Geilenkirchen - Mit Stichen von Bienen ist doch noch zu rechnen

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Mit Stichen von Bienen ist doch noch zu rechnen

Von: Georg Schmitz
Letzte Aktualisierung:
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Hobbyimker Bernd Körlings hat ein Etikett für seine Gläser entworfen, die Sehenswürdigkeiten aus Geilenkirchen zeigen. So soll der Honig über die Stadtgrenzen hinaus bekannt werden. Foto: Georg Schmitz

Geilenkirchen. Er schmeckt, findet vielseitige Verwendung,k ist unwahrscheinlich lange haltbar. Selbst in Gräbern ägyptischer Königinnen hat man ihn - noch genießbar - gefunden: Honig. Beliebt als Brotaufstrich, als Süßungsmittel für Getränke wie auch als „Gesundheitsmittel” in warmer Milch erfreut er sich großer Beliebtheit.

Bernd Körlings will Honig nun zu einem Markenzeichen mit Alleinstellungsmerkmal für Geilenkirchen machen. „Aachen hat die Printen, Düsseldorf den Senf. Aber Geilenkirchen kann nicht mit einem stadttypischen Produkt aufwarten”, sagt Bernd Körlings. Der Augenoptikermeister aus der Stadt an der Wurm will das ändern, mit Honig. Er hat ein individuelles Etikett für seine Honiggläser entworfen, dass Sehenswürdigkeiten der Stadt zeigt.

Kurs an der Volkshochschule

Der Familienvater produziert seit zwei Jahren seinen eigenen Honig. Viele Jahre zuvor hat er sich mit der Imkerei beschäftigt, viel gelesen, den entscheidenden Schritt aber nie gewagt. Bis er vor eben zwei Jahren einen Imkereikurs bei der Volkshochschule Heinsberg belegte und auf dem Lehrbienenstand in Gangelt sein Grundwissen vervollständigte.

„Das hat mir viel Spaß gemacht, auch weil mir der Umgang mit der Natur wichtig ist”, sagt Bernd Körlings heute. Ehefrau Andrea sowie Tochter Sophie (5) würden so auch mit einer besonderen Seite der Natur vertraut gemacht. Die 16 Bienenvölker mit je etwa 50000 Bienen des Imkers, Anglers und Jägers Bernd Körlings verlangen ihm viel Zeit ab. Über 800000 Stück leben in seinen Bienenbeuten, den früheren „Körben”, und die gilt es ständig zu kontrollieren.

„Ich muss mindestens alle neun Tage intensiv die Völker überprüfen, ob sich keine Schwarmzellen gebildet haben.” Der Fachmann erklärt: „Bienenvölker ziehen sich neue Königinnen heran. Einen Tag bevor diese schlüpfen sucht die bisherige Königin mit dem halben Volk das Weite und fliegt davon.” Und das gilt es zu verhindern.

Seine Stiche von Bienen kann Bernd Körlings schon nicht mehr zählen. Er warnt: „Derzeit ist besondere Vorsicht geboten, weil die Bienen ihren Wintervorrat verteidigen.” Der Hobbyimker erzählt, dass bei gutem Flugwetter ein Drittel eines Volkes im „Außendienst” unterwegs ist, jede Biene während eines Sammelflugs hunderte Blüten aufsucht. Anschließend kehrt sie mit etwa 50 Milligramm Nektar zurück. Um ein Kilo Honig zu erhalten, müssen drei Kilogramm Nektar gesammelt werden.

„Würde das von einer Biene alleine bewerkstelligt, muss sie mindestens 60000 mal ausfliegen, dabei mehr alszwölf Millionen Blüten bestäuben und eine Strecke zurücklegen, die einer mehrmaligen Erdumrundung gleichkommt”, rechnet Bernd Körlings vor. Die Pollen und Nektarien finden seine Bienen in den Parks, Naherholungsgebieten und Vorgärten der Region.

Etikett mit Pfiff

Die erste Honig-Schleuderung im Frühjahr beinhaltet die Frühlingsblüten, zum Beispiel Obst und Beeren mit hohem Rapsanteil, die zweite Schleuderung im Sommer resultiert aus der Aufnahme von Robinie, Kastanie und anderen Sommerblüten. Naturbelassen und nach biologischen Richtlinien geimkert, kalt geschleudert und ungefiltert bleiben die Enzyme und die Pollen im Honig aktiv.

Aber: „Das Etikett des Deutschen Imkerbundes gefällt mir nicht”, antwortet Bernd Körlings auf die Frage, warum er seine 500 Gramm Honig-Gläser mit Geilenkirchener Sehenswürdigkeiten dekoriert hat. Zuvor hat der Imker Burg Trips, das Portal von St. Ursula, das Finanzamt, die beiden katholischen Kirchen in Geilenkirchen und Hünshoven, das evangelische Gotteshaus, Haus Basten, den Brunnen am Markt, Rathaus sowie das St.-Elisabeth-Krankenhaus fotografiert und auf dem Etikett miteinander verschachtelt.

Mit diesem auffälligen Merkmal ausgestattet will Bernd Körlings den Geilenkirchener Honig ähnlich bekannt machen wie es die Aachener Printen geschafft haben.
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