativen und oft humorvollen Erläuterungen der einzelnen Stücke sorgte Markus Tischendorfer - für ihn war es gleichfalls eine Premiere, die er sicher und souverän meisterte.

Nachdem die schmissigen Klänge des "Appel aux Trompettes Marsch" vorübergerauscht waren, gab es einen verdienten und stürmischen Applaus des Publikums - und selbstverständlich noch eine Zugabe.
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