Mit Schellen vom Pferdegeschirr durch die Kirche

Von: Christina Kolodzey
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Harmonische Gruppe am Cello: Anna Beckers, Julia Hecker, Pia Kreimer, Lea Quadflieg (v.l.), begleitet von Lehrerin Miljana Mandaric (M.). Ein Eindruck aus dem Adventskonzert der Musikschule Geilenkirchen in der Hünshovener Kirche. Foto: Christina Kolodzey
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Besinnlicher Saitenklang von David Cebulla, vorgetragen ohne einen Blick auf Noten. Foto: Christina Kolodzey
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Das Konzert gab auch den Rahmen der Verabschiedung des Saxophon- und Klarinetten-Lehrers Jac Jütten (l.) durch den Vorsitzenden Michael Seeling. Foto: Christina Kolodzey

Geilenkirchen. Randvoll gefüllte Gotteshäuser – in der heutigen Zeit keine Selbstverständlichkeit mehr. Umso mehr freuten sich am Sonntag die Aktiven der Musikschule Geilenkirchen über die voll besetzte evangelische Kirche in Hünshoven, in die sie zur vorweihnachtlichen Veranstaltung geladen hatten.

Zahlreiche Gäste, die aus der beginnenden Dämmerung in das alt-ehrwürdige Gemäuer aus dem Jahre 1866 traten, wurden von einem hell erleuchteten Kirchenschiff mit wagenradgroßem Adventskranz, bestückt mit flackernden, weißen Kerzen, empfangen.

Stellvertretender Vorsitzender Thomas Kamphausen hieß alle herzlich willkommen und erzählte von Kindern, die fragten, wieso es die Adventszeit gäbe. Ihre Eltern erklärten, Weihnachten sei der Geburtstag Jesu und die Menschen bereiteten sich darauf vor.

Maya Jansen am Klavier war die erste, die hierzu ihren Teil beitrug. Sie leitete mit „Schneeflöckchen, Weißröckchen“ von E. Ebel das Konzert ein und spielte es locker vierhändig am Klavier mit ihrer Lehrerin. Wie sie wurden an diesem Abend viele der jungen Künstler von ihren Lehrpersonen unterstützt, entweder gesanglich oder mit dem jeweils passenden Instrument.

Konzentriert folgte Roberta Mazzolini mit dem ruhigen Gitarrensolo „Giorni silenziosi“ von V. N. Paradiso, dem sich Letizia Teeuwens sicheres Klavierspiel der „Etüde C-Dur“ von A. Nikolajew anschloss. Der Song „Time for us“ von N. Rota wurde von Jessica Backes an der Querflöte und Margaux Marggraf am Klavier prima zu Gehör gebracht, ehe das Gitarrenduo Julia Hermanns und Marie Horsten den „Weihnachtsmann“ und „Jingle Bells“ wohlklingend intonierten.

Klopfen an der Herberge

Mit „Es schneit“ von N. Toropowa versetzte Lara Merkel am Klavier das Publikum in winterliche Stimmung, und Helmut Heuschen gelang es gesanglich, die eigentümliche Melodik von „Maria durch ein Dornwald ging“ einzufangen und mit „Wer klopfet an“ die schwierige Herbergssuche zu verdeutlichen.

Amy Gregorius und Mara Baumann setzten nun ihren Ehrgeiz daran, „Das Vögelchen“ einer ukrainischen Volksweise mit Hilfe ihres Klaviers im Kirchenschiff herumflattern zu lassen, und Gonül Aydemir zog, ebenfalls am Klavier, ihre ruhigen Bahnen beim „Tanz auf dem Eis“ von B. Egilmez. Auch Schellen von Pferdegeschirren, „Jingle Bells“, schallten durch das Gotteshaus, klavierspielend hervorgezaubert von Linus Kornetkas flinken Fingern.

Als Kontrast auf der Gitarre das träumerisch-besinnliche, ohne Noten von David Cebulla glänzend vorgetragene „River flows in you“ von Yiruma.

Die wunderschöne Melodie „The Meadow“ von A. Desplat präsentierte Senta Kreimer sehr einfühlsam am Klavier, während Judith Stassen und Elena Kühne mit ihren Querflöten „In der Weihnachtsbäckerei“ von R. Zuckowski für Nachschub an Leckereien sorgten. Klänge aus der Kindheit beschworen ebenfalls Vanessa Crnkovic auf der Geige und Aylin von der Ruhr am Klavier mit dem „Andantino“ von A. Chatschaturjan herauf – ruhige, harmonische Weisen, zart gespielt. Caterine Puvis-Schöler berührte das Publikum gesanglich mit „Ave Maria“ von J. Arcadelt, und vier Celli in den Händen von Anna Beckers, Julia Hecker, Pia Kreimer sowie Lea Quadflieg ließen mit „So viel Heimlichkeit“ und „Lasst uns froh und munter sein“ feierliche und fröhliche Klänge bis in die hintersten Reihen erklingen.

Augenblick des Abschieds

Mit Orchesterbegleitung vom Band faszinierte Ina Dackweiler gesanglich mit der Barcarolle „Belle Nuit“ von J. Offenbach, wohingegen Katharina Flögel und Paula Horsten mit ihren Alt-Saxophonen, viel Spielfreude und Unterstützung ihres Lehrers Jac Jütten mit seinem Bariton-Saxophon den Gästen klarmachten, dass „Süßer die Glocken nie klingen“.

Kaum geendet, betrat Michael Seeling, Vorsitzender der Musikschule, überraschend die Bühne, um den letzten Auftritt des langjährigen Saxophon- und Klarinettenlehrers Jac Jütten zu würdigen, der sich mit 80 Jahren in den Ruhestand verabschiedete. Seeling blickte auf dessen Anfänge und das langjährige Engagement zurück und bedankte sich herzlich dafür. Mit den allerbesten Wünschen für die Zukunft überreichte er einen bunten Blumenstrauß, und Margaux Marggraf sang ihm zu Ehren mit glockenheller, raumfüllender Stimme „Time to say goodbye“ von F. Sartori.

Claudia Peltzer schloss sich ihr eindrucksvoll mit dem Volkslied „Nehmt Abschied Brüder“ an, wobei das Publikum aufgefordert war, mitzusingen und gerne Folge leistete. Minutenlanger Applaus war der verdiente Lohn für die großartige Leistung aller Beteiligten.

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