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Molkereigelände: Eine Brache schließt sich

Von: Markus Bienwald
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Hans Herings von Voba Immobilien, Volksbank-Vorstand Klaus-Dieter Kroll, Eigentümer Franz Davids und Geilenkirchens Bürgermeister Georg Schmitz (v.l.) ließen gestern beim offiziellen ersten Spatenstich für die neuen Grundstücke im Baugebiet „Am Sonnenhügel“ den Sand fliegen. Das Gebiet liegt in der Awacs-Einflugschneise ist aber dafür aber schön zentrumsnah. Foto: Markus Bienwald

Geilenkirchen. Eigentlich war am Mittwoch der ideale Tag für einen ersten Spatenstich: Der schon in der Nacht kräftige Regen hatte den Grund aufgeweicht, da hätten die Spaten leichtes Spiel gehabt.

Da sich der Baugrund wegen seiner Vergangenheit als Gelände der alten Molkerei an der Herzog-Wilhelm-Straße in Geilenkirchen aber noch teilweise mit einer Asphaltdecke schmückt, zogen es die Offiziellen vor, einen bereits ausgehobenen Sandhügel für die Füllung ihrer Spatenblätter zu nehmen.

„Der Asphalt bleibt noch erhalten“, so Willy Davids von der Familie Davids, die als Eigentümer des Geländes mit der Voba Immobilien (Tochter der Volksbank Heinsberg) das Gelände erschließt und vermarktet. Über die verbliebene Straßenfläche soll nämlich der Bauverkehr des „Am Sonnenhügel“ genannten Neubaugebietes fließen, „damit wir die umgebenden Straßen in der Bauphase möglichst schonen“.

Bevor insgesamt 17 Grundstücke mit einer Gesamtfläche von exakt 9187 Quadratmetern mit 16 Einfamilienhäusern und einem Mehrfamilienhaus überhaupt geplant werden konnten, hatte die Familie Davids, die 1998 das ehemalige Molkereigelände erworben hat, noch ein wenig Zeit einzuplanen. „Rund drei Jahre“, gab Franz Davids zu Protokoll, so lange dauerte es vom letzten Abbruch der alten Bebauung bis zum ersten Spatenstich für die Neubauten.

Geschichtsträchtiger Grund

Auf geschichtsträchtigem Grund werden die Menschen hier bald leben, denn der alte Molkereistandort war nach dem Krieg aufgebaut worden und bot noch bis 2013 mit dem 54 Meter hohen Schornstein ein Wahrzeichen der Stadt. Der wurde im April 2013 gesprengt und legte sich dank genau geplantem Ammonsalpeter-Sprengstoff in ein vorbereitetes Kiesbett.

Seitdem wurde das Gelände auf die Bebauung vorbereitet, ein durchaus großzügiger Zeitraum, für den es allerdings auch eine plausible Erklärung gibt. „Wir haben den Abbruch selbst gemacht, doch er hatte keine Priorität“, erklärte Willy Davids am Rande des Spatenstichs.

Dass die zwischen 150 und 300 Euro pro Quadratmeter großen angebotenen Grundstücke nun für mehr als 20 Wohneinheiten, davon voraussichtlich sechs im Mehrfamilienhaus, kommen, freut natürlich auch Geilenkirchens Bürgermeister Georg Schmitz. „Ohne privatwirtschaftlichen Einsatz wäre das wunderbare neue Baugebiet nicht möglich gewesen“, sagte er, nachdem er selbst ein paar Mal den Ausleger des zu den Spaten hinzugestellten Baggers bewegt hatte.

Und dass nur regionale Partner zum Zuge kommen, wussten alle Beteiligten zu schätzen. Dass die Interessenten wissen, dass sie trotz der Lage in der Einflugschneise zur Nato-Airbase sehr zentral wohnen, war nach einhelliger Meinung aller Beteiligten kein Problem. „Wir haben eine sehr rege Nachfrage“, sagt Gebietsleiter Hans Herings von Voba Immobilien.

Dazu trägt sicherlich auch bei, dass bei der Überarbeitung des ursprünglichen Entwurfes für das Baugebiet in Hanglage eine zunächst angedachte Lösung mit einer circa fünf Meter hohen Mauer zum hinten angrenzenden Wall des früheren Quergebäudes der alten Molkerei nicht kommen wird. „Stattdessen haben wir rund 12 000 Kubikmeter Erdreich angefüllt und einen sanft abfallenden Hang eingebaut“, erklärt Willy Davids.

Keine weiteren Gebiete in Sicht

Damit wurde vermieden, dass in den Gärten einiger Grundstücke die späteren Eigentümer oder Nutzer auf die Mauer blicken. Beibehalten wurde hingegen das vorne an die Herzog-Wilhelm-Straße gelegene Mehrfamilienhaus. Davids: „Damit setzen wir auch in Zukunft die Linie der gewachsenen Häuser an der Herzog-Wilhelm-Straße fort.“

Ob in Zukunft noch einmal bei solch regnerischem Wetter der erste Spaten den Boden berühren darf, ist allerdings noch offen. Denn trotz des Bedarfes, den Bürgermeister Georg Schmitz und seine Mitarbeiter im Rathaus sehen, sind derzeit keine weiteren Baugebiete in Sicht.

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