Motive wie mit frischem Wind gemalt

Von: Andrea Schever
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Großes Interesse zog die „Jubiläums-Vernissage“ im Krankenhaus auf sich. Glücklich über das Erreichte waren auch (vorn v.l.) Hedwig Heinrichts, Maria Rels, Maria Kordy, Johannes Bindels, (hinten v.l.) Meinolf Schrage, Walter Everhardt, Heinz-Leo Gerhards. Foto: Andrea Schever
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Kirchen in Russland haben ... Foto: Andrea Schever
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... Maria Rels zu diesen Bildern inspiriert. Foto: Andrea Schever

Geilenkirchen. Es war die schon 50. Ausstellung im St.-Elisabeth-Krankenhaus, organisiert von der Gruppe „Kunst im Krankenhaus“ (KiK). Glücklich über dieses Jubiläum war auch Meinolf Schrage, Krankenhausseelsorger und Leiter der Gruppe „KiK“, der am Donnerstag zu diesem Anlass die zahlreich erschienenen Gäste sowie die Geschäftsleitung des Hauses willkommen hieß.

Gegründet wurde die Gruppe Freiwilliger im Jahr 2000 vom damaligen Krankenhausseelsorger Hans Baggen und der Gemeindesozialarbeiterin Ute Achten. Hans Baggen wollte den Patienten wie auch den Besuchern des Krankenhauses eine Abwechslung bieten, die auch auf emotionaler Ebene anspricht und somit jenseits der guten medizinischen Versorgung für eine Unterstützung des Genesungsprozesses sorgt.

Im Jahr 2003 übernahm Meinolf Schrage als neuer Krankenhausseelsorger die zu diesem Zeitpunkt eigenständige Gruppe und unterstützte das kulturelle Ergänzungsprogramm. Mittlerweile sind die Plätze für Ausstellungen so beliebt, dass alle Vergaben bis Ende 2014 geregelt sind.

Die aktuelle Jubiläumsausstellung trägt den Titel „Russische Kirchen“ und wurde von der 81-jährigen Künstlerin Maria Rels aus Kleinwehrhagen/Selfkant geschaffen. Auf 25 Bildern hat sie verschiedenste Kirchen aus der ehemaligen Sowjetunion verewigt, mal von weit, von nah oder auch von innen.

Kirchen, vor allem jene in Russland, haben für Maria Rels eine besondere historische Bedeutung: „Es sind gerade russische Kirchen, weil diese in der Geschichte und der Entwicklung des Landes etwas Wichtiges, etwas Besonderes hatten. Trotz all der Zaren, der Eroberungen und der Mongolen sind sie immer Kirchen geblieben. Sie wurden nicht umfunktioniert und konnten so den Menschen in schwierigen Zeiten eine Konstante, einen Ort der Hoffnung und Zuflucht bieten.“

Wohl deshalb zog es Maria Rels während ihrer Studienzeit in der damaligen Sowjetunion nach dem Besuch der Universität oft zu den Kirchen. Mit einem Klapphocker, mit Farben, Pinseln und Papier gewappnet, setzte sie sich auf die Plätze vor den sakralen Bauten und hielt das fest, was sie dort sah und wahrnahm.

Ob nun die charakteristischen bunten Zwiebeltürme der Basilius-Kathedrale in Moskau, die schlanke Christi-Himmelfahrts-Kirche von Kolomenskoje oder das von Birken umgebene Priester­seminar in Petersburg – jedes Bild besitzt trotz des Alters von rund 30 Jahren eine Frische und Lebendigkeit, als würde noch der Wind am Objekt vorbeiwehen.

Besonders gut gefiel einer Besucherin ein Bild mit einem kunstvoll geschwungenen Eingangstor: „Es ist ja eigentlich aus Eisen und sehr starr. Aber es wirkt so einladend, ich würde gern auf diesen Innenhof gehen.“

Laudatorin Maria Kordy beschrieb Wahl und Umsetzung der Motive treffend mit den Worten: „In einigen der Aquarellen werden die Bauwerke mit Hilfe eines dramatischen Himmels in Szene gesetzt.“ Die dunklen Wolken verdüstern die Stimmung des Bildes, „doch im Umfeld der Kuppeln und Zwiebeltürme blickt in hoffnungsspendender Weise das Licht durch“, erklärt Maria Kordy, wodurch die Bilder wiederum lebendig strahlen.

Gemalt hat die Selfkänterin schon seit ihrer Schulzeit. In dieser Zeit schon arrangierte sie ihre ersten Ausstellungen und lernte über die Jahre hinweg bei Künstlern wie dem Dortmunder Maler Otto Bahrenburg und Prof. August Kranz. Ausgestellt hat sie in Goslar, Lünen, Dortmund (Westfalenhalle), in der katholischen Akademie Schwerte und vor zwei Jahren bereits zu einem anderen Thema im Geilenkirchener Krankenhaus.

Zur Feier des Jubiläums wurde den Anwesenden, darunter viele Freunde der Künstlerin, auch ein kleiner Imbiss gereicht, so dass in entspannter Atmosphäre noch eine Weile über die Bilder.

Die Ausstellung ist bis zum Sonntag, 30. Juni, für alle Interessierten im Rahmen der Besuchszeiten des Krankenhauses im Lichthof der Etage C3/B3 geöffnet.

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